- Kein Krieg gegen den Iran, keine Razzien in US-Städten, kein neuer Ballsaal am Weissen Haus: In den USA sind in zahlreichen Städten Bürgerinnen und Bürger gegen die Regierung von US-Präsident Donald Trump auf die Strasse gegangen.
- Unter dem Motto «No Kings» («Keine Könige») waren nach Angaben der Veranstalter Proteste in allen 50 Bundesstaaten geplant – und auch international formierte sich Widerstand.
- Demonstrierende forderten die Absetzung und Verhaftung Trumps.
In der US-Hauptstadt Washington zogen am Samstagmorgen nach Beobachtung einer dpa-Reporterin geschätzt Zehntausende Demonstrierende, darunter auch zahlreiche ältere Menschen, über die Memorial Bridge in Richtung Innenstadt.
Die Organisatoren, ein Bündnis verschiedener zivilgesellschaftlicher Gruppen, erwarteten Medienberichten zufolge landesweit etwa 3000 Kundgebungen mit insgesamt rund neun Millionen Teilnehmenden. Sie sprachen von einer der grössten Protestmobilisierungen in der Geschichte des Landes – unabhängig überprüft sind die Zahlen bislang nicht. Bereits im vergangenen Jahr hatten ähnliche Aktionen jedoch schon Millionen Menschen auf die Strasse gebracht.
In Sprechchören warnten die Demonstranten in Washington vor «Faschisten im Weissen Haus». Demonstranten haben auch gegen die geplante vorübergehende Schliessung des Kennedy Centers protestiert. Eine Teilnehmerin betonte gegenüber der dpa, dass der Protest auch international wahrgenommen werden solle. Die Leute in Europa sollten sehen, dass es in Amerika Protest gegen die Trump-Regierung gebe.
Zentrale Demo in St. Paul
Als zentrale Veranstaltung der landesweiten Proteste galt eine Grosskundgebung in St. Paul im US-Bundesstaat Minnesota im Norden der USA, wo sich eine riesige Menge an Demonstranten versammelte. Hintergrund sind unter anderem umstrittene Einsätze von Bundesbehörden im Zuge verschärfter Massnahmen gegen Migranten, die in der Region zuvor zu wochenlangen Protesten geführt hatten. Bei den Einsätzen kamen auch zwei US-Bürger durch Schüsse von Bundesbeamten ums Leben.
Trump will wie ein Tyrann über uns herrschen. Aber dies ist Amerika, und die Macht liegt beim Volk – nicht bei Möchtegern-Königen oder ihren milliardenschweren Kumpanen.
Zu den angekündigten Teilnehmern in St. Paul zählten prominente Unterstützer aus Kultur und Politik. US-Rocklegende Bruce Springsteen war darunter, der zu den Demonstranten sprach. Er hatte nach dem Tod der zwei US-Bürger eine Protesthymne («Streets of Minneapolis») kreiert.
Auch in zahlreichen weiteren Städten und kleineren Orten gab es Demonstrationen. Nach Angaben der Organisatoren in US-Medienberichten stammt ein Teil der Anmeldungen auch aus konservativ geprägten ländlichen Regionen und Vororten, nicht nur aus klassischen Hochburgen der Demokraten. «Trump will wie ein Tyrann über uns herrschen. Aber dies ist Amerika, und die Macht liegt beim Volk – nicht bei Möchtegern-Königen oder ihren milliardenschweren Kumpanen», erklärten die Organisationen im Vorfeld.
Weisses Haus: Treffen kleiner Gruppen ohne breite Unterstützung
Das Weisse Haus kritisierte die Proteste. Eine Sprecherin hatte die Veranstaltungen laut Medienberichten vorab als Treffen einer kleinen, von linken Netzwerken unterstützten Gruppe ohne breite Unterstützung in der Bevölkerung bezeichnet.
Auch ausserhalb der USA gab es Solidaritätskundgebungen.