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Staatsbesuch in China Xi und Putin verabschieden Erklärung

  • Xi Jinping hat Wladimir Putin in Peking mit militärischen Ehren empfangen.
  • Im Zentrum stehen die Beziehungen zwischen China und Russland sowie internationale und regionale Fragen.
  • Die beiden Staatsoberhäupter haben im Anschluss an die Gespräche zwei gemeinsame Erklärungen verabschiedet.

Vor der Grossen Halle des Volkes begrüsste Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping den russischen Präsidenten Wladimir Putin mit militärischen Ehren und rotem Teppich. Xi verwies zum Auftakt der Gespräche auf die langjährige gute Nachbarschaft und Freundschaft beider Staaten.

Chinakorrespondent: Wie eng ist die Freundschaft wirklich?

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Einschätzung von SRF-Chinakorrespondent Samuel Emch:

«Die beiden Machthaber haben sich bereits rund vierzig Mal getroffen, da gibt es sicher ein gutes Einvernehmen. Auch das chinesische Staatsfernsehen spricht davon, dass ein alter Freund von Xi zu Besuch sei. Trotzdem ist die Beziehung primär politisch und nicht persönlich: Die beiden Länder teilen die Haltung gegenüber dem Westen und sind noch näher aneinandergerückt, nachdem Russland in der Ukraine einmarschiert ist.»

Xi erklärte kurz nach dem Gespräch mit Putin, dass die Beziehungen von China und Russland «in eine neue Phase eingetreten» seien, Putin erklärte, die Gespräche seien «substantiell» gewesen.

Erklärungen zum Krieg in der Ukraine und im Iran

In einer anschliessenden Erklärung thematisierten die Staatschefs den Krieg in der Ukraine. «Die Seiten unterstützen alle Bemühungen, die zur Herstellung eines langfristigen und dauerhaften Friedens beitragen.» Einen Aufruf Chinas zur Beendigung des russischen Krieges gab es nicht. Vielmehr lobte Russland in dem Papier «die objektive und unvoreingenommene Haltung» Pekings im Ukraine-Krieg. Es findet sich eine von Moskau immer wieder benutzte Formulierung zur «Notwendigkeit einer vollständigen Beseitigung der ursprünglichen Ursachen der ukrainischen Krise» in dem Dokument. Dazu zählt Moskau etwa den in der ukrainischen Verfassung angestrebten Nato-Beitritt Kiews.

Putin besucht Xi in Peking

Putin und Xi vereinbarten in dem Gipfeldokument auch, die militärische Zusammenarbeit der Streitkräfte beider Länder zu vertiefen. Ausgeweitet werden sollen etwa gemeinsame Militärmanöver sowie Luft- und Meerespatrouillen. Zudem soll gemeinsam auf «verschiedene Herausforderungen und Drohungen» reagiert werden. 

In der Gipfelerklärung riefen Russland und China nicht zuletzt zu Verhandlungen zur Beilegung des Konflikts im Nahen Osten auf. Es bestehe Einigkeit, dass «die Angriffe der USA und Israels auf den Iran gegen das internationale Recht und die grundlegenden Normen der internationalen Beziehungen verstossen und die Stabilität im Nahen Osten ernsthaft untergraben».

Zuerst Trump, jetzt Putin

Putins Besuch sorgt auch deshalb für Aufmerksamkeit, weil Xi erst in der vergangenen Woche Trump in Peking empfangen hatte. Die Reise des russischen Präsidenten war nach Kremlangaben allerdings bereits zuvor geplant worden. Der Besuch ermöglicht Peking, zwei Botschaften zugleich zu senden: China will die Beziehungen zu den USA nach dem Trump-Besuch stabilisieren, hält aber gleichzeitig an der engen Partnerschaft mit Russland fest.

Zwei Anzugträger gehen auf rotem Teppich vorbei an Soldaten.
Legende: Xi hatte Trump mit vielen freundlichen Worten empfangen und ihn zum Abschluss auch nach Zhongnanhai eingeladen, dem abgeschirmten Sitz der chinesischen Führung. Umso genauer dürfte nun beobachtet werden, wie Xi den russischen Präsidenten empfängt. (14.05.2026) Reuters/Kenny Holston

Putin und Xi verlängerten auch ihren seit 25 Jahren bestehenden Vertrag über gute Nachbarschaft, Freundschaft und Zusammenarbeit.

Putin sichert Xi Energielieferungen zu

Putin hat auch die Bedeutung Russlands als verlässlicher Energielieferant in Krisenzeiten hervorgehoben. Die geplante Gaspipeline «Kraft Sibiriens 2» wurde besprochen. Der Regierung in Moskau zufolge erzielten beide Seiten ein grundsätzliches Einvernehmen über die Rahmenbedingungen des Projekts. Details oder ein klarer Zeitplan seien jedoch noch nicht vereinbart worden.

Ölbohrtürme bei Sonnenuntergang.
Legende: Russland ist nach Moskauer Regierungsangaben führender Energieexporteur für China: Im Jahr 2025 wurden 101 Millionen Tonnen Erdöl und 49 Milliarden Kubikmeter Erdgas über Pipelines und in Form von Flüssigerdgas geliefert. (04.06.2023) REUTERS/Alexander Manzyuk

Priorität bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit hätten ausserdem «grosse gemeinsame Projekte der Industrie, in der Landwirtschaft, im Verkehrswesen und natürlich im Bereich der Hochtechnologie», sagte Putin. Putin lud Xi zum Gegenbesuch 2027 nach Russland ein.

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Tagesschau kompakt, 20.05.2026, 12:45 Uhr ; 

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