- Der rechte Politiker Flávio Bolsonaro ist in Brasilien von seiner Partei zum Präsidentschaftskandidaten gekürt worden.
- Er ist der älteste Sohn des wegen eines versuchten Staatsstreichs zu mehr als 27 Jahren Haft verurteilten Ex-Staatschefs Jair Bolsonaro.
- Flávio Bolsonaro wird bei den Wahlen im Oktober voraussichtlich gegen den linken Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva antreten.
Der frisch nominierte Kandidat stellte sich als die Kontinuität des politischen Projekts seines Vaters dar, des «bedeutendsten Führers der Rechten», den Brasilien je gehabt habe. Flávio Bolsonaro schwang eine grosse Schere, um seine geplante Kürzung von Ausgaben zu symbolisieren.
Jair Bolsonaro ist im Hausarrest untersagt, bis zum Ende der Präsidentschaftswahl im Oktober Besuche mit politisch-wahlbezogenem Charakter zu empfangen oder politische Botschaften auch über Dritte zu verbreiten.
Unterstützung von Javier Milei
Auf dem Parteitag des Partido Liberal (PL) in der Metropole São Paulo erhielt der 45-jährige Senator Bolsonaro die Unterstützung des argentinischen Präsidenten Javier Milei, der auf der Bühne sang und sprang.
In seiner Rede kritisierte Milei den aktuellen Amtsinhaber Lula da Silva und rief dazu auf, dem «sozialistischen Abschaum» in Brasilien und Lateinamerika ein Ende zu setzen.
Wahlen am 4. Oktober
Laut der jüngsten Umfrage des Forschungsinstituts Datafolha liegt der linke Staatschef Lula (80) derzeit in der Wählergunst vorn. Lula ist seit 2023 wieder Präsident von Brasilien. Zuvor hatte er das Amt zwischen 2003 und 2011 inne. Er gehört der Arbeiterpartei PT an. Auch Kandidaten kleinerer Parteien haben die Absicht, sich an den Wahlen zu beteiligen.
Die Präsidentenwahl in der grössten Volkswirtschaft Lateinamerikas findet am 4. Oktober statt. Wenn kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht, gibt es eine Stichwahl am 25. Oktober.