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Der Waffenhandel boomt weltweit
Aus Tagesschau vom 11.03.2019.
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Sipri-Rüstungsbericht Globaler Waffenhandel boomt

  • Waffenschmieden in den USA haben ihre Stellung als weltgrösste Lieferer von Kampfjets, Marschflugkörpern und anderem Rüstungsgut ausgebaut, dokumentiert die heute Montag vorgelegte Studie des Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri.
  • Mehr als die Hälfte aller Waffenexporte aus den Vereinigten Staaten sind demnach in den vergangenen fünf Jahren in den Nahen Osten gegangen.
  • Weltweit stieg das Gesamtvolumen der Im- und Exporte von Rüstungsgütern im Fünfjahresvergleich um 7,8 Prozent.

«Die USA haben ihre Position als weltführender Waffenlieferant weiter gefestigt», erklärte Sipri-Waffenexpertin Aude Fleurant bei Vorlage des Berichts.

Das Land habe seine globalen Waffenexporte in den Jahren 2014 bis 2018 im Vergleich zu den vorherigen fünf Jahren um 29 Prozent hochgeschraubt, stellt der jüngste Bericht aus Stockholm, Link öffnet in einem neuen Fenster fest. Damit kam über ein Drittel (36 Prozent) aller internationalen Rüstungsausfuhren aus den Vereinigten Staaten.

Kampfjets als Exportschlager

Die US-Waffenschmieden hätten Rüstungsgüter wie Kampfjets, Kurzstreckenraketen und Lenkbomben in mindestens 98 Länder und damit in weitaus mehr als andere Exporteure geliefert, heisst es.

Angesichts der Auftragszahlen für Kampfflugzeuge sei davon auszugehen, dass diese in der näheren Zukunft der Exportschlager der US-Waffenindustrie bleiben. Ende 2018 standen demnach 891 Kampfjets auf den US-Auftragslisten. Das Gesamtvolumen der Im- und Exporte von Rüstungsgütern stieg laut Sipri-Bericht im Fünfjahresvergleich um 7,8 Prozent.

Platz zwei hinter den USA nimmt auf Exportseite weiter Russland ein, wenn auch mit immer grösser werdendem Abstand. Unter anderem wegen weniger Aufträgen aus Indien und Venezuela seien die russischen Ausfuhren gegenüber dem Vergleichszeitraum 2009 bis 2013 um 17 Prozent gesunken, so die Friedensforscher.

China mit moderatem Zuwachs

Im Gegensatz dazu seien die französischen (43 Prozent) und deutschen (13 Prozent) Exporte zweistellig angewachsen. Deutschlands Hauptabnehmer waren demnach Südkorea, Griechenland und Israel, vor allem an deutschen Schiffen und U-Booten bestand Interesse.

China auf Rang fünf der Exporteure verzeichnete einen moderaten Zuwachs von 2,7 Prozent.

Massive Waffenimporte in Golfregion

Auf der anderen Abnehmer-Seite des Handels haben die Länder des Nahen Ostens ihren Import von Rüstungsgütern um satte 87 Prozent gesteigert. Hauptgründe dafür seien das gegenseitige Misstrauen zwischen dem Iran auf der einen und Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten auf der anderen Seite sowie der Jemen-Krieg.

Waffen aus den USA, Grossbritannien und Frankreich seien in der konflikt- und spannungsgeladenen Golfregion sehr gefragt, erläutert Sipri-Spezialist Pieter Wezeman. Allein Saudi-Arabien habe seinen Import um 192 Prozent gesteigert, womit es Indien als grössten Waffenimporteur ablöste. Es folgen Ägypten, Australien und Algerien.

Mehr Diskussionen nötig

Waffen aus den USA, Grossbritannien und Frankreich seien in der konflikt- und spannungsgeladenen Golfregion sehr gefragt, sagte Sipri-Spezialist Pieter Wezeman. Allein Saudi-Arabien hat seinen Import laut Sipri um 192 Prozent gesteigert, womit es Indien als grössten Waffenimporteur ablöste. Es folgen Ägypten, Australien und Algerien.

Es sei extrem wichtig, dass wirklich klar werde, warum Länder sich Waffen besorgten und warum andere Staaten sie exportierten. Es brauche mehr Diskussionen darüber. Wezeman: «Es gibt zu viele offene Fragen.»

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51 Kommentare

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  • Kommentar von Haller Hans  (H.Haller)
    Es gibt einen offensichtlichen Nachholbedarf, der nun weltweit zu einem Anstieg geführt hat. Das Konfliktpotential hat eindeutig zugenommen, damit wird sogar gezielt Politik gemacht. Der Ausgaben-Vergleich (Investitionen) ist immer mit einem Vorbehalt zu geniessen. Es wiederspiegelt eben nur die Ausgaben, nicht was letztlich damit als "Mehr- oder Auf-Rüstungen effektiv und tatsächlich auch getätigt werden konnte. - Die Welt ist seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion nicht sicherer geworden.
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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    @Angela Nussbaumer: Leider entstehen alle Konflikte (so auch Kriege), weil ein Narziss, Macho, Machtgieriger nach mehr Macht strebt. Die Gefahr einer Eskalation kann reduziert werden durch: Entmachtung des Machtbesessenen oder durch Aufteilung auf Mehrere oder Stärkung der Gegenmacht. Dabei spielen eben Waffen (physische oder psychische, dissuasive) ein wichtige Rolle. Machtmenschen sind feige und agieren erst, wenn sie sich überlegen fühlen. Der Stärkere drangsaliert den Schwächeren. Leider!
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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Weltweit stieg das Gesamtvolumen der Im- und Exporte von Rüstungsgütern. Solange sich die Staaten rund um die Welt bis an die Zähne bewaffnen, wie soll es jemals Frieden geben? Mehr Konflikte, mehr Unsicherheit, das Rüstungsgeschäft blüht. Zu den grössten Kunden gehörten in den letzten Jahren Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Australien.Die lange Kundenliste der Amerikaner zeigt auch, dass die USA keine Skrupel hat, auch in Kriegsgebiete zu liefern.Der Mensch als Waffenfutter
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