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Legende: Video Waffenverbot ab sofort in Neuseeland abspielen. Laufzeit 01:24 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.03.2019.
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Verschärfte Waffengesetze «Ardern nutzt die Gunst der Stunde»

Nach dem Attentat in Christchurch will Neuseelands Regierung das Waffengesetz verschärfen. Sturmgewehre und halbautomatische Waffen sollen verboten werden, zudem sollen bereits verkaufte Gewehre zurückgekauft werden. SRF-Korrespondent Urs Wälterlin weiss, dass diese Gesetzesänderungen durchaus Anklang finden könnten.

Urs Wälterlin

Urs Wälterlin

SRF-Mitarbeiter in Australien

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Der gebürtige Basler Urs Wälterlin, Link öffnet in einem neuen Fenster lebt seit 1992 in der Nähe der australischen Hauptstadt Canberra. Er berichtet von dort für SRF über Australien, Neuseeland und Ozeanien.

SRF News: Jacinda Ardern will diese Verbote auf den 11. April in Kraft setzen. Wie geht das so rasch?

Urs Wälterlin: Die Premierministerin macht Nägel mit Köpfen. Ab sofort ist der Verkauf solcher Waffen und entsprechendem Zubehör verboten. In Neuseeland gibt es viele Waffenläden, die nun die Regale leerräumen müssen.

Ardern nutzt die Gunst der Stunde, da sie den Grossteil der Bevölkerung hinter sich hat.

Gewisse Waffen werden nicht nur verboten, sondern auch eingezogen. Wie muss man sich das vorstellen?

In erster Linie geht es um halbautomatische Waffen, um Sturmgewehre. Wie viele es davon in Neuseeland gibt, ist nicht bekannt. Wer solche Gewehre besitzt, muss sie nun zurückgeben, und wird im Gegenzug Geld vom Staat erhalten. Das Rückkaufprogramm dürfte Neuseeland ersten Schätzungen zufolge 100 Millionen Franken kosten. Für Leute mit illegalen Waffen gibt es eine Amnestie. Nebst den Waffen selbst werden auch Zusatzteile wie beispielsweise Hochleistungsmagazine verboten, mit denen Waffen aufgerüstet werden können. Ein solches Magazin hatte auch der Täter in Christchurch benutzt.

Stossen die neuen Gesetze auf politischen Widerstand?

Ardern nutzt die Gunst der Stunde, da sie den Grossteil der Bevölkerung hinter sich hat. Bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass man der Premierministerin Steine in den Weg legen möchte. Bereits 1992 hatte Neuseeland die Waffengesetze verschärft. Neuseeländer können aber heute bereits ab 16 Jahren einen Waffenschein beantragen.

Australien hat das 1996 auch eingeführt. Nach anfänglichem Widerstand sind die Gesetze dort nun völlig normal.

Haben die Waffenbesitzer keine Probleme, die Waffen abzugeben?

Doch, davon bin ich überzeugt. Wie die Schützen in der Schweiz lieben die Neuseeländer ihre Waffen. Solch ein Programm ist jedoch nichts Neues. Australien hat das 1996 auch eingeführt. Nach anfänglichem Widerstand sind die Gesetze dort nun völlig normal. Wer ein Gewehr möchte, muss spezielle Gründe haben und halbautomatische Waffen sind für Private komplett verboten.

Seit dem Attentat in Christchurch hat Jacinda Ardern viel Lob erhalten. Auch jetzt wieder?

Allerdings. Ardern wird auf der ganzen Welt für ihr Handeln gelobt. Ihre Betroffenheit nach der Tat hat viele Menschen beeindruckt. Immer wieder machte sie klar, dass Muslime genau gleich zu Neuseeland gehören wie alle anderen. Morgen Freitag soll der islamische Ruf zum Freitagsgebet live im neuseeländischen Radio übertragen werden. In praktisch jedem anderen westlichen Land wäre so etwas undenkbar.

Das Gespräch führte Daniel Eisner.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von werner zuercher (Werner Zuercher)
    Das geht aber schnell! Als wäre es lange vor dem Anschlag schon geplant worden. Vieles über diesen Terrorakt ist unklar und über den angeblichen Ablauf sehr fragwürdig! Genau wie beim Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Strasbourg oder vor zwei Jahren in Berlin. Ja bis zurück zum 11. 9 2001 in New York! Was wird da wirklich gespielt? Wie lange noch kann, man alles was die offizielle Version anzweifelt, als Verschwörungstheorien unter den Teppich kehren? Irgend wehr sät vorsätzlich Zwietracht.
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  • Kommentar von M. Jaeger (jegerlein)
    Leute wie diese Kriminellen werden immer eine Waffe finden. Mit dem neuen Gesetz können sie sich dann noch darauf verlassen, dass die anderen sich ganz bestimmt nicht wehren können....
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  • Kommentar von Peter Beutler (Plinius)
    Bescheuerter geht es wirklich nicht: Frau Andern als Populistin zu bezeichnen. Unerträglich, dass plötzlich Stimmen laut werden, die Sympathien für den rechten Massenmörder offen eingestehen. Anders über den Massenmörder von Christchurch: Ein Krimineller, ein Terrorist, ein Rechtsextremer ...
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    1. Antwort von Haller Hans (H.Haller)
      Fr J.Ardern geniesst die Sympatien der Medien und sie tut gut daran, sich diese Sympatien nicht zu verscherzen. Es würde ihre Arbeit unnötig erschweren. Was sie da abgeliefert hat, ist just die Show, die von ihr erwartet wurde. Und ja, hier war es ein rechtsextremer Terrorist (scheinbar ohne Vergangenheit), und was war kürzlich in Uetrecht? - Idioten, Terroristen sind global international und folgen irgend einer verblendeten, ideologischen Gesinnung. Also ob es da noch eine Rolle spielen würde.
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    2. Antwort von Marti Müller (marchman)
      Er war nicht nur rechtsextrem auch ein Ökoextremist, eine abstrakte Ideologie.. Sicher nicht wider einfach in eine Schublade zu stecken
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