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Präsidentenmord in Haiti Der mutmassliche Auftraggeber ist ein Arzt aus Florida

  • Ein mutmasslicher Auftraggeber am Mord des haitianischen Präsidenten ist laut Angaben der Nationalpolizei festgenommen worden.
  • In der Wohnung des Drahtziehers seien Beweise gefunden worden.
  • Er ist der dritte US-Bewohner haitianischer Herkunft und der 21. Mann insgesamt, der als Tatverdächtiger nach dem Mordanschlag festgenommen worden ist.
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Aus dem Archiv: Haiti bittet USA um Unterstützung
Aus Tagesschau vom 10.07.2021.
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Ein haitianischer Arzt aus Florida soll den Mord des Präsidenten in Auftrag gegeben haben. Der 63-jährige Christian Emmanuel Sanon sei Anfang Juni in einem Privatjet nach Haiti geflogen und habe aus politischen Motiven das Amt des Präsidenten übernehmen wollen.

Der Arzt werde beschuldigt, die als Attentäter verdächtigten kolumbianischen Söldner über eine venezolanische, private Sicherheitsfirma mit Sitz in Florida angeheuert zu haben, hiess es von der Polizei. Er sei der Erste gewesen, den diese nach dem Attentat angerufen hätten.

Opfer des Attentats

Der 53 Jahre alte Staatschef Jovenel Moïse war in der Nacht zum Mittwoch in seiner Residenz überfallen und erschossen worden. Seine Ehefrau wurde schwer verletzt und zur Behandlung nach Florida gebracht.

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Aus dem Archiv: Haitis Präsident ermordet
Aus Tagesschau vom 07.07.2021.
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Nach Angaben der Polizei führten 26 Kolumbianer und zwei US-Amerikaner haitianischer Herkunft den Mord aus. Die Hintergründe der Tat sind bisher unklar. Für Spekulationen sorgte unter anderem, dass die Wächter des Präsidenten anscheinend keinen Widerstand leisteten.

Politik ist handlungsunfähig

Moïse ernannte zwei Tage vor seinem Tod noch Ariel Henry, den Neurochirurgen und Ex-Innenminister, zu seinem Nachfolger. Trotzdem führt seit dem Mord der bisherige Interims-Premierminister, Claude Joseph, die Regierung. In einem Interview sagte Henry, dass er aus seiner Sicht der wahre Interims-Präsident sei. Der Senat wählte seinen Präsidenten Joseph Lambert am Freitag zum Interims-Staatschef.

Seit Anfang 2020 ist das Parlament jedoch nicht beschlussfähig, nachdem eine Wahl ausgefallen war und die Amtszeiten der meisten Abgeordneten abgelaufen waren. Vor wenigen Wochen starb der Vorsitzende des Obersten Gerichtshofs an den Folgen des Coronavirus. Für den 26. September sind Präsidenten- und Parlamentswahlen geplant.

SRF 4 News, 12.07.2021, 05:00 Uhr;

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
    Woher hat der Haitianische Arzt das Geld um eine Söldnergruppe anzuheuern.
    Vermutlich ist er nur ein Strohmann, die wirklichen drahtzieher bleiben im Dunkeln. Als Arzt in Florida welche Motive könnte der Mann haben?
  • Kommentar von Pascal Noti  (Noti)
    Politisch das reinste Chaos. Kein beschlussfähiges Parlament, selbsternannter Regierungschef,....

    Ich kenne die Fakten und Hintergründe in Haiti zu wenig, aber die ganze Geschichte stinkt nach einem Putsch aus dem Inland.
    Falls es sich um eine innenpolitische Angelegenheit handelt, darf keine UNO intervenieren.
  • Kommentar von Nick Schaefer  (Nick Schaefer)
    Bei absurden Bildungsunterschieden und Reichtumsgefällen, mit Raubtierkapitalismus als Staatsreligion, wo wenige Superreiche mit Privatarmeen um die Macht kämpfen, kann man schnelle Lösungen von vornherein vergessen.

    Schaut man sich erfolgreiche Entwicklung an - Singapur, Korea, China, Kroatien - dann ist Phase 1 eine 30-50 Jahre an sozial orientierter Einparteienherrschaft, wo alle mit einem Minimum an Bildung, Arbeit, und Sozialkultur ausgestattet werden. Danach Chance auf Demokratie ...