Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio US-Börsen schliessen tiefrot abspielen. Laufzeit 01:02 Minuten.
01:02 min, aus Nachrichten vom 25.12.2018.
Inhalt

Rutschpartie an Wall Street Börsen-Absturz alarmiert Trump

  • Die Wall Street rauschte am Montag auch im verkürzten Geschäft vor dem Weihnachtsfest in die Tiefe. Sie steuert damit auf den schwärzesten Dezember seit 1931 in Zeiten der damaligen Weltwirtschaftskrise zu.
  • US-Präsident Trump teilte via Twitter gegen die nationale Notenbank aus, die ihn an einen schlechten Golfspieler erinnere.
  • Ein als Beruhigungsaktion für die Börsen gedachtes Treffen des US-Finanzministers sorgte an der Wall Street für weitere Unruhe.

Trotz Beschwichtigungsversuchen aus Washington hat der US-Aktienmarkt auch im verkürzten Handel am Montag seine jüngste Talfahrt ungebremst fortgesetzt.

Satte US-Börsenverluste am Montag

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Der Dow Jones Industrial sackte gestern unter 22'000 Punkte ab und verlor zum Schluss des verkürzten Handelstages 2,91 Prozent auf 21 792,60 Zähler. Marktteilnehmer berichteten über ein für Heiligabend ungewöhnlich schwankungs- und volumenreiches Geschäft. Frische Wirtschaftsdaten standen an Heiligabend nicht zur Veröffentlichung an. Der marktbreite S&P 500 sank um 2,71 Prozent auf 2351,10 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 fiel um 2,43 Prozent auf 5899,36 Zähler.

Präsident Donald Trump hat den Schuldigen für die anhaltende Krise an den US-Börsen längst ausgemacht: die nationale Notenbank Federal Reserve (Fed). Deren Zinserhöhungskurs macht er für konjunkturellen Gegenwind verantwortlich.

Trump greift Notenbank an

«Das einzige Problem, das unsere Wirtschaft hat, ist die Fed», schrieb Trump am Montag auf Twitter. Die Währungshüter hätten kein Gespür für den Markt.

Notenbank im Fadenkreuz

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Der US-Präsident fürchtet, dass die Notenbank Fed mit ihrem Zinserhöhungskurs den Aufschwung der US-Wirtschaft abwürgen könnte und positive Effekte der Steuersenkungen konterkarieren könnte. Trump hatte deshalb die Währungshüter und den von ihm selbst nominierten Fed-Chef Powell in den vergangenen Monaten immer wieder unter Feuer genommen. Bei dem für einen US-Präsidenten unüblichen Verhalten gegenüber der Notenbank bezeichnete er die Fed auch als verrückt, lächerlich und töricht.

Angesichts der boomenden Wirtschaft und eines brummenden Arbeitsmarktes hatte die US-Notenbank in diesem Jahr die Zinsen vier mal erhöht, um die Inflation in Schach zu halten - zuletzt am Mittwoch auf eine Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent. Damit will sie ihr Mandat erfüllen, Vollbeschäftigung und stabile Preise zu befördern. Ob und wie viele Zinsanhebungen es 2019 noch geben wird, ist, angesichts einer befürchteten Konjunkturabkühlung, noch offen.

Hinzu kommt, dass der Präsident Medienberichten zufolge im privaten Kreis sogar die Möglichkeit einer Entlassung von Fed-Chef Jerome Powell diskutiert habe. Finanzminister Mnuchin dementierte dies zwar. Doch Spekulationen, dass Trump in die Arbeit der eigentlich unabhängigen Notenbank eingreifen könnte, schürten die Verunsicherung an den Börsen. Unter Experten ist umstritten, ob der Präsident Powell überhaupt feuern kann.

Finanzminister Steven Mnuchin beriet unterdessen mit einem Krisengremium aus Vertretern von Finanzaufsehern, das sonst nur in Fällen grosser Börsenturbulenzen zusammenkommt, über den Ausverkauf an den Aktienmärkten.

