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Marine Le Pen hofft auf Sieg bei Regionalwahlen in Frankreich
Aus Tagesschau vom 20.06.2021.
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Regionalwahlen in Frankreich Parteien von Macron und Le Pen verlieren die erste Runde

  • Marine Le Pen und Emmanuel Macron, die im Rennen um den Élyséepalast 2022 als Favoriten gelten, sind als Verlierer aus der ersten Runde der Regionalwahlen hervorgegangen.
  • Laut einer Prognose des Instituts Ipsos kam die rechte Partei Rassemblement National (RN) von Marine Le Pen landesweit auf 19.3 Prozent der Stimmen.
  • An der Spitze liegen gemäss Prognosen die konservativen Republikaner (Les Républicains) mit 28.4 Prozent.
  • Die Partei La République en Marche (LREM) von Präsident Emmanuel Macron landete mit 10.6 Prozent hinter den Grünen und den Sozialisten (PS).

Das RN, der ehemalige Front National von Marine Le Pen, hat in der ersten Runde der Regionalwahlen deutliche Einbussen in der Wählergunst erlitten. Das RN landete gemäss Hochrechnungen von Ipsos mit etwa 19.3 Prozent der Stimmen auf Platz zwei.

Bei den Regionalwahlen im Dezember 2015 war Le Pens RN in der ersten Runde noch als Sieger hervorgegangen – mit 27.7 Prozent der Stimmen. Dieses Jahr hat die Partei aber die Chance, im Gebiet Provence-Alpes-Côte-d'Azur (PACA) erstmals die Mehrheit zu stellen.

Macrons Partei abgeschlagen auf Platz fünf

Stärkste Kraft wird gemäss Hochrechnungen das bürgerlich-konservative Lager der Republikaner mit 27.2 Prozent der Stimmen.

Die traditionelle Volkspartei der Sozialisten (PS) und ihrer linken Partner schafften es gemäss Hochrechnungen auf rund 16.5 Prozent der Stimmen. Sie stellen derzeit zusammen mit der bürgerlichen Rechten in den meisten Regionen den Regionalpräsidenten oder die Regionalpräsidentin.

Das grüne Lager holte etwa 13.2 Prozent und liegt damit noch vor der Partei von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron (LREM). Zusammen mit im Land teils besser verankerten liberalen Verbündeten kam die LREM auf etwa 11 Prozent und landete damit abgeschlagen auf Platz fünf.

«Historisch hohe Wahlabstinenz»

Bei den Regionalwahlen zeichnet sich eine enorm niedrige Wahlbeteiligung und damit ein mögliches Rekordtief ab. Schätzungen nach gaben 31 bis 34 Prozent der knapp 46 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab.

Die bisher niedrigste Wahlbeteiligung in einer ersten Runde der Regionalwahlen hatte es mit 46.3 Prozent im Jahr 2010 gegeben. Eine aktuelle Umfrage geht davon aus, dass mehr als zwei Drittel der Bevölkerung den Wahlurnen fern geblieben sind.

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Alexandra Gubser: «Eine historisch hohe Wahlabstinenz»
Aus Tagesschau vom 20.06.2021.
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Kritik an Wahlorganisation

Als letzte landesweite Entscheidung vor den Präsidentenwahlen im kommenden April und Mai gelten die Regional- und Départements-Wahlen auch als Stimmungstest.

Der Chef der Republikaner, Christian Jacob, griff auf dem TV-Sender TF 1 die Regierung wegen der Organisation der Wahlen an. «Ein solches Durcheinander hat es noch nie gegeben.»

Laut Medienberichten blieben etwa in Marseille am Morgen einige Wahllokale geschlossen. Es soll Probleme mit Wahlhelfern gegeben haben. Im Norden des Landes sollen in einem Wahlbüro Stimmzettel gefehlt haben.

Mit den Wahlen sollen unter anderem die Regionalräte neu besetzt werden. Frankreichs Regionen haben etwa in den Bereichen öffentlicher Verkehr, Bildung und Wirtschaftsförderung wichtige Kompetenzen, aber auch im sozialen und kulturellen Sektor. Die zweite Wahlrunde findet am 27. Juni statt.

