Bisher kommt die Operation «Epic Fury» des US-Militärs gegen den Iran weitgehend ohne Bodentruppen aus. In einem Interview mit der «New York Post» erklärte Präsident Trump, dass er zwar wahrscheinlich keine benötigen werde, aber auch «keine Bedenken» diesbezüglich habe und eine Bodenoffensive im Iran nicht kategorisch ablehnen würde.
Zwei Flugzeugträger, über 16 Kriegsschiffe und mehr als 100 Kampfflugzeuge, unterstützt von Transportern und Tankflugzeugen: Analysten bezeichnen Operation «Epic Fury» als grössten amerikanischen Truppenzusammenzug im Nahen Osten seit der Invasion des Irak 2003.
Die Truppenstärke wird auf 40'000 bis 50'000 Soldaten und Matrosen geschätzt. Das ist allerdings nur ein Bruchteil dessen, was die USA bei früheren Bodenoffensiven im Irak mobilisiert haben (siehe Box).
Der Blick in die Vergangenheit zeigt: Für eine Invasion des Iran bräuchte es noch einmal viel mehr Mittel. Mit seinen 1.6 Millionen Quadratkilometern ist dieses Land mit fast 90 Millionen Einwohnern fast vier Mal so gross wie der Irak.
Die iranische Armee verfügt über rund 400'000 Mann, dazu kommen zwischen 125'000 und 190'000 Revolutionsgardisten.
Ein Land wie eine Festung
Hinzu kommt die Topografie des Iran, die laut praktisch allen Experten eine Invasion massiv erschwert. Im Westen bildet das Zagros-Gebirge über etwa 1450 Kilometer eine natürliche Barriere.
Das Zagros-Gebirge «würde eine gross angelegte Invasion auf diesem Weg äusserst schwierig machen», schrieb der Analyst Zachary Keck bereits 2020 in einem Artikel in der Zeitschrift «The National Interest».
Auch von Afghanistan her im Osten erschweren natürliche Barrieren jeden Vormarsch. Dort müssten zwei grosse Wüstengebiete durchquert werden, die Lut-Wüste und die Dasht-e Kavir.
Sie gelten als einer der lebensfeindlichsten Orte der Welt und würden die Fähigkeit der USA, eine Invasion mit mechanisierten Truppen durchzuführen, stark einschränken, erklärt Analyst Keck.
Im Norden bildet die Elburs-Kette mit Gipfeln über 4000 Meter eine natürliche Mauer, die schwer zu überwinden ist und nur von wenigen Tälern und engen Pässen durchbrochen wird – ein ideales Gelände für Hinterhalte. Auch hier wäre eine schwere Armee in ihren Bewegungen sehr eingeschränkt.
Die einzige Möglichkeit, in den Iran einzumarschieren, sieht Zachary Keck im äussersten Südwesten, wo die Flüsse Tigris und Euphrat zusammenfliessen und den Schatt al-Arab bilden.
Dafür müsste man allerdings zunächst die derzeitige irakische Regierung stürzen, die sich einer Intervention von ihrem Territorium aus widersetzen würde. Und selbst wenn dies geschehen wäre, müssten sich die US-Truppen durch besonders sumpfiges und daher leicht zu verteidigendes Territorium kämpfen, um schliesslich auf die Zagros-Berge zu stossen.
In einer Analyse, die vor fast genau zwanzig Jahren für das US Naval Institute durchgeführt wurde, warnte ein ehemaliger US-Offizier: «Das zerklüftete Gelände des Iran sollte Militärstrategen dazu veranlassen, zweimal nachzudenken, bevor sie eine Invasion in Betracht ziehen.»