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Thomas Häusler zur brasilianischen Corona-Mutation
Aus Tagesschau vom 18.01.2021.
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Sorge wegen Mutante P.1 Was weiss man über die neue brasilianische Coronavirus-Variante?

Das Coronavirus ist und bleibt heimtückisch, weil es sich verändert. So gelten die britischen und die südafrikanischen Varianten, die auch in der Schweiz kursieren, als ansteckender. Und noch aggressiver soll die brasilianische Virus-Variante sein. Wir haben Thomas Häusler von der SRF-Wissenschaftsredaktion gefragt, was über die Variante P.1 aus Brasilien bekannt ist.

Thomas Häusler

Thomas Häusler

Wissenschaftsredaktor

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Thomas Häusler ist Wissenschaftsredaktor bei SRF. Er hat in Biochemie doktoriert und eine Weiterbildung in Wassermanagement an der Uni Genf absolviert. Seit 2013 ist er Leiter der Wissenschaftsredaktion.

SRF News: Was kann man über diese neue brasilianische Variante sagen?

Thomas Häusler: Sie wurde bisher vor allem in der Stadt Manaus nachgewiesen. Aber sonst ist vieles noch unklar. Diese Variante hat rund 20 Veränderungen im Erbgut und einige dieser Mutationen machen die Forscher nervös, weil sie teilweise auch in den Varianten aus Grossbritannien und Südafrika vorkommen und weil eine davon dem Virus helfen könnte, die Immunantwort des Körpers zu unterlaufen. Aber das ist noch offen.

Gemäss Berichten wurden verschiedene Leute mit dieser neuen Variante angesteckt – also ein zweites Mal, nachdem sie bereits Corona gehabt haben. Wie gross ist die Gefahr einer Reinfektion?

Bisher gibt es in Manaus genau einen bestätigten Fall einer Reinfektion. Manaus hatte im Frühling enorm viele Corona-Fälle und wird jetzt trotzdem von einer zweiten Welle überrollt. Und so gibt es einige Leute, die sagen, das könne es nur geben, wenn diese neue Viren-Variante viele Menschen erneut ansteckt. Aber wie hoch die Durchseuchung von Manaus im Frühling tatsächlich war, ist umstritten. So ist diese Frage zwar sehr, sehr wichtig, aber noch völlig unklar.

Sollte es tatsächlich Reinfektionen geben, verläuft die Krankheit dann gleich, schlimmer oder milder?

Man kennt Reinfektionen mit dem normalen Coronavirus. Und dort verlaufen sie meist sehr mild und sie sind sehr, sehr selten.

Inwiefern schützen die bereits zugelassenen Impfstoffe gegen diese brasilianische Variante oder generell gegen die verschiedenen Varianten?

Das wird intensiv untersucht. Die meisten Experten gehen davon aus, dass die Impfstoffe trotzdem noch wirken. Ich habe eine Mutation erwähnt, die in der südafrikanischen und der brasilianischen Variante vorkommt und die Impfwirkung mindern könnte. Aber das ist wirklich erst Spekulation. Es ist auch wichtig, zu sagen: Verringern bedeutet nicht, dass der Impfstoff gar nicht mehr wirkt. Er könnte trotzdem noch schützen.

Das Gespräch führte Tobias Bossard.

Tagesschau, 19.30 Uhr, 18.01.21;

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48 Kommentare

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  • Kommentar von Manu Meier  (Manuel Meier)
    Es ist egal was die neue Brasilianische Mutante kann, hängen wir einfach ein Monat "Lock/shut/irgendwasdown" hinten an, dann kommt alles gut. Kein Risiko eingehen und vor allem, nicht Studieren. Dann haben die Politiker Freude.
  • Kommentar von Pascale von Planta  (Pascale)
    Zunächst ein grosses Dankeschön an die srf Redaktion, dass Sie der Frage nachgegangen sind, ob nebst der höheren Ansteckungsgeschwindigkeit die Mutanten einen schlimmeren, gleichen oder milderen Krankheitsverlauf aufweisen. Fazit: Reinfizierte haben einen sehr milden Verlauf. Bei Neuinfizierten mit dem Mutanten weiss man es noch nicht. Bitte dranbleiben. DANKE.
  • Kommentar von Tobias Haas  (ToHa)
    wenn wir jetzt wegen jeder Mutation in Panik verfallen und präventiv alles schliessen und unsere Zukunft verbauen, können wir uns gleich in luftdichte Bunker zurückziehen und warten bis das Leben vorbei ist.
    Da sehe ich auch die Medien in der Verantwortung nicht bei jeder Mutation Panik zu schüren.
    1. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Es wird hier nüchtern berichtet. Wenn Sie die Praxis des Vogel Strauss - Kopf in den Sand - vorziehen, können Sie ja auf Medienkonsum verzichten.