Legende: Video Kursabrutsch an der Wall Street abspielen. Laufzeit 00:16 Minuten.
Aus News-Clip vom 25.12.2018.

Am Sonntag hatte Mnuchin bereits mit Banken über die Lage beraten. Die Geldhäuser versicherten dabei, dass sie über ausreichend Liquidität zur Kreditvergabe verfügten. Die Börsen beruhigen konnte Mnuchin mit seinem Vorgehen nicht.

Folgen des Budgetstreits

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Die Unruhe an den Börsen und im politischen Washington wurde offenbar auch durch die Eskalation im Budgetstreit zwischen Trump und den oppositionellen Demokraten geschürt. Weil die Opposition im Senat nicht die von Trump geforderten Gelder für eine Grenzmauer zu Mexiko bereitstellen wollten, kam es zu einer Haushaltssperre, die zahlreiche Ministerien und Behörden weiter lahmlegt. Eine kurzfristige Einigung ist nicht in Sicht.

Der teilweise Stillstand der US-Regierungsgeschäfte belastet die Börsenstimmung ebenfalls. Der Streit zwischen Trump und den Demokraten könnte sich nach Einschätzung des Weissen Hauses über Weihnachten bis ins neue Jahr hinziehen. Der Markt fürchtet, dass sich dies negativ auf die ohnehin schon eingetrübten Konjunkturerwartungen auswirke, hiess es von Experten.

Im Gegenteil: Der Leitindex Dow-Jones-Index verlor am gestrigen Handelstag 2,9 Prozent. Die Wall Street rauschte damit auch im verkürzten Geschäft vor dem Weihnachtsfest in die Tiefe. Sie steuert damit auf den schwärzesten Dezember seit 1931 in Zeiten der damaligen Weltwirtschaftskrise zu.

Finanzminister verunsichert

Mnuchins Reaktion auf die Börsentalfahrt, Bankenbosse anzurufen und die Arbeitsgruppe des Präsidenten zu den Finanzmärkten - das «Plunge Protection Team» einzuberufen - sorgte für Verunsicherung und wurde in Wall-Street-Kreisen als Überreaktion angesehen. Mnuchin habe bislang immer als der besonnene und verlässliche Mann im Hintergrund im Kabinett gegolten.

Die neue Fed-Kritik aus dem Weissen Haus befeuerte die Turbulenzen an den US-Aktienmärkten zusätzlich. «Die Fed ist wie ein mächtiger Golfer, der nicht einlochen kann, weil er kein Gefühl hat - er kann nicht putten», twitterte Trump.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

49 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Urs Sahli (sahliu)
    Typisch Trump...vergleicht Börse mit Golf. Scheinbar das einzige wo er event. ein wenig versteht. Und dann noch dem Fed. dreinreden, wo er doch keine Ahnung hat. Mensch Trump, Sie geben mir wirklich zu denken. Amtet als Präsi eines Staates, wie wenn er sein eigenes Geschäft führen würde. Sowohl in der Staatsführung als auch im Umgang mit den Mitarbeitern. Wo führt das noch hin. Uneinsichtiger gehts nimmer. Good by America!!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Henri Jendly (Henri Jendly)
    Klar ist Trump auf die FED nicht gut zu sprechen: durch steigende Zinsen werden seine auf Kredit basierenden Geschäfte auch teurer und sein Verlust resp. seine Schulden noch grösser! Ihm ist wahrscheinlich eine Inflation lieber, die trifft primär die Konsumenten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Markus Matzinger (Mysenf)
    Jedes Volk verdient sein Präsident. Schliesslich wurde Trump demokratisch gewählt. Man muss nicht Trump hinterfragen, sondern das System, welches Trump so mächtig macht. Und das System hat Trump auch nicht alleine aufgebaut.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen