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Mike Pompeo: Zweifel an Trumps wichtigster Stütze
Aus Rendez-vous vom 26.11.2019.
abspielen. Laufzeit 04:05 Minuten.
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Telefonate mit der Ukraine Ist Pompeo der nächste, der abspringt?

Nun gerät auch der US-Aussenminister in den Strudel des Amtsenthebungsverfahrens gegen US-Präsident Donald Trump.

Rund 100 Dokumente sind seit ein paar Tagen frei im Netz zugänglich; E-Mails und Telefonprotokolle aus dem Aussendepartement, veröffentlicht per Gerichtsbeschluss nach einer Klage der Organisation American Oversight.

Wenn man diese Dokumente ansehe, verstehe man, warum Aussenminister Mike Pompeo keine Informationen herausgebe, und warum sich die Demokraten im Kongress darüber beklagen würden, sagte Austin Evers, Direktor von American Oversight, gegenüber MSNBC.

Zwei Telefonate mit Giuliani geführt

Denn die Dokumente zeigen, dass Pompeo schon im März zweimal mit Rudy Giuliani telefonierte, und dass das Aussendepartement über dessen Recherchen in der Ukraine Bescheid wusste. Giuliani war als Anwalt von US-Präsident Donald Trump federführend in der Ukraine-Affäre.

Ein Gespräch zwischen Giuliani und Pompeo koordinierte eine von Trumps Assistentinnen. Die Telefonate dauerten bloss vier Minuten und was die beiden besprachen, ist nicht klar. Aber die Gespräche erfolgten kurz bevor die US-Botschafterin in Kiew, Mary Jovanovic, vom Posten entfernt wurde.

Giuliani hatte gegen die Botschafterin eine Schmutzkampagne geführt. Nun ist sie eine Zeugin in der Amtsenthebungsuntersuchung der Demokraten. Diese Untersuchung wird zunehmend belastend für den US-Aussenminister.

Trumps Telefonat mit Selenski mitgehört

Pompeo war auch beim Telefonanruf zwischen Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski dabei. Es gelang ihm nicht, eine seiner Top-Diplomatinnen vor Mobbing aus dem Weissen Haus zu schützen. Inzwischen sind zudem diverse seiner Angestellten in den Zeugenstand getreten.

Beamte und Diplomaten haben unter Eid erzählt, wie wahlpolitisches Kalkül aus dem Weissen Haus die offizielle Aussenpolitik in der Ukraine untergraben hat. Und alle hätten davon gewusst, sagte der Kronzeuge Gordon Sondland, US-Botschafter in Brüssel, im Kongress aus. Er nannte Pompeo an erster Stelle als Adressat eines E-Mails, das er als Beweismittel aufführte.

Seine Führungsfähigkeit wird angezweifelt

Die Zweifel an der Führungsfähigkeit des Aussenministers steigen und die Moral im Aussendepartement sei unter Null, hört man. Kritisiert wird auch Pompeos Personalpolitik. Denn fast alle Schlüsselstellen sind zwar inzwischen besetzt, allerdings politisch, das heisst, ohne Bestätigung des Senats.

Das alles führe zu einer Herabsetzung der US-Diplomatie in der Welt, sagt William Burns, früherer US-Botschafter in Russland und nun Präsident der Denkfabrik Carnegie Endowment for International Peace, gegenüber NPR.

Angeblich an einem Senatssitz interessiert

Nun werden Stimmen laut, die sagen, Aussenminister Pompeo solle sich in den Ukraine-Beziehungen für befangen erklären. Das werde er sicher nicht tun, sagte dieser letzte Woche an einem Nato-Treffen in Brüssel. Er kenne die US-Politik in der Ukraine genau und er sei stolz darauf, was er erreicht habe.

Trotz dieser Standfestigkeit: In Washington munkelt man, Pompeo sei kurz vor dem Absprung und plane, kommendes Jahr in Kansas für einen Senatssitz zu kandidieren. Vielleicht ist es ein falsches Gerücht – vielleicht auch nicht.

