- US-Präsident Donald Trump droht Ländern, die sich seinem Besitzanspruch auf Grönland entgegenstellen, mit Zöllen.
- Er werde möglicherweise Zölle gegen solche Länder verhängen, weil die USA Grönland für ihre nationale Sicherheit brauchten, sagte Trump im Weissen Haus.
- Konkreter wurde er nicht.
Zuvor hatte Trump darüber gesprochen, wie er europäischen Ländern wie Deutschland und Frankreich in anderen Zusammenhängen mit Zöllen gedroht habe, um seine Interessen durchzusetzen. Trump sorgt mit seinem Besitzanspruch auf Grönland seit Tagen für grosse Unruhe in der Nato.
Krisengespräche zwischen den USA, Dänemark und Grönland hatten ohne greifbare Ergebnisse geendet. Trump argumentiert, Grönland müsse den USA gehören, damit nicht die Russen und Chinesen zusätzlich Einfluss in der Region gewinnen.
Deutschland und weitere europäische Mitglieder der Allianz teilten mit, für mehr Sicherheit auf der riesigen Arktisinsel sorgen zu wollen. Sie kündigten eine Erkundungsmission für mögliche Militärübungen auf Grönland an. Das Team landete zusammen mit Soldaten aus anderen europäischen Staaten am Freitagabend in Grönland. Eine Maschine mit den Männern und Frauen landete auf dem Flughafen in die Hauptstadt Nuuk, wie eine dpa-Korrespondentin berichtete.
Die Soldaten sollen nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Berlin Bedingungen für gemeinsame Militärübungen prüfen. Unter anderem Norwegen, Schweden, Finnland, Grossbritannien, Frankreich und die Niederlande schicken Soldaten. Es gehe um die Frage, ob die Arktis sicher sei und inwiefern Deutschland mit seinen Nato-Partnern dazu beitragen könne, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin.
Das deutsche Team – 15 Männer und Frauen – besteht demnach aus Logistikern und Experten unterschiedlicher Bereiche. Die Erkundungsmission wird von Dänemark angeführt, zu dem die grösstenteils mit Eis bedeckte Insel gehört.
USA unbeeindruckt von Truppenentsendung
US-Präsident Donald Trump hat wiederholt deutlich gemacht, dass Amerika sich die Insel einverleiben will – was die europäischen Nato-Partner vehement ablehnen.
Die US-Regierung zeigte sich von der Entsendung zunächst unbeeindruckt. «Ich glaube nicht, dass Soldaten in Europa den Entscheidungsprozess des Präsidenten beeinflussen oder dass das irgendeinen Einfluss auf sein Ziel hat, Grönland zu erwerben», sagte Trumps Regierungssprecherin Karoline Leavitt am Donnerstag.