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Teherans Verbündete Beten, protestieren, stillhalten? Die Rolle der Huthis im Krieg

Die jemenitischen Rebellen gehören zu Teherans «Achse des Widerstands». Doch der Krieg gegen den Iran stürzt sie ins Dilemma.

Der Chef der mächtigen jemenitischen Rebellenorganisation war schnell zur Stelle. Noch am Abend des Kriegsbeginns verurteilte Abdul-Malik al-Huthi die «israelisch-amerikanische Aggression» – mit sanfter Stimme, aber scharfen Worten.

Huthi-Führer klagt «westliche Imperalisten» an

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Mann mit traditioneller Kleidung vor grünem Hintergrund.
Legende: Abdulmalik al-Huthi Screenshot

Verbrecherisch sei, was die westlichen Imperialisten hier auf muslimischem Boden anrichteten, sagte al-Huthi in die Kamera. Da sei es die Pflicht, der gesamten islamischen Welt, solidarisch mit dem Iran zu sein. Auch Jemen stehe vorbehaltlos auf der Seite der Islamischen Republik.

Huthi sieht sich selbst mit seiner Rebellenbewegung als die legitime Macht im Land, seit diese im Jemenkrieg die Hauptstadt Sanaa erstürmt, die Kontrolle der Institutionen an sich gerissen und mehr als die Hälfte des Staatsterritoriums unter ihre Kontrolle gebracht hat.

Um die Solidarität mit Iran zu unterstreichen, trommelten die Huthis ihre Gefolgsleute auf die Strassen der Hauptstadt Sanaa. Doch das wars, konstatiert der jemenitische Politexperte Farea al-Muslimi vom britischen Auslandforschungsinstitut Chatham House.

«Die Huthis haben bis jetzt mit Beten und Protestieren reagiert. Militärisch hielten sie sich still», sagt er. Es dürfte dabei bleiben, glaubt Muslimi – solange die Huthis nicht selber angegriffen werden.

Eskalation während des Gaza-Kriegs

Im Gazakrieg war das noch ganz anders. Da torpedierten die Huthis den Frachtverkehr im Roten Meer, ohne selbst provoziert worden zu sein. Sie schickten Drohnen und Raketen auch direkt nach Israel, aus Solidarität mit der palästinensischen Bevölkerung, wie sie sagten.

Menschenmenge mit erhobenen Waffen und grossem Porträt.
Legende: In Teheran wird man tatkräftigeren Beistand erwartet haben. Zumal die iranische Führung die Huthis nicht nur in der antiimperialistischen Rhetorik auf ihrer Seite glaubte, sondern sie auch mit Drohnen und Raketentechnologie unterstützte. Getty Images/Mohammed Mahmoud

Liegt die Zurückhaltung daran, dass die Huthis nicht in den gleichen Strudel gezogen werden wollen wie die Hisbollah im Libanon, die nun erneut unter massivem israelischem Beschuss steht?

Eine schmerzhafte Erinnerung für die Huthis sei vor allem das US-Bombardement vor einem Jahr in Jemen selbst, sagt Muslimi.

Menschen inspizieren Trümmer vor beschädigtem Gebäude.
Legende: Um die Huthis zu zwingen, die Schifffahrt im Roten Meer freizugeben, intensivierte die US-Luftwaffe damals ihre Angriffe auf Stellungen der jemenitischen Rebellen. Getty Images/Mohammed Hamoud

Die US-Angriffe setzten den Huthis zu. Beide Seiten kamen überein, die Feindseligkeiten zu pausieren.

Warum dieses Stillhalteabkommen aufs Spiel setzen? Das dürften sich die Huthis jetzt fragen. Zumal der Nutzen einer militärischen Intervention unklar erscheint. Würde sie überhaupt noch einen Unterschied machen im Krieg gegen den Iran?

Hinzu kommen ideologische Differenzen, betont Muslimi. Die Huthis präsentierten sich zwar als Teil der «Achse des Widerstands» – je schwächer die Hisbollah wurde, umso mehr gar als eine Wortführerin dieser Achse.

Die Huthis wurden im letzten Jahrzehnt selbst nicht müde, zu betonen, dass sie keineswegs die Marionetten Teherans sind.
Autor: Farea al-Muslimi Jemenitischer Politexperte

Doch es gibt beträchtliche Unterschiede zur Hisbollah. Die schiitische Miliz wurde in den 1980er-Jahren von iranischen Revolutionsgarden geschaffen, sie war immer abhängig von Teheran.

Die Huthis sind kein iranisches Konstrukt, sondern eine Stammesbewegung, die sich stolz auf Jahrhunderte zurückliegende jemenitische Königreiche beruft. Auch politisch und wirtschaftlich sind sie viel eigenständiger als die Hisbollah und selbst konfessionell verschieden vom Schiitentum, wie es im Libanon und Iran gepflegt wird.

«Die Huthis wurden im letzten Jahrzehnt selbst nicht müde zu betonen, dass sie keineswegs die Marionetten Teherans sind», ruft Muslimi in Erinnerung. Dennoch: Die Huthis haben im Laufe des Jemenkriegs militärisch immer stärker vom Iran und dessen Verbündeten profitiert.

Nimmt Israel die Huthis in Visier?

Bisher schickte die Hisbollah Raketenexperten, Teheran Waffensysteme. Der Ausfall dieser militärischen Unterstützung würde die Rebellen zwar treffen, doch die Machtverhältnisse in Jemen alleine nicht verändern, glaubt der jemenitische Politwissenschaftler in London, der die islamistische Bewegung und die Repression, die sie nach innen ausübt, seit Jahren scharf kritisiert.

Sich aus dem Sturm herauszuhalten vermöchten die Huthis gleichwohl nicht: Er erwarte, dass Israel, wenn es mit Iran fertig sei, sich die jemenitische Rebellenbewegung vornehmen werde. In der Reihe «unvollendeter Kriege», so wie Israel das sehe, seien die Huthis wohl so oder so das nächste Ziel.

Rendez-vous, 05.03.2026, 12:30 Uhr;liea

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