- Das Team um Lionel Messi hat den Sieg im WM-Halbfinal gegen England mit einem politischen Plakat gefeiert.
- «Las Malvinas son argentinas» («Die Falklandinseln sind argentinisch») war in dunkler Schrift auf einem weissen Laken zu lesen.
- Das Banner war auch auf den Zuschauerrängen zu sehen gewesen.
- Dem argentinischen Team könnte nun eine Strafe der Fifa drohen.
«Und sie werden immer argentinisch sein», erklärte Mittelfeldspieler Leandro Paredes, als er auf das Plakat angesprochen wurde. «Wir waren uns bewusst, was dieses Spiel für dieses Land bedeutete. Wir haben versucht, unser Land und all jene, die diesen traurigen Moment unserer Geschichte miterlebt haben, zu repräsentieren, damit sie sich mit uns identifizieren und wir ein positives Bild vermitteln konnten.»
Mit dem Spruch auf dem Plakat will Argentinien seine vermeintlichen Besitzansprüche auf die Falklandinseln erklären. Argentinien und Grossbritannien hatten 1982 mehr als 70 Tage lang Krieg um die Falklandinseln vor der Küste Argentiniens geführt. Dabei starben rund 1000 Soldaten.
Die Inseln sind seit 1833 britisches Überseegebiet. Bis heute weigert sich Grossbritannien, über den Anspruch auf die Malwinen zu verhandeln. Schon vor der Partie war die Erinnerung an den Falklandkrieg sehr präsent gewesen.
«Wir spielen gegen die Piraten-Usurpatoren. Das ist kein Spiel wie jedes andere», schrieb Victoria Villarruel, Vizepräsidentin Argentiniens, auf X und kündigte an: «Ich werde nicht politisch korrekt sein oder mich zurückhalten. Gegen die Engländer geht es um mehr.» Villarruels Vater hatte im Krieg um die Falklandinseln für Argentiniens Militärdiktatur gekämpft.
Die Fifa verbietet Spielern und Offiziellen rund um die WM-Spiele, politische Botschaften zu präsentieren. Dem argentinischen Team könnte damit Ärger drohen.