SRF 4 News, 20.06.2021, 10:00 Uhr;

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15 Kommentare

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  • Kommentar von beat zehnder  (beat zehnder)
    Nach der Regionalwahl in Madrid,die zweite Ohrfeige von Stimmbürgern gegenüber einer Regierungspartei,die ihr Volk jetzt praktisch über ein halbes Jahr wegen Corona zu Hause einschloss, mittels nächtlicher Ausgangssperre.
  • Kommentar von Hanspeter Flueckiger  (Hpf)
    Hoffen wir das Beste, auf Frau Le Pen
    1. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Flueckiger: Rechtsnationalimus ist ein Auslaufmodell, menschlich gesehen kaum mehr berechtigt, wenn man berücksichtigt, was in den Jahrzehnten und Jahrhunderten unter nationalistischen Macht-Flaggen vor 1945 Schreckliches geschehen ist. Der Mensch hat eben auch schwache Seiten; deswegen ist Rechtsnationalimus eine erneutes grosses Risiko.
    2. Antwort von Werner Gerber  (1Berliner)
      Keine Argumente. Nix, nur leere Provokationen. Bin ich froh, dass ich im realen Leben mit solchen Menschen nichts zu tun habe.
    3. Antwort von Vale Nipo  (VNxpo)
      Nur weil jemand charismatisch erscheint wie z.B. Herr Tr**p, bedeutet dies nicht, dass diese Person einen Mehrwert für die Gesellschaft bringt. Es gibt 4 Arten der Macht: Legitimierte Macht, Sanktionsmacht (Belohnung oder Bestrafung), Expertenmacht (Wissen), charismatische Macht (Persönlichkeitseigenschaft oder Attitude). Gut gibt es die Soziologie :)
    4. Antwort von Susanne Saam  (Biennoise)
      @Hanspeter Flückiger
      Nationalismus fördert Neid, Missgunst und Egoismus. Das untergräbt eine Demokratie.
    5. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Flückiger: das wir brauchen ist die soziale Marktwirtschaft und keinen Rechtspopulismus.
    6. Antwort von Werner Gerber  (1Berliner)
      Herr Rechsteiner, Sozialismus -Kommunismus in einen Topf zu werfen ist fahrlässig, demagogisch. Es ist wahr es gibt Kommunisten (in FR nah zum Stalinismus) mit denen genau sowenig anzufangen ist, wie mit Rechtsaußen (in D AfD). Nicht umsonst gibt es genau zwischen diesen Milieus Wählerwanderungen. Eine asoziale Politik gegen Ausgleich, Gerechtigkeit und Umwelt wird aber zum Ende der Demokratie führen. Das nennt man dann Notwehr. Hoffen wir (auch die Wirtschaft) auf die Vernunft der Menschen.
    7. Antwort von Alexander Markert  (garantiert-trollfrei)
      Genau, das politische Ungeschick von Frau LePen ist der Garant dafür, dass von ihrem Rassemblement keine wirkliche Gefahr ausgeht.
    8. Antwort von Haruni Bekim  (Bekim)
      Herr Flückiger. Ich verstehe nicht, dass man Le Pen als die Beste finden kann. Aber ich bin zwingend der Meinung dass Sie dies sagen sollen dürfen. Und finde die teils harschen Angriffe auf eine simple Meinungsäusserungen hier beängstigend.
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Die Rechtsaussenseite ist nicht lösungsorientiert. Sie schützt eher die Reichen, die sonst schon zu viel - und erst noch zumindest teilweise unverdient - viel zu viel materielle Güter haben. Kein Wunder, dass es soziale Unruhen gibt! Dann kaum richtig Oeko; chauvinistischer Rückzug auf die Grand Nation. Die grossen Probleme der Zeit müssen wir europaweit anpacken: Migration, Linderung des sozialen Gefälles, Umwelt- und Klimaschutz; Menschenrechte einhalten.
    1. Antwort von Susanne Saam  (Biennoise)
      @Rechsteiner
      Russland - eine linke Regierung?
      Abgesehen davon sind Kuba und China staatskapitalistisch organisiert, das hat mit "links" gar nichts zu tun.