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Kampf-Drohnen aus der Türkei
Aus 10 vor 10 vom 31.05.2021.
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Technologische Aufrüstung Ankaras Aufstieg zur Drohnenmacht

Mit dem Export eigener Militärtechnologie setzt die Türkei nicht nur die Nato, sondern auch Russland unter Druck.

Ein Tweet sorgte in Militärkreisen kürzlich für Überraschung: Der polnische Verteidigungsminister Mariusz Błaszczak kündigt am 19. Mai an, was wenig später offiziell bestätigt wird: Polen kauft nächstes Jahr 24 türkische Bayraktar TB2-Drohnen.

Die unbemannten mit Raketen bestückten Flugkörper haben eine Reichweite von bis zu 150 Kilometer und sollen die Sicherung der polnischen Grenze vor allem Richtung Osten verstärken.

Technologische Aufrüstung dank Türkei

Damit reiht sich Polen als erster Nato-Partner in die Liste von Ländern ein, die dank der Türkei technologisch aufrüsten. Ankara befehligt nach den USA nicht nur die zweitgrösste konventionelle Streitmacht im Nordatlantischen Pakt. Die Türkei entwickelt sich zielstrebig zur weltweit drittgrössten Drohnenmacht, die mit ihrer modernen Militärtechnologie alliierte und nicht-alliierte Konkurrenten immer mehr unter Druck setzt.

So will der Westen sich gerade von der Türkei nicht vorschreiben lassen, wie Drohnen in künftige Militärstrategien der Nato einbezogen werden. Gerade von dem Land, das wegen seiner kompromisslosen Kriegsführung im eigenen Land gegen die kurdische Bevölkerung vom Kauf sogenannten Killerdrohnen ausgeschlossen wurde!

Konkurrenz ist besorgt

Gleichzeitig beobachten westliche Rüstungsnationen mit Spannung und Schauern, wie die Türken es geschafft haben, quasi unter Embargo und ohne fremde Hilfe ein eigenes Drohnenprogramm auf die Beine zu stellen.

Auch Israel und China – neben den USA die wichtigsten Hersteller von Kampfdrohnen – schauen mit Sorge auf die neue Konkurrenz. Denn Ankara hat in verschiedenen Kampfeinsätzen bereits bewiesen, dass türkische Drohnentechnologie den grossen Waffen-Player Russland stark bedrängen könnte.

Drohne und Militaristen auf Flughafen
Legende: Ein Blick auf die türkische Bayraktar TB2-Kampfdrohne auf dem Luftwaffenstützpunkt Incirlik, Türkei. Keystone

So entscheiden Bayraktar TB2-Drohnen den Kampf um die Lufthoheit in Nord-Syrien, im Kaukasus oder in Libyen. In allen Fällen war die konventionell russisch-unterstütze Kriegsführung auf gegnerischer Seite unterlegen.

Ähnliches könnte sich jetzt in der Ukraine wiederholen. Denn auch Kiew hat türkische Drohnen gekauft, um sie im Ernstfall gegen die russisch unterstützen Separatisten im Osten des Landes einzusetzen.

Alle wollen die «türkische Wunderwaffe»

Ankara treibt dabei ein gefährliches Spiel. Denn Moskau wird nicht tatenlos zusehen, wenn türkische Militärtechnologie russische Interessensphäre immer mehr bedrängt.

Andererseits fühlt sich die Türkei bestätigt: denn die Liste der Länder, die für Kampfdrohnen anstehen, wird immer länger: Von Marokko über Tunesien bis Qatar und Saudi-Arabien will sich halb Nordafrika und die arabischen Länder mit Militärtechnik «Made in Turkey» eindecken – egal ob sie alliiert oder politische Gegner sind. Allein die Sehnsucht nach der türkischen Wunderwaffe verbindet.

10 vor 10; 31.5.21; 21:50 Uhr;

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Nick Schaefer  (Nick Schaefer)
    Die Schwiegersöhne des türkischen Diktators sind an den Schalthebeln der Macht.

    Die neue Sultansdynastie wächst.

    In allen grossen Ländern bauen die besten Physiker und Ingenieure wieder Waffen für den Endsieg.

    Wofür fleissig wieder Feindbilder erfunden werden.

    Die Menschheit sollte endlich in den Kleinstkinderkindergarten.
  • Kommentar von Heinz Michel  (Joshuatree)
    Mir graut vor der Zukunft unserer Enkelkinder, das Menschen solche Kriegswaffen (Mordwaffen) bauen und als Ingenieur noch Stolz darüber sind ist für mich nicht nachfühlbar. Könnten wir nicht endlich mal an einen Weltfrieden denken und unser Ingenieur wissen für schlauere Donge einsetzen?!
  • Kommentar von Charles Grossrieder  (View)
    Mit Zukunftstechnologie die eigene Abwehr stärken und daraus auch noch Geld schlagen. Sicher smarter, denn für Milliarden Flugzeuge kaufen, welche uns von aussen abhängig machen und wahrscheinlich auch gegen die Zukunftstechnologien nutzlos sein werden.
    So gesehen ist die Türkei der CH im Denken einige Schritte voraus.
    1. Antwort von Patrik Müller  (P.Müller)
      Nein, nicht unbedingt. Denn Drohnen können nur in Lufträumen eingesetzt werden wo derjenige der diese einsetzt auch die Luftüberlegenheit hat oder der Gegener über keine wirkliche Luftwaffe verfügt.