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Kreml-Kritiker Nawalny in Berlin
Aus Tagesschau vom 22.08.2020.
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Russischer Zeitungsbericht Nawalny soll von Behörden genau überwacht worden sein

  • Der Kremlkritiker Alexej Nawalny soll vor seiner möglichen Vergiftung von den Behörden genau beobachtet worden sein.
  • Das berichtet die Moskauer Boulevardzeitung «Moskowski Komsomolez».
  • Nawalny liegt seit Donnerstag im Koma und wird seit Samstag im Berliner Universitätsspital Charité behandelt.

«Das Ausmass der Überwachung überrascht mich überhaupt nicht, wir waren uns dessen bereits bewusst», schrieb seine Sprecherin Kira Jarmysch auf Twitter. «Aber es ist erstaunlich, dass sie nicht gezögert haben, allen davon zu erzählen.» In dem Artikel der «Moskowski Komsomolez» werden detailgenau alle Bewegungen des Oppositionellen bei seiner Reise durch Sibirien beschrieben.

Nawalny liegt im Koma und wird künstlich beatmet. Sein Team geht davon aus, dass er während der Reise durch Sibirien Opfer eines Giftangriffs wurde. In dem Artikel beruft sich die Zeitung auf nicht näher genannte Sicherheitskreise. Darin wird beschrieben, wo sich Nawalny zu jedem Zeitpunkt aufhielt, mit wem er sprach und wo er übernachtete.

Nawalny-Mitarbeiter verschieben Informationsanlass

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Die Mitarbeiter des prominenten Kremlkritikers Alexej Nawalny haben ihre für Sonntag angekündigte Auskunft über die mögliche Vergiftung des Oppositionellen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. «Wir werden das aber definitiv später machen», schrieb Leonid Wolkow am Sonntagnachmittag auf Twitter. Genaue Gründe für die Verschiebung nannte er nicht. Wolkow arbeitet für Nawalnys sogenannten Fonds zur Bekämpfung zur Korruption und ist einer seiner engsten Vertrauten. Er hatte am Sonntag auch dessen Frau Julia in die Berliner Universitätsklinik Charité begleitet.

Zuvor hatten er und Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch angekündigt, in ihrem Internetkanal über die mögliche Vergiftung des Kremlkritikers sprechen zu wollen.

Das Team soll mehrere Hotelzimmer angemietet haben, Nawalny sei aber in eine «konspirative» Wohnung gebracht worden. Jemand aus seinem Team soll Sushi bestellt haben. Dabei sollen die Behörden ihn die ganze Zeit beschattet haben, heisst es in dem Beitrag weiter.

Wenn es überhaupt eine Vergiftung gegeben haben soll, könne das wahrscheinlich nur am Flughafen oder im Flugzeug passiert sein, hiess es als Schlussfolgerung. «Alle Bewegungen und Kontakte in der Stadt wurden akribisch untersucht.»

Mit dem Flugzeug nach Berlin

Nawalny ist einer der schärfsten Kritiker von Kremlchef Wladimir Putin. Er selbst betonte mehrmals, dass die Behörden sein Team in der Arbeit behinderten. Immer wieder gab es Razzien in seinen Büros. Der 44-Jährige wurde auch oft festgenommen und zu Haftstrafen verurteilt.

Am Samstag wurde Nawalny mit einem Spezialflug nach Berlin gebracht. Der Flug war eine private Aktion der Initiative Cinema for Peace um den Filmproduzenten Jaka Bizilj. Für die Kosten kam der russische Unternehmer und Mäzen Boris Simin auf, wie Nawalnys Vertrauter und Mitarbeiter Leonid Wolkow auf Facebook schrieb. Er bedankte sich auch bei der Bundesregierung und bei Kanzlerin Angela Merkel, die eine Behandlung in einem deutschen Spital angeboten hatte.

SRF 4 News, 22.8.2020, 22:30 Uhr;

