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International Syrien-Konferenz: Ban lädt Iran wieder aus

Der Iran soll doch nicht an den Friedensgesprächen zu Syrien in Genf dabei sein. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Einladung an den Iran zurückgezogen. Zuvor hatten mehrere Staaten erwogen, der Konferenz fernzubleiben.

Legende: Video UNO-Sprecher Nesirky: Iran von Syrien-Gesprächen ausgeladen (englisch) abspielen. Laufzeit 0:26 Minuten.
Aus News-Clip vom 20.01.2014.

Noch zwei Tage bis zur Friedenskonferenz für Syrien in Montreux. Doch bis vor Kurzem stand das Treffen auf der Kippe. Grund war die überraschende Einladung der UNO an Iran zur Konferenz. Mehrere Staaten – darunter die USA oder Saudi Arabien – hatten die Gespräche deswegen infrage gestellt.

Das wichtigste syrische Oppositionsbündnis Nationale Koalition kündigte an, nur teilnehmen, wenn die Einladung an den Iran bis 20.00 Uhr (MEZ) zurückgenommen werde.

Erst zwei Stunden später liess ein UNO-Sprecher verlauten, UNO-Generalsektretär Ban Ki Moon habe seine umstrittene Einladung an den Iran zurückgezogen. Das Oppositionsbündnis kündigte umgehend seine Teilnahme an den Friedensgesprächen an.

«Iran könnte am ehesten Druck auf Assad ausüben»

So verständlich die Reaktion der Iran-Kritiker auf den ersten Blick erschien, so hinterfragenswert war sie es auf den zweiten. «Denn der Iran ist die Macht, welche am ehesten Druck auf Assad ausüben könnte», sagt Pascal Weber.

Legende: Video «Iran ist ein wichtiger Teilnehmer der Gespräche» abspielen. Laufzeit 3:08 Minuten.
Aus News-Clip vom 20.01.2014.

Aus Sicht des SRF-Korrespondenten wäre es deshalb eminent wichtig, dass auch der Iran mit am Verhandlungstisch sässe.

UNO-Chef von Reaktionen enttäuscht

Kritik war hingegen aus den USA, Frankreich und Saudi-Arabien gekommen. Die Vereinten Nationen hatten darüber «enttäuscht» und über angedrohte Absagen «erschrocken» reagiert.

Es habe jedoch auch von iranischer Seite «enttäuschende» Aussagen gegeben, hatte der Sprecher von Ban im Verlauf des Tages verlauten lassen. Mündlich habe Iran dem Generalsekretär zugesagt, die Forderung nach einem Rücktritt von Präsident Baschar al-Assad zu unterstützen und den Weg für eine Übergangsregierung freizumachen. Zu einer öffentlichen Unterstützung dieser Forderung sei es bisher aber nicht gekommen.

«Verhandlungen könnten platzen»

Die Beteiligung Irans an den Verhandlungen ist seit Wochen ein Streitpunkt zwischen den Unterstützern des Assad-Regimes und seinen Gegnern. Im schlimmsten Fall könne es durchaus passieren, dass die Verhandlungen platzen würden, sagt UNO-Experte Andreas Zumach.

Er sei sich aber andererseits gar nicht sicher, ob wirklich alles so heiss gegessen wird, wie es im Moment aufgetischt werde. «Ich schliesse auch nicht aus, dass der Iran die Forderung, noch einmal ein klares Bekenntnis zur Bildung einer Übergangsregierung abzugeben, bekräftigt», so Zumach.

Assad provoziert Gegner

Assad goss mit Äusserungen über eine mögliche Kandidatur bei der nächsten Präsidentschaftswahl zusätzlich Öl ins Feuer. «Ich glaube, dass mich nichts an einer Kandidatur hindert», sagte er. Wenn die Bevölkerung dies wünsche, werde er nicht eine Sekunde zögern.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von E. Waeden, H
    Sehr bedauerlich! Eine Chance vertan! So wird es wohl nie etwas mit einem Weltfrieden.
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  • Kommentar von Walter Kathriner, Sarnen
    die Schweizer, und vor allem die Medien und Blogger sind da eine grosse Hilfe zum Frieden stiften. Es ist unglaublich diese Besserwisser und sogen. Oppositionellen- Dissidenten, die sind eigentlich die wirklichen Terroristen. Es ist ja so, die Medien können ja abschreiben wem sie wollen, wer versteht schon Syrisch oder Iranisch??? Man sieht auch da wie wichtig es für die und auch für uns währe für die Zweit-Sprache Englisch zu kämpfen. Es gibt dann noch genug Mutter-Sprachen auf der Welt.
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    1. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @W. Kathriner: In Syrien spricht man mehrheitlich Arabisch und im Iran Farsi und wird auch an westl. Universitäten gelehrt.
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  • Kommentar von D. Flückiger, Zürich
    Tja, für mich sieht es hier nach einer Situation aus, die kaum zu lösen ist. Keine der Parteien ist gewillt Kompromisse einzugehen und dazu kommt noch, dass zu viele ein Wörtchen mitreden möchten. Weiter interessiert es die grossen nicht sich die Hände zu verbrennen. Sowohl Europa als auch Amerika sind die falschen Vermittler und die Arabische Liga, UNO oder andere Möglichkeiten haben nicht die Qualität oder Macht zum hier Frieden zu vermitteln. Aussichtslos! Iran hin oder her ...
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    1. Antwort von Marlene Zelger, 6370 Stans
      Diese Völker haben eben nicht die gleiche Wellenlänge wie wir, nicht die gleiche Vorstellung von "Frieden Schliessen".
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    2. Antwort von Albert Planta, Chur
      Das Problem ist dass im letzten Jahrhundert im Nahen Osten Staaten am Reissbrett geschaffen wurden. Was nicht zusammengehört kann nicht zusammenwachsen.
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    3. Antwort von D. Flückiger, Zürich
      @Planta: Damit haben Sie durchaus recht, jedoch sollten Sie auch bedenken, dass die Völker im Nahen Osten sich seit sehr langer Zeit (nicht nur das letzte Jahrhundert) selbst bekämpfen. Grenzen sich immer wieder verschoben, durch Habgier und Machtansprüche alles unter dem Deckmantel von politischen, religiösen oder finanziellen Begehren. Unsere Einmischung lässt sich nicht verhindern, da wir grosse Interessen in diesen Gebieten haben, nicht nach Frieden, aber an Verträgen!!!
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