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Legende: Video ANC bei Parlamentswahlen klar vorne abspielen. Laufzeit 02:12 Minuten.
Aus Tagesschau vom 09.05.2019.
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Sieg des ANC in Südafrika Kein Grund zur Freude

Nachdem gut drei Viertel der Stimmen ausgezählt sind, ist absehbar, dass der African National Congress (ANC) die Wahl gewonnen hat. Aber Grund zum Feiern gibt es nicht. Was die Regierungspartei zur Stunde erlebt, ist kein Sieg, sondern die Verhinderung eines Totalschadens.

Nach 25 Jahren an der Macht startete der ANC seinen Wahlkampf auf einem Trümmerfeld: Stromausfälle, Armut, Korruption, ein marodes Bildungssystem und eine Arbeitslosenrate von rund 40 Prozent prägen den südafrikanischen Alltag.

Gewonnen hat Hoffnung auf Ramaphosa

Das Bild der hoffnungsvollen Regenbogennation am Kap der Guten Hoffnung hat bereits vor Jahren Risse bekommen. Die zunehmend schamlose Kleptokratie des ANC brachte das Land in den vergangenen Jahren aber definitiv an den Rand des wirtschaftlichen und politischen Abgrunds. Der ANC wurde zum Symbol für Misswirtschaft, Gier und Korruption.

Es ist deshalb nicht der ANC, der gewonnen hat, sondern die Hoffnung auf Präsident Cyril Ramaphosa. Dem ANC-Veteranen, früherer Weggefährte von Nelson Mandela und ehemaliger Unternehmer, wird die Fähigkeit zugesprochen, die verdorbene Partei zu säubern und die beschädigten Institutionen wiederaufzubauen.

ANC-Mitgliedschaft als Freifahrtschein

Doch Ramaphosa ist kein Zauberer. Er steht vor einer potenziell unüberwindbaren Aufgabe. Gut ein Jahr nach dem erzwungenen Rücktritt von Jacob Zuma ist er heute immer noch damit beschäftigt, dessen Trümmerhaufen systematischer Staatsplünderung zusammenzukehren.

Denn es war nicht Zuma allein, der den Staat als Selbstbedienungsladen benutzte. Die Möglichkeit, den Staat zu plündern, war für viele der eigentliche Grund einer ANC-Mitgliedschaft. Diese Leute sind immer noch da, und sie sind wenig an einer Säuberung interessiert. Zumas Gefolgsleute wollen weder ins Gefängnis noch von den Futtertrögen des Staates entfernt werden.

Ramaphosas grösste Herausforderung sind deshalb nicht Armut und Arbeitslosigkeit, sondern die moralische Fäulnis in der eigenen Partei.

Patrik Wülser

Patrik Wülser

Leiter Auslandredaktion, SRF

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Patrik Wülser ist Leiter der Auslandredaktion von Radio SRF. Von 2011 bis 2017 war er Afrikakorrespondent für SRF und lebte mit seiner Familie in Nairobi (Kenia).

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Dani Furer  (einfach statt kompliziert)
    Dem ANC-Veteranen....wird die Fähigkeit zugesprochen, die verdorbene Partei zu "säubern" und die beschädigten Institutionen wiederaufzubauen.

    Dieses negativ besetzte Wort "säuber" entspricht genau dem ANC Geist und SF hat es damit vorausschauend (aber wohl unwissend) auf den Nagel getroffen.
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  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    In den 80er Jahren.. da waren die Restaurants nur von Weissen besucht, heute sind die Weissen Minderheit.. Es spielt auch keine Rolle ob Fast Food oder Nobelbeiz... sie sind ueberall vertreten. Alle Schichten! Im Shopping center.. uebeall gemischt und zusammen! Die Sturen und "Buuren" sterben langsam aus. Mischehen noch und noecher.. und die Wirtschaft.. Natuerlich Konkurrezkampf wie ueberall.. aber Neugruendungen am laufenden Band.. Kleinbetriebe.. Motor der Gesellschaft!
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  • Kommentar von Harald Buchmann  (Harald_Buchmann)
    Demokratische Wahlen haben das grosse Problem, dass sie eine Regierungspartei “legitimieren“ ohne jeglichen Bezug zu einer Leistung. Daher ist keine demokratisch gewählte Regierung in ein Entwicklungsland gezwungen, etwas für ihr Volk zu tun, denn die Mehrheit bei den Wahlen gibt ihnen ja alles Recht zu regieren. Umgekehrt ist eine KPCh nur legitim, solange sie dem Volk Jahr für Jahr ein besseres Leben ermöglicht.
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