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55 Kommentare

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  • Kommentar von Sebastian Demlgruber  (SeDem)
    Sie ist und bleibt ein PR-GAU für das Putin-Regime, diese Kombination der Unterstützung für den Diktator in Belarus und nun der Anschlag auf Nawalny unter der engmaschigen Aufsicht der russischen Behörden. Und beide Themen haben das Potenzial für tagelange, wochenlange schlechte Presse für Putin & Co. Die Natur dieses illegitimen Regimes wird so wieder vor aller Welt ausgestellt, da helfen auch keine dieser neurotischen Ablenkungsversuche.
    1. Antwort von David Neuhaus  (Um Neutralität bemüht)
      Hoffentlich auch Demlgruber, dafür sind PR-Agenturen ja auch da! In Anbetracht der riesigen Summen die zur Verfügung stehen, gemäss TA waren es bereits 2009 4,7 Milliarden US-Dollar, darf man doch wohl ein professionelles Ergebnis erwarten denken sie nicht? Bedauerlich für Sie ist nur das sich der grösste Teil der Welt kaum dafür interessiert, es sogar völlig anders sieht als Sie.
    2. Antwort von Misra Namana  (Misra Namana)
      Sie finden bestimmt auch, dass Putin ein Intelligenter Taktiker ist. Er Regiert Weltpolitisch auf dem Schachbrett. Denken sie wirklich, dass Putin das von ihnen Beschriebene so dumm anordnen würde? Wieso soll er wo schon alle Welt ihm gerade auf die Finger schaut noch Benzin ins Feuer giessen und zu einem völlig unbedeutenden Zeitpunkt (ausser dem maximalen schlechtesten für Russland) einen Anschlag auf das westliche Vorhängeschild Nawalny verüben? Ein Masochist also?
    3. Antwort von David Neuhaus  (Um Neutralität bemüht)
      Misra Namana, grundsätzlich bin ich ja ganz bei Ihnen. Aber ich denke wir sollten entlich aufhören uns überheblich alls die ganze/alle Welt zu sehen indem wir die Grössenverhältnisse ausser acht lassen, den grössten Teil der Weltbevölkerung einfach ignorieren.
    4. Antwort von Alexander Weljaminoff  (AndererMeinung)
      Putin geht es am Hintern vorbei, was der Westen über ihn denkt oder nicht. Die offizielle Position Russlands wird über Sergej Lavrov vermittelt und die hat es in sich, gerade was Bielorus betrifft. Aber das betreffende Video muss man selbst suchen. (das wichtige ist vom 19.08.) Scheint bei uns niemand zu interessieren.
  • Kommentar von Frank Henchler  (Die Wahrheit ist oft unbequem)
    Da sich die Schweiz ja gut mit Rechtsnationalisten auskennt, müsste Nawalny eigentlich Sympathiepunkte bekommen. Das Gegenteil scheint der Fall, sogar vom ausgewiesenen SVP Wählerklientel. :X
    1. Antwort von Alexander Weljaminoff  (AndererMeinung)
      Das ist eine Verleumdung der RT Deutsch Fraktion im deutschsprachigen Wikipediaartikel. Die politische Position Navalnys ist wie alles in Russland, nicht so simpel. Aber dass er hier diffamiert wird, wundert mich nicht. Um Navalny zu verstehen, müsste man mindestens 1 Woche mit 12 Std am Tag aufbringen, und dazu ist mir die Zeit zu schade. Und vieles ist wohl gelogen, und zwar von allen Seiten. Hoffentlich überlebt er die Attacke, was immer es war, und von wem es war, ohne neurologische Schäden.
  • Kommentar von Ueli Schlatter  (TELL.CH)
    Wo ist das Problem, wenn der CIA Mann Nawalny in Russland überwacht wird? Die AFD in Deutschland wird auch vom Staat überwacht und Julian Asssnge wurde in England im Gefängnis kalt gestellt weil er den Regierenden nicht passt! Der Westen sollte mal besser in den Spiegel schauen, aber mit dem Finger auf andere zeigen ist halt einfacher!
    1. Antwort von Sebastian Demlgruber  (SeDem)
      Nawalny ein CIA-Mann? Sagt wer? Russia Today? Lawrow? „Das Internet“? Die Verzweiflung ist verständlich, aber inzwischen ist es nur noch peinlich.
    2. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Tell.ch. Wow, jetzt ist er schon ein CIA Mann. Es wird immer verrückter. Die AfD wird nicht überwacht, sondern der Flügel. Realitätsfremder Kommentar.
    3. Antwort von Christa Wüstner  (Saleve2)
      Jetzt wird es spannend, nun ist Nawalny auch noch ein CIA Mitglied.
      Hört doch auf mit der beispiellosen Hetze und wartet ab, hier muss
      Einiges aufgearbeitet werden. Und wenn schon, dann aber bitte mit Quellen für die Verdächtigung.
    4. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      Recherchiert man die vielen Umstürze von nicht genehmen Despoten/Regierungen, hatten immer Geheimdienste ihre Finger im Spiel, haben die Vorarbeit geleistet. Und von wessen Seite gibt es die meisten Umstürze?
      So ganz von der Hand weisen, kann man es also nicht, oder?