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US-Aussenminister Blinken besucht Japan
Aus Tagesschau vom 16.03.2021.
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US-Minister zu Besuch in Japan Die USA und Japan sind besorgt über Chinas Machtstreben

  • US-Aussenminister Antony Blinken und Verteidigungsminister Lloyd Austin haben auf ihrer ersten Auslandsreise Japan einen Besuch abgestattet.
  • Dabei übten sie scharfe Kritik an Chinas Auftreten in der Region.
  • Die Minister betonten in Tokio, wie wichtig die Allianz zum traditionellen Verbündeten Japan sei.
Yoshihide Suga (Mitte), US-Aussenminister Lloyd Austin (links) und US-Aussenminister Antony Blinken
Legende: Der japanische Premier Yoshihide Suga (Mitte) begrüsst US-Verteidigungsminister Lloyd Austin (l.) und US-Aussenminister Antony Blinken in Tokio. Keystone

«Wir werden uns notfalls zur Wehr setzen, falls China Nötigung und Aggression einsetzt, um seinen Willen zu bekommen», sagte Blinken bei einem Besuch in Tokio. Der amerikanische Top-Diplomat Blinken und der Pentagon-Chef Austin unterstrichen in einer gemeinsamen Erklärung mit ihren japanischen Kollegen ihre Entschlossenheit, sich einem «destabilisierenden Verhalten gegenüber anderen in der Region» entgegenzustellen.

Dort, wo Chinas Verhalten nicht im Einklang mit der internationalen Ordnung stehe, stelle es «politische, wirtschaftliche, militärische und technologische Herausforderungen» für die internationale Gemeinschaft dar.

Einschätzung von SRF-Korrespondent Thomas Stalder

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Nicht nur der Besuch und das Treffen selbst sind für Japan wichtig, sondern auch der Zeitpunkt: Das erste Land einer solchen Reise der neuen US-Administration zu sein, stärkt das Selbstwertgefühl der Japaner.

Ministerpräsident Suga plant für April einen Besuch in Washington. Japan steht unter dem militärischen Schutzschild der USA und ist auf eine gute Zusammenarbeit angewiesen.

Das Land hofft aber auch, dass die USA bei den derzeitigen Differenzen zwischen Japan und Südkorea wegen der Kriegsvergangenheit vermitteln können.

Es geht darum, Gemeinsamkeit zu demonstrieren gegenüber Nordkorea mit seinen Atomwaffen und gegenüber China, das nicht nur wirtschaftlich und militärisch immer stärker wird, sondern auch vermehrt territoriale Ansprüche hier in der Region geltend macht.

Blinken und Austin hoben explizit hervor, wie wichtig die Allianz zum traditionellen Verbündeten Japan sei. Das Verhältnis bilde einen Eckpfeiler für Frieden und Sicherheit. Washington sei fest entschlossen, Japan im Streit mit China über Inseln im Ostchinesischen Meer beizustehen. Auch bekräftigten die beiden Minister, dass sie Chinas Hoheitsansprüche im Südchinesischen Meer ablehnten.

Mit Japan teilten die USA gleiche Werte wie Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit. Diese Werte seien jedoch «an vielen Orten bedroht, auch in der Region – ob in Burma oder auf unterschiedliche Weise in China», fuhr Blinken fort.

Nach Tokio geht es weiter nach Seoul

Dass Japan und die USA in ihrer gemeinsamen Erklärung zum Abschluss der Gespräche China ausdrücklich beim Namen nannten, gilt als ungewöhnlich und als ein wichtiges Signal an das Reich der Mitte.

Tokio bildete die erste Etappe der Reise. Ab Mittwoch ist ein Besuch in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul geplant. Mit der Reise festigt die neue US-Regierung ihre Beziehungen zu wichtigen strategischen und wirtschaftlichen Partnern in der Region, um das Gegengewicht zu China zu stärken.

