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Deutschland geht über Ostern in einen scharfen Shutdown
Aus HeuteMorgen vom 23.03.2021.
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Shutdown über Ostern Deutsche Regierung greift zum einfachsten Mittel: Dichtmachen

Es war der längste und schwierigste Corona-Gipfel bisher. Und am Ende steht der erste echte Shutdown in dieser Pandemie. Deutschland wird über Ostern stillstehen, konsequent. Vom 1. bis 5. April werden alle Geschäfte und Produktionsstätten geschlossen, Schulen sowieso, Ostergottesdienste sollen «wenn möglich» virtuell stattfinden und private Feiern werden auf ein Minimum beschränkt.

Krisenmanagement zunehmend unter Beschuss

Die Kanzlerin hat sich durchgesetzt, zumindest in der Tendenz. Sie stand erheblich unter Zugzwang, denn ein Grossteil der Bevölkerung trägt die bisherigen Massnahmen zwar mit, ist aber mit dem Corona-Management der Regierung zunehmend unzufrieden. Und die CDU befindet sich in Umfragen im freien Fall.

Das ewige Hin und Her hat die Deutschen mürbe gemacht. Die Aussicht auf Lockerungen, die dann doch nicht kamen, wirkten wie ein Hohn. Die Politik fand keine passende Ansprache, von «Infantilisierung» war die Rede. Immer schwang der implizite Vorwurf mit, mangelnde Eigenverantwortung jedes Einzelnen sei schuld an den steigenden Zahlen.

Shutdown, bis die Impfung kommt?

Die Mächtigen leben in einer Wirklichkeit, in der es reicht, eine A4-Seite in die Kameras zu halten und zu glauben, das Bild eines komplizierten «Stufenplanes» in der Tagesschau werde alle überzeugen. Doch die Regeln waren unverständlich und regional extrem unterschiedlich, eine klare Handlungsanweisung gab es nicht.

Der konsequente Shutdown lässt die Träume der No-Covid-Überzeugten nun für einige Tage wahr werden, also jener, die schon lange auf harte Massnahmen drängen, um die Infektionszahlen endlich herunterzubekommen und den Jojo-Effekt zu vermeiden. Vielleicht wird danach nochmal verlängert, bis es ab Mitte April endlich vorangehen soll mit den Impfungen.

Das einfachste Mittel: Dichtmachen

Doch das harte Durchgreifen vermag nicht darüber hinwegtäuschen, dass Alternativen im Moment noch immer fehlen. Schulen wurden geöffnet, ohne flächendeckend Tests und technische Lüftungskonzepte sicherzustellen. Die Wirtschaft blieb von einer Home-Office- und Test-Pflicht befreit und innovative Schutzmassnahmen für die besonders Gefährdeten gelangen nur sehr punktuell.

Die Regierung beschränkt sich weiter auf das einfachste Mittel: Dichtmachen. Immerhin setzt sie dieses nun wenigstens konsequent um, wenn auch nur für eine knappe Woche – und erst noch über Ostern, wenn sowieso Schulferien und die meisten Menschen zu Hause sind. Aber sie nutzt die Gelegenheit. Etwas anderes bleibt ihr offenbar nicht übrig.

Bettina Ramseier

Bettina Ramseier

Deutschland-Korrespondentin, SRF

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Bettina Ramseier ist SRF-Korrespondentin in Berlin. Sie ist seit 15 Jahren TV-Journalistin: Zuerst bei TeleZüri, danach als Wirtschaftsredaktorin bei SRF für «ECO», die «Tagesschau» und «10vor10».

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Merkel: «Wir müssen leider von der Notbremse Gebrauch machen»
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SRF 4 News, 23. März 2021, 6:00 Uhr

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48 Kommentare

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  • Kommentar von Dominic Müller  (Domi3)
    Die Schulen brauchen doch gar keine Lüftungen und Massentests, denn sie sind sowieso 1 bis 2 Jahre geschlossen. Das ist doch kein Problem, oder? (Ironie off)
  • Kommentar von Claudia Beutler  (Claudia)
    Ich denke erst, wenn wirklich alles vorbei ist werden wir sehen, welches Land am Besten durch die Pandemie gekommen ist.
    1. Antwort von Dominic Müller  (Domi3)
      Sogar dann wird es Interpretationsspielraum geben. Wenn man den aktuellen Stand betrachtet, hat Deutschland pro Einwohner ca. 20% weniger Tote als die Schweiz. Wenn man den Aufwand betrachet, wie die Wirtschaft, Gesellschaft geschädigt wurde, Schulen fast dauernd geschlossen, denke ich, der Kollateralschaden wird in Deutschland viel grösser werden als in der Schweiz. Ich finde, Deutschland hat es, wie andere scharfe Lockdownländer, sehr schlecht gemacht. Tegnells Denkweise gefällt mir besser.
  • Kommentar von Martin Paul  (Martin Paul)
    Wirklich schockiert ist, wie viele Kommentar Schreiber immer noch alle Einschränkungen einfach hinnehmen. Und das mit dem lapidaren Spruch vom letzten Frühling, und von vor Weihnachten: jetzt noch kurz durchhalten, und dann ist es vorbei. Vorbei ist seit einem Jahr das Leben: kein Sozialleben, Vereinsleben, Restaurant, Kino, Konzert etc. Alle Personen der Risiko Gruppe die ich kenne wären, und sind fähig selber zu entscheiden wie viel Risiko sie für ein lebenswertes Leben eingehen wollen.
    1. Antwort von Dorothee Meili  (DoX.98)
      Wo lesen Sie das, konkret "lapidare Sprüche" auf dieser SRF-Seite? Eigentlich eher auf beiden Seiten mehrheitlich differenziertes Sorgen, Denken.