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Teils vermummte Demonstranten setzten am Dienstag in Barcelona Barrikaden und Kartons in Brand
Aus Newsflash vom 15.10.2019.
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Proteste in Katalonien Blockierte Strassen und gewalttätige Auseinandersetzungen

  • Die Proteste in Katalonien gegen die Verurteilung von neun Anführern der Unabhängigkeitsbewegung reissen nicht ab.
  • Demonstranten blockierten auch am Dienstag mehrere Strassen und Zugverbindungen.
  • Am Dienstagabend versammelten sich Anhänger der Unabhängigkeitsbewegung vor Gebäuden der spanischen Zentralverwaltung in Barcelona und versuchten dort, eine Barriere zu durchbrechen.

Darum wird protestiert

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Die Proteste waren am Montag durch ein Urteil des Obersten Gerichtshofes Spaniens gegen neun prominente katalanische Unabhängigkeitsbefürworter ausgelöst worden. Sie erhielten Haftstrafen von bis zu 13 Jahren wegen «Aufruhrs» und Veruntreuung öffentlicher Gelder. Den Angeklagten wurde vorgeworfen, im Oktober 2017 ein von der spanischen Justiz als illegal eingestuftes Unabhängigkeitsreferendum organisiert zu haben.

Nach dem Urteil waren in Katalonien tausende Menschen auf die Strasse gegangen. Sie versammelten sich auf der zentralen Plaça de Catalunya in Barcelona und forderten die Freilassung der «politischen Gefangenen».

Mehrere Strassen in der Region im Nordosten Spaniens wurden besetzt, darunter die Autobahn in Richtung Frankreich auf Höhe von Girona, wie die Behörden mitteilten. Mit brennenden Reifen blockierten Aktivisten ausserdem an mehreren Orten Bahngleise.

«Minderheit» setzt auf Gewalt

Die spanische Regierung hat die gewaltsamen Proteste in Barcelona und weiteren katalanischen Städten scharf verurteilt. Eine «Minderheit» setze auf Gewalt in den Strassen der katalanischen Städte, sagte die Regierung des Sozialisten Pedro Sánchez am Dienstagabend.

Eine Menschenmasse blockiert eine Strasse.
Legende: Bei den Protesten in Katalonien wurden unter anderem mehrere Strassen blockiert. Keystone

Inzwischen komme es bei allen Protestaktionen zu Gewalt. Bei den Demonstrationen nach der Verurteilung von Anführern der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung handle es sich nicht um eine «friedliche Bürgerbewegung», erklärte die Regierung. Vielmehr würden Gruppierungen Gewalt einsetzen, um das «Zusammenleben in Katalonien» zu zerstören. Die Regierung werde mit angemessener Härte Sicherheit und Zusammenleben in der Region sicherstellen. Allein am Dienstag wurden bei den Ausschreitungen 74 Menschen verletzt. Die Polizei nahm vier Menschen fest.

Dritter Haftbefehl nach Belgien geschickt

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Portrait von Carles Puigdemont.
Legende:Carles Puigdemont wird international gesucht.

Belgien hat vom Obersten Gerichtshofs Spaniens einen dritten Antrag auf einen Haftbefehl für Carles Puigdemont erhalten. Das sagte eine Sprecherin der Brüsseler Staatsanwalt.

Es gibt damit jedoch ein Problem: Der Haftbefehl kam auf Spanisch an. Das Gesetz verlangt jedoch, dass er in einer der drei belgischen Landessprachen oder in Englisch versandt wird. So müsse nächste Woche ein neuer geschickt werden, so die Sprecherin.

«In Anbetracht der Komplexität des Dossiers und der beiden vorangegangen Haftbefehle, wird eine gründliche gerichtliche Analyse unabdingbar sein», fügte sie hinzu.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    Bildung fördert die Eigenverantwortung. Eigenverantwortung heisst aber auch Bereitschaft zu mehr Leistung. Seit Jahrzehnten sind die Katalanen auf diesem Weg. Die spanische Regierung hat es, nach der Franco - Diktatur, verpasst, einen zeitgemässen Föderalismus aufzubauen. Die Katalanen fühlen sich als Milchkuh von Spanien. Die verurteilten Separatisten hätte man auf 2 Jahre bedingt bestrafen können. Gefühle und Ideologie kann man nicht befehlen und/oder abstrafen. Der Kampf geht weiter.
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  • Kommentar von Rolf Michel  (Mosses01)
    Die Situation in Katalonien_Barcelona erinnert doch sehr an HongKong - diese Parallele darf durchaus gezogen werden - wann fallen die ersten Schüsse?
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    1. Antwort von Friedrich Stowasser  (H.B.)
      Ich finde Sie sprechen von zwei komplett verschiedenen Sachlagen. In Hong Kong wehren sich Menschen gegen neue Gesetze, welche die Autonomiezugeständisse in Bezug auf Persönlichkeitsrechte aushebeln sollen, während in Spanien Menschen verurteilt wurden, weil sie sich gegen eine richterliche Verfügung hinweggestzt haben. Wo bitte sind da die Gemeinsamkeiten?
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  • Kommentar von Hans Haller  (panasawan)
    Das ist ja schneller gegangen als erwartet. Diese Situation gerät hoffentlich nicht ausser Kontrolle. Allerdings das da hätte man sich gut und gerne ersparen können, so man etwas klüger vorgegangen wäre.
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    1. Antwort von Jürg Brauchli  (Rondra)
      War nach diesen harten Urteilen vorauszusehen. Und wer die Katalonen kennt, weiss, dass diese ihren Traum nicht einfach aufgeben werden.
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