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Serie von Winterstürmen Evakuierungen nach Hochwasser in Portugal, Spanien und Marokko

  • In Portugal, Spanien und Marokko ist die Lage in den Hochwassergebieten trotz einer Regenpause weiter sehr schwierig.
  • Ganze Landstriche stehen in Portugal und Südspanien nach einer ungewöhnlichen Serie heftiger Winterstürme unter Wasser.
  • Tausende Evakuierte waren in Notunterkünften untergebracht und das Risiko von Erdrutschen blieb hoch, wie die staatlichen TV-Sender beider Länder berichteten.
  • In Marokko wurden 154'000 Menschen evakuiert.

Für die kommende Woche wurden weitere Regenfälle vorhergesagt. Angesichts gesättigter Böden, voller Stauseen und Hochwasser führender Flüsse könnte dies neue Überschwemmungen auslösen.

Überschwemmtes Gebiet mit Auto.
Legende: Ganze Gebiete wurden in Portugal überschwemmt (hier in der Gemeinde Valada). REUTERS/Pedro Nunes

Mehr als 154'000 Evakuierte in Marokko

Dramatisch war die Situation auch im benachbarten nordafrikanischen Marokko. Betroffen war vor allem der Norden, etwa der Ort Ksar-el-Kebir nordöstlich der Hauptstadt Rabat. Dort wurde ein Grossteil der Anwohner wegen steigender Wasserpegel in Sicherheit gebracht. In den betroffenen Regionen wurden mehr als 154'000 Menschen evakuiert, wie das Innenministerium der staatlichen Nachrichtenagentur MAP zufolge mitteilte.

Erst Mitte Dezember waren nach schweren Regenfällen und Überschwemmungen in Marokko 37 Menschen ums Leben gekommen.

Die gesamte Region war am Samstag von dem Sturmtief «Marta» getroffen worden. Es war bereits das siebte Sturmtief seit Jahresbeginn und hatte mit Starkregen, Orkanböen und hohen Wellen an den Küsten Portugal, Andalusien im Süden Spaniens und Marokko heimgesucht.

Erst am Mittwoch und Donnerstag war der Sturm «Leonardo» über die drei Länder hinweggefegt. In Spanien kam dabei eine Frau in einem Fluss in der Region Málaga ums Leben. In Portugal gab es seit vergangener Woche insgesamt 14 Tote durch eine ganze Reihe von Stürmen und Hunderte Verletzte bei Aufräumarbeiten.

Kleinstadt wegen Einsturzgefahr geräumt

In dem Gebirgsort Grazalema in Andalusien und weiteren Regionen wurden sogar Erschütterungen wie bei einem Erdbeben durch Wassermassen registriert, die im Untergrund aus höheren Lagen unter die Stadt flossen. Die gesamte Kleinstadt musste wegen Einsturzgefahr geräumt werden. In Medien war von einem seltenen Phänomen eines «Hidroseísmo» die Rede, was sich als Wasserbeben übersetzen liesse.

Schäden in Milliardenhöhe

In Portugal und Spanien wurde das Militär zur Unterstützung der zivilen Katastrophenschutzkräfte hinzugezogen. Insgesamt wurden die Schäden an der Infrastruktur und der Landwirtschaft in beiden Ländern zusammen auf mehr als sieben Milliarden Euro geschätzt.

Personen ziehen ein Schlauchboot durch eine überflutete Strasse.
Legende: Hochwasser in Alcácer do Sal, im Süden Portugals (6.2.2026) Keystone/AP Photo/Ana Brigida

Auch in Marokko wurden grosse Verluste in der Landwirtschaft befürchtet. Im kommenden Sommer dürfte es trotz grosser Hitze und Trockenheit wegen der vollen Stauseen jedoch nicht zu dem sonst üblichen Wassermangel kommen.

Seltene Grosswetterlage über dem Atlantik

Meteorologen erklären die ungewöhnliche Serie an Winterstürmen in dieser sonst eher für Trockenheit bekannten Region mit einer seltenen Wetterlage über dem Atlantik.

Ein Hochdruckgebiet über Grönland und Island habe sich weiter als sonst nach Süden ausgebreitet. Dadurch befinde sich auch ein normalerweise bei den Azoren liegendes Hoch zurzeit weiter südlich, wodurch Atlantiktiefs nun weiter südlich durchzögen. Diese würden sonst eher Grossbritannien und Deutschland treffen.

SRF 4 News, 7.2.2026, 16 Uhr ; 

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