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Legende: Audio Dutzende Tote bei Massakern in den USA abspielen. Laufzeit 04:28 Minuten.
Aus Echo der Zeit vom 04.08.2019.
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Recht auf Waffenbesitz «Es wird nichts passieren in den USA – es ist Wahlkampf»

Es war ein blutiges Wochenende. Innert 24 Stunden haben in den USA bei zwei Angriffen 30 Menschen ihr Leben verloren, viele wurden verletzt. Zusätzlich zu den beiden Attentaten wurden in Chicago bei einer Schiesserei auf einem Spielplatz sieben Menschen verletzt. Trotzdem wird sich am Waffengesetz nichts ändern, erklärt der Journalist Arndt Peltner.

Arndt Peltner

Arndt Peltner

Freier USA-Korrespondent

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Der freischaffende USA-Korrespondent ist für mehrere deutschsprachige Zeitungen und Radiostationen tätig, unter anderem auch für SRF. Der gebürtige Nürnberger lebt in der Nähe von San Francisco.

SRF News: Was läuft gerade in den USA?

Arndt Peltner: Hier versucht man einfach damit umzugehen, was in den letzten 24 Stunden passiert ist.

Alle sind erschüttert – wie jedes Mal – aber das verhindert noch kein weiteres Attentat. Wird sich dadurch am laschen Waffengesetz vielleicht doch etwas ändern?

Es geht ja nicht nur um die Waffengesetze, sondern auch um die grundsätzliche Frage, ob es ein allgemeines Grundrecht auf Waffenbesitz gibt, das in der Verfassung verankert ist. Viele glauben, dass dies nicht so ist. Aber es ist eine politische Frage. Eine Mehrheit, das zu ändern, gibt es aber derzeit nicht. Das muss man ganz deutlich festhalten.

Überall kann es passieren, denn überall ist es schon passiert.

Es gab in diesem Jahr schon 293 Massenschiessereien mit mehr als drei Opfern. Man ist nicht mehr sicher in Kirchen, Synagogen, Schulen, Kindergärten, an Volksfesten, in Nachtclubs, am Arbeitsplatz – überall kann es passieren, denn überall ist es schon passiert. Ich glaube trotzdem nicht, dass sich in der nächsten Zeit etwas ändern wird – es ist Wahlkampf in den USA. Und da passiert gar nichts.

Sie sagen es: Im Herbst 2020 will Präsident Trump sich wiederwählen lassen. Bis jetzt werden vor allem das Thema Migration und die Krankenversicherung heiss diskutiert. Was ist mit dem Waffengesetz?

Die Kandidaten haben es schon mehrfach angesprochen. Einige davon kommen ja auch aus der Anti-Gun-Bewegung. Aber es war bei den Demokraten bisher nicht das Hauptthema.

Trump hat immer wieder betont, dass er der einzige Kandidat ist, der sich für das Grundrecht aller Amerikaner auf Waffenbesitz einsetzt.

Donald Trump hat es hingegen zum Thema gemacht: Er hat früh und immer wieder in seinen Reden und via Twitter betont, dass er der einzige Kandidat ist, der sich für das Grundrecht aller Amerikaner auf Waffenbesitz einsetzt. Es ist für ihn sogar ein grosses Thema, das er nicht loslässt.

Wie geht es weiter?

Die laxen Waffengesetze und dieses vermeintliche Grundrecht werden sicherlich ein grosses Wahlkampfthema sein. Und es wird dazu führen, dass die Verkäufe von Waffen und Munition in die Höhe schnellen lässt. Denn Trump und die Republikaner behaupten, dass die Demokraten alle Waffen einziehen wollen, wenn sie eine Mehrheit erreichen oder gar ins Weisse Haus einziehen. Das ist natürlich Blödsinn – aber mit diesen Horrorszenarien wird Wahlkampf gemacht.

Die Fragen stellte Danièle Hubacher.

Legende: Video Nach Attentaten: US-Demokraten fordern schärfere Waffengesetze abspielen. Laufzeit 05:55 Minuten.
Aus Tagesschau vom 04.08.2019.
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36 Kommentare

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  • Kommentar von Jürg Zbinden  (JürgAndreas)
    Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten
    Damit sind aktuell offensichtlich mehr Negativ-Möglichkeiten gemeint! Schade, für mich ist dieses Land im Moment nicht besuchbar!
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  • Kommentar von Christoph Stadler  (stachri)
    Es geht nicht nur um den erlaubten WaffenBESITZ – dieser ist bei uns und in den meisten Länder auch erlaubt – sondern vor allem um das explizit erlaubte öffentliche WaffenTRAGRECHT.
    Es ist noch gar nicht so lang her, da durfte man in der Schweiz auch Waffen tragen (als unbescholtener Schweizer durfte ich auch eine Waffe tragen). Dann wurde es verboten - ohne dass die Schweiz nachher sicherer wurde. Das selbe wäre auch in den USA der Fall, da Verbrecher sich nicht um Gesetze kümmern...
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  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Was einige hier übersehen, ist die Tatsache, dass um Wahlen zu gewinnen, Mehrheiten gefunden werden müssen. Es ist ein bisschen gewagt davon auszugehen, dass jene weissen Trumpdemokraten, die ihm 2016, für viele übrigens überraschend, zum Sieg verholfen haben, sich mit einer Antiwaffenkampagne zurückgewinnen lassen. Es sind nämlich zumeist männliche, sich bedroht fühlende US Bürger, in ländlichen Gebieten. Diese sind genau das Gegenteil von waffenfeindlich!
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