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Das Rennen läuft auf Sanders vs. Biden hinaus
Aus HeuteMorgen vom 03.03.2020.
abspielen. Laufzeit 01:28 Minuten.
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«Super Tuesday» in den USA Die Karten werden neu gemischt

Noch vor drei Tagen sah das Rennen der Demokraten völlig anders aus: Joe Biden war nach schwachen Ergebnissen in den bisherigen Vorwahlen schwer angeschlagen. Andere Kandidaten – wie der junge Pete Buttigieg – machten ihm die Stimmen im moderaten Lager streitig. Viele demokratische Wählerinnen und Wähler waren nach wie vor auf der Suche nach einem Top-Kandidaten, während Bernie Sanders mit Unterstützung des linken Lagers davonzuziehen schien.

Doch dann kam der Samstagabend. Kaum hatten die Wahllokale im Vorwahlstaat South Carolina um 19 Uhr geschlossen, wurde Biden als grosser Gewinner verkündet. Der überdeutliche Sieg hat alles verändert. Biden hat erstmals bewiesen, dass er mithilfe seiner treuen schwarzen Anhänger sowie moderater weisser Wähler eine beachtliche Koalition hinter sich scharen kann.

Offene Ausgangslage

Bidens moderate Konkurrenten Buttigieg und Amy Klobuchar opferten sich daraufhin, sistierten ihre Kandidaturen und sagten Biden gestern ihre Unterstützung zu. Es ist eine dramatische Wendung in den letzten Stunden vor dem heutigen Super Tuesday, an dem in 14 Bundesstaaten gewählt wird. Denn nun werden sich die moderaten Stimmen nicht mehr auf viele einzelne Kandidaten verteilen– ein grosser Vorteil für Biden.

Doch Bidens Konkurrent Bernie Sanders kann auf ein hervorragend organisiertes Wahlkampfteam und eine Heerschar von begeisterten Fans zählen. Umfragen deuten darauf hin, dass Sanders heute die beiden bevölkerungsreichsten Bundesstaaten Kalifornien und Texas gewinnen und damit seinen Vorsprung ausbauen könnte. Biden hat derweil gute Chancen, in den Südstaaten wie Tennessee oder Alabama zu punkten.

Doch was sind diese Umfragen nach den Ereignissen der letzten drei Tage noch wert? Die Ausgangslage hat sich massiv verändert: Mit der Unterstützung von Buttigieg und Klobuchar könnte Biden wesentlich besser abschneiden, als dies noch am Wochenende möglich schien.

Bloomberg als «Wild Card»

Zudem ist völlig offen, wie sich der Einstieg von Mike Bloomberg, Milliardär und ehemaliger Bürgermeister von New York, auf den Super Tuesday auswirken wird. Heute steht sein Name erstmals auf den Wahlzetteln. Mit Hunderten Millionen Dollar hat er in Kürze einen Wahlkampf auf die Beine gestellt, der punkto Finanzmittel seinesgleichen sucht. Doch Bloombergs Auftritte in den TV-Debatten waren blamabel. Deshalb ist offen, wie gross sein Einfluss heute sein wird.

Sollte Bloomberg heute kein überzeugendes Ergebnis abliefern, könnte auch er den Bettel bald hinwerfen. Dann wäre das moderate Lager der Demokraten endgültig geeint für das interne Duell gegen Bernie Sanders. Doch zuerst muss gewählt werden. Für Spannung ist nach den turbulenten letzten Tagen gesorgt.

Thomas von Grünigen

Thomas von Grünigen

USA-Korrespondent, SRF

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Thomas von Grünigen ist seit Januar 2015 SRF-Korrespondent in New York. Zuvor arbeitete er in der «Rundschau»-Redaktion von SRF. Seine ersten Schritte im Journalismus machte er beim US-Sender ABC News und beim Lokalsender TeleBärn. Er hat an den Universitäten Freiburg und Bern sowie an der American University in Washington DC Medienwissenschaft, Journalistik und Anglistik studiert.

Sendebezug: SRF 4 News, 07.00 Uhr

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Nicolas Peters  (Nicolas Peters)
    Der Demokratischen Parteileitung wärne wohl vier weitere Jahre Trump lieber als die nächsten Jahre von Bernie Sanders angeführt zu werden.
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  • Kommentar von Moritz Wille  (Moritz Wille)
    Den amerikanischen Leitmedien und dem Demokratischen Establishment scheint es wichtiger zu sein Sanders zu stoppen als Trump zu schlagen. Sanders ist klar der stärkste Kandidat und hat eine enorm energetische Basis, während Biden in seiner ganzen politischen Kariere gerade mal einen einzigen Staat gewonnen hat und keine greifbaren Inhalte vertritt. Die schweizer Medien scheinen sich den Interessen des politischen Establishments und den Konzernen anzuschliessen. "Bloss keine Inhalte."
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  • Kommentar von Guschti Gabathuler  (guschti)
    Sanders ist der einzige, der seit Jahren klare Positionen vertritt, die dazu auch noch vernünftig sind. Hätte ihn vor vier Jahren nicht die eigene Partei ausgebremst, wäre er wohl Präsident geworden. Biden zählt - wie damals Hillary - zum politischen Establishment, vertritt jedoch gemässigtere Positionen und wird daher mehr Mitte-/Wechselwähler abholen. Die Angst vor Trump wird wohl viele Wähler zu Biden treiben. Sanders wär besser, Biden wirds werden.
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