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Junior Cruz  (Fagg_U)
    Wenn Pompeo geht, soll er Pence gleich mitnehmen!
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  • Kommentar von Walter Wieser  (Walt)
    Journalisten sollten eigentlich Woerter wie "Munkeln" und "Geruechte" nicht verwenden sondern recherchieren und mit verifizierten Facts arbeiten. Fuer mich gibt es keine Anzeichen das Pompeo gehen muss oder moechte. Wie er heute mitgeteil hat wird er auch zu gegebener Zeit fuer eine Anhoerung zur Verfuegung stehen. Am 3. Dezember fangen jene vor dem Judicial Committee an. Der Knueller kommt aber am 9. Dezember wenn der FISA Bericht veroeffentlicht wird. Dann geht es erst richtig los!
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    1. Antwort von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
      Ich hoffe Sie bekommen recht. Gerade hat Paul Craig Roberts seine Bedenken begründet, warum Barr, Durham und Horrowitz eher Bauernopfer präsentieren werden um vor den Verbrechen der Eliten bzw. des Deep State abzulenken.
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    2. Antwort von Stefan Huwiler  (huwist)
      @ Bernoulli: Hat dieser Deep State eigentlich auch Mitglieder oder brauchen das Fantasievereinigungen nicht?
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    3. Antwort von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
      Die zwei Ex-CIA-Chefs Brennan und McLaughlin haben in einem öffentlichen Interview am 30.10.19 die Existenz des Deep State - zu dem die Geheimdienste gehören - bestätigt und, dass dieser versuchte und versucht, Trump zu entmachten. Brennen ist einer der Hauptdrahtzieher hinter der Russlandaffäre. Offensichtlicher geht nicht was an Machtkampf in Washington ausgetragen wird. Da wird mit illegalen Mitteln versucht, ein gewählter US-Präsident zu entmachten.
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    4. Antwort von Karl Kirchhoff  (Charly)
      Was sie hier als Knüller verkaufen wollen, wird wohl eher ein Flop.
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  • Kommentar von Urs Stotz  (Urs Stotz)
    Erstaunlich wie vom Russian Gate und : «Die Russen haben die US Wahlen gehackt!», trotz dem Mueller Report, wo nichts davon übrig blieb, nahtlos zum Ukraine Gate gewechselt wird und die Medien aus allen Rohren die Abwahl von Trump verkünden. Zu den eigentlichen Skandalen: «Fisa Memo Skandal» gefälschten Anschuldigungen (Christopher Steele Dossiers) gegen Trump um ihn widerrechtlich abzuhören oder was die Obama Administration und die Bidens in der Ukraine gemacht haben, das wird verschwiegen.
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    1. Antwort von Thomas Bünzli  (Tumasch)
      @ Stotz: Wenn man ein selektives Gedächtnis hat, dann ist vom Mueller Report nichts übrig geblieben - wenn man an den Fakten interessiert ist, weiss man, dass unbestritten ist, dass Russland massiv in den Wahlkampf eingegriffen hat und etliche Personen aus dem Trump-Umfeld verurteilt wurden. Und falsche Anschuldigungen Ihrerseits machen die Sache auch nicht besser!
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    2. Antwort von Urs Stotz  (Urs Stotz)
      Herr Bünzli, mit dem Gedächtnis sollten Sie vorsichtig sein. Nur weil jetzt 3 Jahre fast täglich gesagt wird es soll so gewesen sein, heisst es nicht dass es wahr ist. Von diesem massivem Russen Eingriff blieben etwa 150000 Dollar Werbung von einigen Russen auf Facebook und Co übrig. Der angebliche Clinton Email Hack sieht eher nach einem Inside Job aus.
      Ein Gedächtnis nützt Ihnen nichts, wenn die darin gespeicherten Informationen falsch sind.
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    3. Antwort von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
      @Th. Bünzli: Wurde eine Person aus dem Umfeld von Trump angeklagt wegen Zusammenarbeit mit Russland? Bekannt ist zudem geworden, dass das FBI mit einem Trick Flynn in eine Falle gelockt hat und das FBI vorher wusste, dass er eigentlich unschuldig ist (alles mit Originaldokumenten belegt, also keine "vom Hörensagen"-Geschichte.
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