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Niedrige Wahlbeteiligung an Regionalwahlen in Frankreich
Aus Tagesschau vom 27.06.2021.
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Regionalwahlen in Frankreich Debakel für Parteien von Le Pen und Macron

  • Bei den Regionalwahlen in Frankreich hat die Partei von Marine Le Pen auch in der zweiten Runde einen Rückschlag erlitten.
  • Das rechtspopulistische Rassemblement National (RN) hat laut einer Hochrechnung keine einzige Region gewinnen können.
  • Auch die Partei von Staatschef Emmanuel Macron geht leer aus.
  • Die Beteiligung fiel mit 34 Prozent erneut ausserordentlich tief aus.

In der besonders umkämpften Region Provence-Alpes-Côte-d'Azur im Süden kam der Kandidat Thierry Mariani vom Rassemblement National (RN) nur auf gut 42 Prozent, wie der TV-Sender France 2 berichtete. Der bürgerlich-konservative Bewerber Renaud Muselier erreichte mehr als 57 Prozent.

Die beiden Politiker waren in der Endrunde die einzigen verbliebenen Kandidaten. Die vereinige Linke hatte sich anfangs Woche zurückgezogen, um einen Sieg des Rassemblement National zu verhindern. Auch Macrons Partei hatte Muselier aus demselben Grund von Anfang an unterstützt.

Die Le-Pen-Partei hat es in Frankreich bisher noch nie geschafft, eine Region für sich zu erobern. Marine Le Pen wollte einen Erfolg im Süden als Sprungbrett für die Präsidentenwahl in zehn Monaten nutzen.

Die Politikerin beklagte die historisch niedrige Wahlbeteiligung. Das Resultat warf aber auch die Frage auf, ob ihr Versuch, den RN gemässigter zu positionieren als bis anhin, erfolgversprechend ist. So verzichtet Le Pen schon länger auf die radikale Forderung eines Austritts aus der Eurozone, um der Partei eine breitere Anhängerbasis zu verschaffen.

Enttäuschung für Macron

Der Hochrechnung zufolge musste auch Staatschef Emmanuel Macron eine Schlappe einstecken. Die verbliebenen Kandidaten der Partei des Präsidentenlagers La République en Marche (LREM) landeten auf hinteren Plätzen. Die Partei erreichte noch weniger Wähler als im ersten Wahlgang und fiel unter einen Stimmenanteil von zehn Prozent. Regierungssprecher Gabriel Attal sprach von einer «Enttäuschung».

Die Regionen bleiben den Hochrechnungen zufolge überwiegend in der Hand der bürgerlichen Rechten und der Linken. Bereits die erste Runde am vergangenen Sonntag war für Macron enttäuschend verlaufen.

Als vergleichsweise junge Partei ist LREM kaum in den Regionen verankert. Macron und Le Pen gelten bislang als aussichtsreichste Kandidaten für die Präsidentenwahl im nächsten Jahr.

Wer wird Kandidat der Bürgerlichen?

Bei der bürgerlichen Rechten brachten sich mit deutlichen Mehrheiten im Amt bestätigte Regionalpolitiker für die Präsidentenwahl in Stellung. «Dieses Ergebnis gibt mir die Stärke, auf alle Franzosen zuzugehen», sagte Xavier Bertrand aus der nördlichen Region Hauts-de-France. Als mögliche Anwärter gelten auch Valérie Pécresse aus der Hauptstadtregion Paris und Laurent Wauquiez aus Auvergne-Rhône-Alpes.

SRF 4 News, 27.06.2021, 21:00 Uhr;

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7 Kommentare

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  • Kommentar von willi mosimann  (willi mosimann)
    Die Rechtsnationalisten verlieren immer mehr an Boden, nicht nur in Frankreich auch in Deutschland und hoffentlich auch bald in der Schweiz. Die Politik der Abschottung, des Populismus und der Menschenverachtung ist nicht zukunftsfähig
  • Kommentar von Werner Gerber  (1Berliner)
    Es besteht vielleicht die berechtigte Hoffnung, dass die Rechtspopulisten ihren Zenit überschritten haben. Nun noch den Orban absägen und man könnte in Europa daran gehen, die großen Probleme, allen voran den Klimaschutz gemeinsam anzugehen.
    1. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Da kann ich Werner Gerber nur zustimmen. Es ist sehr zu hoffen, dass die asozialen und unökologischen Rechtspopulisten ihren Zenit überschritten haben und dass vor allem die BürgerInnen sich von diesen Unwahrheiten erzählenden Rechtsnationalisten abwenden: Antistaatlich, die Reichen protegierend und die Armen vernachlässigend und komplett unökologisch. Nicht wählbar. Ihnen nicht mehr Gehör schenken!
    2. Antwort von Nico Stäger  (Nico Stäger)
      Grundsätzlich einverstanden, aber was ist mit den Linkspopulisten, in der Schweiz; die SP und Grünen. Sich immer nur den supranationalen Konstrukten unterzuwerfen, den Kapitalismus überwinden wollen und die marktwirtschaftlichen Funktionen und internationalen Dynamiken ignorieren sind definitiv auch keine Lösung.
    3. Antwort von Charles Grossrieder  (View)
      Da haben Sie recht Herr Stäger, nur mit reden das Blau vom Himmel holen, ended auch in einer Verdunkelung.
      Man muss die Zusammenhänge verstehen um das Mittelfeld vernünftig kontrollieren zu können, ohne selbst dem Radikalismus zu verfallen.
    4. Antwort von Werner Gerber  (1Berliner)
      Linkspopulismus? Total unsinnige Konstruktion : 1. SP und Grüne kann man nicht in einen Topf werfen, 2. die Grünen machen sich für unpopuläre (sic!) Maßnahmen stark, was ihnen gerne den Vorwurf des Elitären einbringt. Nein, die Grünen sind die Neue Mitte, die Balance Mensch-Umwelt, Ausgleich arm-reich und das natürlich supranational, denn nur so sind Lösungen möglich. Aber Nationalismus ist nun mal der Kern jedes Populismus.
    5. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      @Stäger: Die Dominanz supranationaler Strukturen, nämlich von demokratisch nicht legitimierten Konzernen wie Google, ist schon Tatsache. Zum Glück haben demokratisch legitimierte Organisationen wie die EU mit der Regulierung begonnen. Sehen Sie einen anderen Weg als übernationale Zusammenarbeit, um zu verhindern, was auf dem freien Markt immer passiert, nämlich Monopolbildung und Unfreiheit für die meisten? Unregulierte Märkte führen zum Gegenteil von Freiheit.