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Die katalanische Regionalregierung ruft zur Besonnenheit auf
Aus Tagesschau vom 19.10.2019.
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Proteste für Unabhängigkeit Barcelona erlebt die fünfte Krawall-Nacht in Folge

  • Die fünfte Nacht in Folge haben Befürworter der Unabhängigkeit in Katalonien demonstriert.
  • In Barcelona kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und der Polizei.
  • Auch nach Mitternacht liessen die Unruhen nur langsam nach.
  • Dutzende Menschen wurden verletzt, darunter auch Polizisten und Journalisten.

Radikale Separatisten, die Barrikaden errichtet hatten, warfen Steine und Feuerwerkskörper auf Polizisten, wie Nachrichtenagenturen berichteten. Die Beamten reagierten mit Tränengas und Gummigeschossen. Die Polizei setzte erstmals auch Wasserwerfer ein. Im Stadtzentrum gab es chaotische Szenen. Der öffentlich-rechtliche Sender RTVE sprach von einer «wahren Schlacht».

Nahe der Polizeizentrale Barcelonas entzündeten junge Demonstranten ein riesiges Feuer. Brände gab es auch nahe des Plaça de Catalunya am Ende der Touristenmeile Las Ramblas, wo sich hunderte Demonstranten der Polizei entgegenstellten. Diese versuchte, die Demonstranten mit Wasserwerfern auseinanderzutreiben. «Antifaschistisches Katalonien», riefen die meist vermummten Demonstranten. «Die Strassen werden immer unsere sein!»

Zahlreiche Polizeifahrzeuge waren auf den Strassen unterwegs. Die Regionalpolizei warnte Menschen auf Englisch via Twitter, sich vom Stadtzentrum fernzuhalten.

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Schäden nach den Krawallen in Barcelona (unkomm.)
Aus News-Clip vom 19.10.2019.
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Dutzende Menschen verletzt

Der katalanische Innenminister Miquel Buch sagte dem TV-Sender La Sexta in der Nacht zum Samstag, «eine solche extreme Gewalt» habe es in Katalonien noch nie gegeben. «Das sind natürlich keine Separatisten, das sind Gewalttätige», die es aber nicht schaffen würden, die Befürworter der Unabhängigkeit «zu besudeln», so der Vertreter der separatistischen Regionalregierung.

Mindestens 15 Demonstranten wurden am Freitagabend in Barcelona festgenommen, wie die Polizei mitteilte. In ganz Katalonien habe es insgesamt 31 Festnahmen gegeben, denn auch in anderen katalanischen Städten wie Tarragona, Lleida und Girona gab es Unruhen. Zudem seien bis am Abend mindestens 60 Verletzte registriert worden, darunter drei Polizisten und zwei Journalisten. Die Zahl der gewalttätigen Demonstranten wurde auf mehr als 4000 geschätzt.

Darum gehen die Menschen auf die Strasse

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  • Die Proteste waren am Montag durch ein Urteil des Obersten Gerichtshofes Spaniens gegen neun prominente katalanische Unabhängigkeitsbefürworter ausgelöst worden.
  • Sie erhielten Haftstrafen von bis zu 13 Jahren wegen Aufruhrs und Veruntreuung öffentlicher Gelder.
  • Den Angeklagten wurde vorgeworfen, im Oktober 2017 ein von der spanischen Justiz als illegal eingestuftes Unabhängigkeitsreferendum organisiert zu haben.
  • Nach dem Urteil waren in Katalonien tausende Menschen auf die Strasse gegangen. Sie fordern die Freilassung der «politischen Gefangenen».

Hunderttausende hatten am Freitag in der Regionalhauptstadt friedlich für die Freilassung der Verurteilten und für das Recht auf Selbstbestimmung der Katalanen demonstriert. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmenden auf 525'000. In der Konfliktregion im Nordosten Spaniens hatten die Separatisten zudem einen 24-stündigen Generalstreik veranstaltet, der vielerorts befolgt wurde.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Franco Caroselli  (FrancoCaroselli)
    Ist doch ein tolles Video. Der Polizist verbringt die Nacht auf der Strasse, muss sich mit Demonstranten prügeln, statt zu Hause bei Familie. Hundertschar Gilet Orange, damit News in die Stube geliefert wird in Europa und den Polizei Kritiker. Der Verursacher ( Gericht) und Classe Politique ( Madrid, Barcelona) sitzen gemütlich am Tisch und schlemmen und trinken eines
    untereinander. Bis dann Montagmorgen ist und die Zeitungen voll von der Strassenschlacht. Wirklich Toll !!!!
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    1. Antwort von Franco Caroselli  (FrancoCaroselli)
      Wohlverstanden: die hohen Madrilenen unter sich und hohen Katalanen unter sich.....
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  • Kommentar von Albert Planta  (Plal)
    Das Urteil des obersten Gerichtshof war wenig intelligent. Ich Frage mich, in welcher Blase die eigentlich leben.
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    1. Antwort von S. Borel  (Vidocq)
      Nichts mit „Blase“... in der spanischen Realität... der entsetzliche Bürgerkrieg sitzt den (meisten) Spaniern noch tief in den Knochen... auch wenn das Frankisten natürlich anders sehen. Spanien kann sich schlicht nicht „leisten“ erneut auseinanderzubrechen...
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    2. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Konflikte kann man nicht mit der Peitsche lösen, man muss aufeinander zugehen. Katalonien hätte wahrscheinlich gehalten werden können , wenn man ihnen eine umfassende Autonomie zugestanden hätte.
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    3. Antwort von Willi Geissbühler  (WG)
      Bitte Albert Planta nicht schreiben, wenn Sie gar nicht wissen um was es geht. Mit Intelligenz hat das nichts zu tun, sondern es handelt sich bei den Separatisten um eine lautstarke Minderheit von Intriganten und Aufhetzern. Es werden noch weitere ins Gefängnis gehen. Der nächste ist der Aufwiegler Puigdemont und Torra wird folgen, wenn er nicht aufpasst. Die Mehrheit der Katalanen wollen keinen eigenen Staat. Hier geht es nur um Geld. Es ist eine Schande was da abläuft.
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    4. Antwort von Mihai Löchli  (Siebenbürgen)
      Herr Geissbühler, falls so eine kleine Minderheit ist, warum wird ein ofizielles Referendum nicht zugelassen? So wäre für viele Jahre das Thema vom Tisch. Oder vielleicht ist doch nicht so eine kleine Minderheit?
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    5. Antwort von Willi Geissbühler  (WG)
      Mihai Löchli: an keinem Ort und Stelle habe ich geschrieben: kleine Minderheit. Ich habe geschrieben, was übrigens belegt ist, MINDERHEIT. Die ganze Angelegenheit ist gleich, wie wenn der Kanton Zürich aus der Eidgenossenschaft austreten möchte, weil er keinen Finanzausgleich an die schwächeren Kantone mehr bezahlen möchte. Der Separatismus wurde über Jahrzehnte gezielt aufgebaut. Katalonien ist Teil Spaniens und wird es bleiben. Die Katalanen haben übrigens der span. Verfassung zugestimmt.
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    6. Antwort von Mihai Löchli  (Siebenbürgen)
      Falls es so ist, sollte der Spanische Staat eben einen offiziellen Referendum organisieren um zu belegen dass es um eine Minderheit handelt. Umfragen sind gut und schön, aber ein Referendum wäre der richtige Weg. Falls es so ist wie Sie es sagen, kommt sowieso nicht durch und so sind die Gemüter wieder für viele Jahre beruhigt. Das ist aber wahrscheinlich zu riskant für die Spanier. Hier ist wie in eine Ehe, wenn eine gehen will der andere kann ihm nicht unendlich mit Gewalt aufhalten.
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  • Kommentar von Konrad Pfister  (Konrad Pfister)
    Armes Barcelona, zwischen besoffenen Touristen und Krawallen kann man die Bewohner nur bedauern...
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