Zum Inhalt springen

Header

Video
Teilweise Einigung im Streit zwischen USA und China
Aus Tagesschau vom 12.10.2019.
abspielen
Inhalt

Teileinigung im Handelsstreit So will Trump die Bauern besänftigen

Es ist ein billiger Deal – für China. Es ist ein guter Deal – für die US-Bauern. Sie werden landwirtschaftliche Produkte im Wert 40 bis 50 Milliarden Dollar nach China exportieren können. Im Rekordjahr 2013 waren es rund 30 Milliarden Dollar.

«Die Bauern können schon mal mehr Land kaufen und grössere Traktoren, diese findet man bei John Deere und anderen grossartigen Händlern», versprach US-Präsident Donald Trump an der gestrigen Pressekonferenz im Oval Office.

Details sind noch offen

Nach 17 Monaten dramatischer Eskalation im Handelskrieg mit China gibt sich Washington mit einem simplen Tauschgeschäft zufrieden. Offenbar – laut Trump – gibt es zwar eine Einigung bezüglich geistigen Eigentums und Finanz-Dienstleistungen. Die US-Banken können also auf etwas mehr Marktzugang in China hoffen.

Aber die Details müssen noch ausgehandelt werden. Das Abkommen existiert erst in lockerer mündlicher Form. Und ganze Konfliktfelder bleiben unerwähnt: Die Währungsmanipulation, der erzwungene Technologietransfer, Cyberkriminalität, das Geschäftsverhalten quasi-staatlicher chinesischer Unternehmen, und spezifisch: der Streit-Fall Huawei.

Druck von den Bauern

Es kommt nicht ganz überraschend, dass Trump sich mit dem Minimal-Deal zufrieden gibt. Der Druck der landwirtschaftlichen Lobby ist in den letzten Monaten gewachsen. Eine Besänftigungs-Tour des Landwirtschaftsministers Sonny Perdue endete diesen Sommer im Debakel: In Minnesota buhten ihn die Bauern aus.

Der mittlere Westen mit seinen Sojabohnen- und Kornfeldern, den Kühen und Schweinen ist für Trumps Wiederwahl enorm wichtig. Iowa, Ohio, Wisconsin und Michigan schoben Präsident Trump 2016 unter anderem über die Siegeslinie ins Weisse Haus; die Stimmen der Bauern sind für ihn auch 2020 Match entscheidend.

Pause bis zu den US-Wahlen

Es kann gut sein, dass er den einen oder anderen Staat im Mittleren Westen verlieren wird. Die Trump-Kampagne möchte deshalb den Demokraten Minnesota abringen. Die Rechnung geht aber nur auf, wenn der Präsident die Bauern auf seiner Seite weiss.

Der Handelsstreit zwischen den USA und China ist mit der Einigung von gestern nicht beigelegt. Die bisherigen Zölle bleiben in Kraft. Es sind weitere Spannungen und Provokationen zu erwarten. Aber Donald Trump hat zur Entspannungspause gepfiffen. Und die wird wohl dauern bis die US-Wahlen vorüber sind.

Isabelle Jacobi

Isabelle Jacobi

USA-Korrespondentin, SRF

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Nach dem Studium in den USA und in Bern arbeitete Jacobi von 1999 bis 2005 bei Radio SRF. Danach war sie in New York als freie Journalistin tätig. 2008 kehrte sie zu SRF zurück, als Produzentin beim Echo der Zeit, und wurde 2012 Redaktionsleiterin. Seit Sommer 2017 ist Jacobi USA-Korrespondentin in Washington.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

12 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    In der fehlgeleiteten Schweizer AGRAR-Politik, werden auch die industrualisierten Chemie-Bauern mit Millionen an Volks-Subventionen unterstützt und damit die bewusste Gesundheitsschädigung, Vergiftung von: Ökosystem - Umwelt, Tier und Mensch skrupellos in Kauf genommen! Die Schweizer Bevölkerung, bezahlt für die eigene Vergiftung (Wasser, Erde, Nahrung)!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Die USA wollen landwirtschaftliche Produkte im Wert 40 bis 50 Milliarden Dollar nach China exportieren. In den USA ist die Gentechnik längst im Alltag angekommen: Gentechnisch veränderte Lebensmittel finden sich in jedem Supermarkt, ohne Kennzeichnung. Vom Schokoriegel über Bratwürste bis hin zu Eier-Nudeln sind viele Produkte unsichtbar genetisch verändert. Chlorhühnchen, sie gelten als ungesund und Kritiker befürchten, dass das Chlorhuhn weiterer Chemiekeulen in diversen Lebensmitteln ist.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Alexander Weljaminoff  (AndererMeinung)
    Was in unserer Presse vollkommen untergeht, ist die erstaunliche Wandlung von FOX News. Der Sender stellt sich neuerdings gegen Trump und hat eine eigene Umfrage gemacht, in der eine Mehrheit der Befragten Trump impeached UND abgesetzt haben wollen. Ob das mit der neuen FOX CEO Suzanne Scott zu tun hat ist nicht klar. Das könnte auf ein beschleunigtes politisches Ende von Donald Trump hindeuten. Trump Befürworter sind jedenfalls entsetzt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Karl Kirchhoff  (Charly)
      Das liegt an der Kritik von Fox gegenüber Trump. Der Zampano ist einfach nicht kritikfähig und würde auch Kritik von seinen eigenen Wählern nicht akzeptieren. Er sieht sich als einziges Genie, dass alles kann, weiß und darf.;)
      Ablehnen den Kommentar ablehnen