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Serie von Winterstürmen Alarm in Portugal und Spanien wegen Sturmtief «Marta»

  • In Portugal und im Süden von Spanien haben die Behörden die zweithöchste Unwetterwarnstufe ausgelöst. Der Grund ist ein neues Sturmtief mit starkem Regen, Orkanböen und hohen Wellen an den Küsten.
  • Ein freiwilliger Feuerwehrmann kam in Portugal bei einem Einsatz ums Leben. Es handelt sich um das erste bekannte Opfer des Sturmtiefs «Marta».
  • Portugal und Teile Spaniens sind in den letzten Wochen von ungewöhnlich vielen Unwettern heimgesucht worden. Dabei kamen bereits mehrere Menschen ums Leben.

Das Atlantiktief «Marta» traf am Samstagmorgen auf Portugal und machte sich anschliessend auch in Spanien – vor allem in Andalusien und Extremadura – bemerkbar.

Feuerwehrmann stirbt in Portugal

In Portugal kam ein Feuerwehrmann «bei einem Patrouillen-, Erkundungs- und Überwachungsauftrag» in der Nähe eines Flusses in der Gemeinde Campo Maior im Bezirk Portalegre ums Leben, wie die nationale Zivilschutzbehörde mitteilte.

Laut lokalen Medienberichten soll der 46-jährige Feuerwehrmann beim Versuch, ein überschwemmtes Gebiet zu durchqueren, ertrunken sein. Es handelt sich um das erste bekannte Opfer des Tiefdruckgebiets «Marta».

Erst am Mittwoch und Donnerstag waren Portugal und Spanien vom Sturm «Leonardo» heimgesucht worden. In Spanien kam dabei eine Frau in einem Fluss in der Region Málaga ums Leben, wie der staatliche TV-Sender RTVE berichtete.

In Portugal gab es seit vergangener Woche insgesamt 13 Tote durch eine ganze Reihe von Stürmen. In beiden Ländern wurde das Militär zur Unterstützung der zivilen Katastrophenschutzkräfte hinzugezogen.

Personen ziehen ein Schlauchboot durch eine überflutete Strasse.
Legende: Hochwasser in Alcácer do Sal, im Süden Portugals (6.2.2026) Keystone/AP Photo/Ana Brigida

Die neuen heftigen Regenfälle dürften die Lage in beiden Ländern weiter verschärfen, wo wegen ungewöhnlich vieler Unwetter der vergangenen Wochen schon weite Landstriche unter Wasser stehen, Stauseen am Limit sind und Flüsse über die Ufer treten. Die Böden sind bereits gesättigt und können kein weiteres Wasser mehr aufnehmen.

Spanische Kleinstadt wegen Einsturzgefahr geräumt

In Spanien wurden insgesamt etwa 11'000 Menschen evakuiert, in Portugal den Berichten zufolge rund 1000 Bewohner niedrig gelegener Regionen.

In dem Gebirgsort Grazalema in Andalusien kam es durch unterirdische Wassermassen zu Erschütterungen, die Medien als seltenes «Hidroseísmo»-Phänomen beschreiben. Die gesamte Kleinstadt wurde wegen Einsturzgefahr geräumt.

Schäden in Milliardenhöhe in Portugal

Die Schäden vor allem in Portugal durch den Extremsturm «Kristin» in der vergangenen Woche gehen offiziellen Angaben zufolge schon in die Milliarden.

Die Überschwemmungen und Orkanwinde zerstörten Häuser, Strassen und Schienen wurden durch Erdrutsche unpassierbar und in der Landwirtschaft gab es enorme Schäden, wie der staatliche TV-Sender RTP berichtete.

Seltene Grosswetterlage über dem Atlantik

Meteorologen erklären die ungewöhnliche Serie an Winterstürmen in dieser sonst eher für Trockenheit bekannten Region mit einer seltenen Wetterlage über dem Atlantik.

Ein Hochdruckgebiet über Grönland und Island habe sich weiter als sonst nach Süden ausgebreitet. Dadurch befinde sich auch ein normalerweise bei den Azoren liegendes Hoch zurzeit weiter südlich, wodurch Atlantiktiefs, die sonst eher Grossbritannien und Deutschland träfen, nun weiter südlich durchzögen.

SRF 4 News, 7.2.2026, 16 Uhr ; 

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