- Der Oberste Führer des Iran, Ali Chamenei, plant Berichten zufolge, nach Moskau zu fliehen, falls das iranische Regime stürzen sollte.
- Die Nachricht wurde in der vergangenen Nacht von der britischen Zeitung «The Times» veröffentlicht und heute von israelischen Medien aufgegriffen.
- Sie basiert auf einem Geheimdienstbericht, den die Zeitung erhalten hat.
Dem Bericht zufolge plant der 86-jährige Chamenei, Teheran gemeinsam mit etwa 20 Mitgliedern seiner Familie und engen Vertrauten zu verlassen, falls die Proteste im Iran zum Zusammenbruch des Regimes der Ajatollahs führen sollten.
Laut der britischen Zeitung, zitiert von Ynet, fürchtet Chamenei ein Szenario, in dem die iranischen Sicherheitskräfte nicht in der Lage sind, die Demonstrationen niederzuschlagen, oder sogar ihre Posten verlassen und sich den Protesten anschliessen.
Auch Nachfolger soll flüchten
Der «Plan B» umfasst auch die Flucht seines Sohnes Mojtaba, der als zukünftiger Nachfolger gilt. Der Bericht hebt hervor, dass Chameneis Fluchtplan auf dem Vorgehen seines Verbündeten, des ehemaligen syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, basiert, der nach dem Sturz seines Regimes im Dezember 2024 mit dem Flugzeug aus Damaskus nach Moskau floh.
Die Geheimdienstquelle sagte gegenüber der «Times», dass «eine Fluchtroute aus Teheran geplant wurde», die «die Sicherung von Vermögenswerten im Iran und im Ausland sowie Bargeld für eine sichere Passage» einschliesst. Chamenei ist dafür bekannt, ein weitverzweigtes Netzwerk von Immobilien zu besitzen, dessen Wert laut einer Reuters-Untersuchung aus dem Jahr 2013 auf rund 95 Milliarden US-Dollar geschätzt wird.
Die vor allem von einer Wirtschaftskrise und sehr hoher Inflation ausgelösten landesweiten Proteste im Iran dauern inzwischen seit gut einer Woche an. Dabei sollen Aktivistinnen und Aktivisten zufolge bislang mindestens 29 Menschen getötet und Hunderte festgenommen worden sein.