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Diplomatischer Schlagabtausch zwischen USA und China
Aus Tagesschau vom 19.03.2021.
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Spitzentreffen in Alaska USA und China: Verbaler Schlagabtausch vor laufender Kamera

  • Spitzendiplomaten der Regierungen der USA und von China haben sich bei Gesprächen gegenseitig scharfe Vorwürfe gemacht.
  • Beim ersten Treffen des neuen US-Aussenministers Antony Blinken mit seinem chinesischen Kollegen Yang Jiechi in Alaska kam es vor laufenden Kameras zu einem intensiven Schlagabtausch.
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Aussenminister-Treffen zwischen USA und China
Aus 10 vor 10 vom 18.03.2021.
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Die Akteure des Treffens: US-Aussenminister Antony Blinken und der nationale Sicherheitsberater Jake Sullivan treffen auf amerikanischem Boden, in Anchorage im US-Bundesstaat Alaska, Chinas Spitzendiplomaten Yang Jiechi und Staatsrat Wang Yi. Die Gespräche sollen die Grundlage für die neue Beziehung zwischen Peking und Washington legen.

Der Angriff der USA: Los ging es in einem wenig diplomatischen Tonfall: «Das Verhältnis der Vereinigten Staaten mit China wird konkurrierend sein, wenn nötig, zusammenarbeitend, wenn möglich, und feindselig, wenn es sein muss», sagte Blinken. Die Handlungen Chinas bedrohten die globale Stabilität, warnte er. «Wir werden unsere tiefe Besorgnis über die Handlungen Chinas besprechen, einschliesslich jenen in Xinjiang, Hongkong, Taiwan, sowie der Cyberangriffe auf die Vereinigten Staaten und des wirtschaftlichen Zwangs unserer Verbündeten. Jede dieser Aktionen bedroht die regelbasierte Ordnung, die die globale Stabilität aufrechterhält», betonte Blinken.

Das Verhältnis der Vereinigten Staaten mit China wird konkurrierend sein, wenn nötig, zusammenarbeitend, wenn möglich, und feindselig, wenn es sein muss.
Autor: Antony BlinkenUS-Aussenminister

So reagierte China: Yang holte gleich zum Gegenangriff aus: Er antwortete mit einer 15-minütigen Rede auf Chinesisch und kritisierte dabei die schwächelnde Demokratie der Vereinigten Staaten, die schlechte Behandlung von Minderheiten sowie ihre Aussen- und Handelspolitik: «Sie missbrauchen sogenannte Begriffe der nationalen Sicherheit, um den normalen Handelsaustausch zu behindern und einige Länder dazu anzustiften, China anzugreifen.»

Sie missbrauchen sogenannte Begriffe der nationalen Sicherheit, um den normalen Handelsaustausch zu behindern und einige Länder dazu anzustiften, China anzugreifen.
Autor: Yang JiechiDiplomat
Chinas Spitzendiplomaten Yang Jiechi und Staatsrat Wang Yi.
Legende: Der Ton zwischen Chinas Spitzendiplomaten Yang Jiechi und Staatsrat Wang Yi und den USA ist frostig. Reuters

Darüber stritt man sich: Die normalerweise nur wenige Minuten dauernde Eröffnungsrede vor Journalisten nahm schlussendlich mehr als eine Stunde in Anspruch. Die beiden Delegationen stritten sich darüber, wann die Medien aus dem Raum verwiesen werden sollten. Ein Beamter der US-Regierung erklärte vor Reportern, China habe das vereinbarte Protokoll «verletzt», das zwei Minuten Eröffnungserklärungen von jedem der Hauptakteure vorsah.

US-Aussenminister Antony Blinken und der nationale Sicherheitsberater Jake Sullivan.
Legende: US-Aussenminister Antony Blinken und der nationale Sicherheitsberater Jake Sullivan nahmen bei ihren Reden kein Blatt vor den Mund. Reuters

Das ist Joe Bidens Haltung: Das Verhältnis zwischen den USA und China war unter Trump auf das schlechteste Niveau seit Aufnahme der diplomatischen Beziehungen 1979 gefallen. Biden setzt nun auf einen weniger aggressiven Ton – lässt in der Sache aber keinen Zweifel daran, das China als Rivale angesehen wird. Bidens Regierung will sich in Bezug auf China auch enger mit demokratischen Verbündeten in Asien und Europa abstimmen. Zudem hat Biden angekündigt, sich in der Aussenpolitik erneut weltweit für die Förderung von Demokratie und Menschenrechten einzusetzen.

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Einschätzung der Beziehungen zwischen den USA und China
Aus 10 vor 10 vom 18.03.2021.
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10 vor 10, 18.03.2021, 21:50 Uhr;

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84 Kommentare

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  • Kommentar von Robert Altwegg  (trebor)
    Die Bedrohung Chinas gegenüber den westlichen Demokratien ist real. Für Zweifler empfehle ich das neueste Chinabuch von Ohlberg und Hamilton: " Die lautlose Eroberung". Auf fast 500 Seiten belegen die anerkannten Chinaexperten mit Fakten, wie das kommunistische China westliche Demokratien unterwandert und versucht eine neue Welt-Ordnung zu schaffen.
  • Kommentar von Magda Roth  (Magdaroth)
    Um Himmels Willen wieder ein Weisser, der einen Weltkrieg anzetteln möchte!
    Ob wir als Europäer uns da raushalten können? Ohne CN wird Europa nicht wachsen können(no future), das steht mal fest, wie das Amen in der Bibel! Mit der USA sind wir am A****, denn sie haben uns bereits in der Nato. Ob das gut für Europa ausgeht? Man sollte meinen,dass man aus der Geschichte gelernt hat, aber die Geschichte wiederholt sich, nur dass es diesmal umgekehrt verlaufen wird, das steht auch schon zu 99% fest!
    1. Antwort von Krebs Alfred  (A.Santiago)
      Sie sehen das viel zu schwarz Frau Roth. Trump hat auch Kim mit dem grösseren Atomknopf gedroht und nicht viele haben aufgeschrien. Solange Verbal aufeinander gehauen wird ist es kein Problem. Auch wenn einmal ein Flugzeugträger in der Nähe von China kreuzt ist dies kein Problem. China probiert ja auch diverse Länder wie Taiwan einzuschüchtern.
  • Kommentar von Robert Altwegg  (trebor)
    Was wurde uns Schweizer Stimmbürger vor der Unterzeichnung des Freihandelsabkommens zwischen der Schweiz und China damals versprochen? Dass sich die Menschenrechtssituation in China dank des Handels und des Dialoges verbessern werde. Leider ist genau das Gegenteil eingetreten: Menschen und Volksgruppen werden in China in hunderten KZ-ähnlichen Haftlagern interniert. Die Verletzung der elementarsten internationalen Menschenrechte durch China schönzureden, ist für uns freie Schweizer inakzeptabel.