Nordkorea warnt die USA

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Nordkorea hat sich erstmals öffentlich an die neue US-Regierung gewandt und diese aufgefordert, Militärmanöver in Südkorea zu unterlassen. «Wir ergreifen diese Gelegenheit zur Warnung der neuen US-Administration, die versucht, den Geruch von Schiesspulver in unserem Land zu verbreiten: Wenn sie in den kommenden vierJahren friedlich schlafen will, unterlässt sie es als ersten Schritt besser, Gestank zu verursachen», erklärte Kim Yo-jong, die einflussreiche Schwester von Machthaber Kim Jong-un.

«Kriegsmanöver und Feindseligkeit können nie zusammengehen mit Dialog und Kooperation», hiess es in der von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Erklärung.

Vergangene Woche hat das gemeinsame Frühjahrs-Manöver der USA und Südkoreas begonnen. Die Übungen beschränken sich allerdings auf Computer-Simulationen. So sollen das Corona-Ansteckungsrisiko verringert und Bemühungen der USA um eine Kontaktaufnahme zu Nordkorea nicht behindert werden.

Am vergangenen Freitag hatte US-Präsident Joe Biden auf einem virtuellen Gipfel mit den Regierungschefs von Japan, Australien und Indien betont, die USA strebten eine Zusammenarbeit mit all ihren Verbündeten in der Region an, «um Stabilität zu erreichen».

Blinken reist nach Seoul weiter nach Alaska. In dem US-Bundesstaat sollen er und der nationale Sicherheitsberater Jake Sullivan erstmals persönliche Gespräche mit ihren chinesischen Kollegen führen.

Tagesschau, 16.03.2021, 12:45 Uhr;

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    Militärisch stärker werden geht nur über die Wirtschaft. Mit der Geschäftemacherei mit dem Reich der Mitte, haben sich die Demokratien den Kuckuck selber ins Nest gelegt. Noch ist es nicht zu spät, der KPC und Xi zu sagen was Sache ist: Auflösen der Uiguren KZ, herunterfahren der Agressionen im Ost- wie im Südchinesischen Meer, Aufgabe der Kolonialisierung in Afrika uam. Generell: Die Demokratien, USA, Japan, Australien, Südkorea + EU müssen zusammenstehen. In 10 Jahren wird es zu spät sein.
  • Kommentar von Karl Frank  (Europäer)
    In 30-Jahren hat Machtstreben der Japan niemanden beunruhigt. Zeiten eben ändern sich
    1. Antwort von Robert Altwegg  (trebor)
      Herr Frank: Sie vergleichen Äpfel mit Birnen. Japan ist eine rechtsstaatliche Demokratie, deren Regierung und Parteien demokratisch durch die Bevölkerung alternierend gewählt werden. China ist eine kommunistische Diktatur, dessen Präsident Xi auf Lebenszeit durch die KP Chinas gewählt wurde. Ausserdem ist Japan militärisch nicht mal im Ansatz, im Gegensatz zu China, eine Bedrohung für seine Nachbarn.
    2. Antwort von Robert Altwegg  (trebor)
      Herr Frank: Sie vergleichen Äpfel mit Birnen! Japan ist eine funktionierende Demokratie, deren Regierung und Parteien im Turnus durch das Volk demokratisch gewählt werden. Aber China ist eine kommunistische Diktatur, dessen Präsident Xi auf Lebenszeit durch die KP Chinas gewählt wurde. Ausserdem ist Japan militärisch nicht mal im Ansatz, im Gegensatz zum aggressiven China, eine Bedrohung für seine Nachbarn.
  • Kommentar von Peter M Haller  (Peter M Haller)
    Ich bin eher in Sorge über das Machtstreben der USA und sehe in der westlichen Berichterstattung das was Friedrich Glasl in seinem Buch Konfliktmanagement (Haupt Bern, 12. Auflage 2020) das «Dämonisieren des Gegners» nennt. Er bezeichnet dies als Vorstufe zum offenen Konflikt.