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Legende: Video Journalistin bei Ausschreitungen in Nordirland erschossen abspielen. Laufzeit 01:23 Minuten.
Aus Tagesschau vom 19.04.2019.
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«Terroristischer Vorfall» Journalistin bei Ausschreitungen in Nordirland getötet

  • Bei Zusammenstössen mit der Polizei ist nahe der nordirischen Stadt Londonderry eine junge Frau getötet worden.
  • Die Polizei wertet den Fall als terroristischen Akt.
  • Seit Jahresbeginn häufen sich in Nordirland Gewaltausbrüche ähnlicher Art.

Brennende Barrikaden, Schüsse, Angriffe auf Polizisten. Nahe der nordirischen Stadt Londonderry ist es zu gewaltsamen Ausschreitungen und tödlichen Schüssen auf eine junge Frau gekommen.

ddd
Legende: SRF

Brandsätze und Schüsse

Der Tod der 29-Jährigen in der Wohnsiedlung Creggan werde als «terroristischer Vorfall» behandelt, teilte die örtliche Polizei in der Nacht über Twitter mit. Es wurden Mordermittlungen eingeleitet. Zuvor hatte die Polizei darüber informiert, dass in Creggan Brandsätze geschleudert und mehrere Schüsse abgefeuert worden seien.

Polizeibehörde zum Tod der 29-Jährigen

Auf Bildern vor Ort sah man brennende Autos, gepanzerte Einsatzfahrzeuge der Polizei und schwer bewaffnete Sicherheitskräfte. Zu den Hintergründen gaben die Behörden zunächst keine Details preis.

Eskalation seit Jahresbeginn

Londonderry hat rund 85'000 Einwohner und liegt im äussersten Nordwesten der nordirischen Provinz an der Grenze zur Republik Irland. Dort wohnen vor allem Katholiken, die ihre Stadt schlicht Derry nennen. In dem britischen Landesteil treiben paramilitärische Gruppierungen ihr Unwesen.

Vermummte greifen Polizeifahrzeug mit Brandsätzen an.
Legende: Steine und Molotow-Cocktails gegen Sicherheitskräfte - in der Nacht eskalierte die Lage. Keystone

Seit Jahresbeginn sind wiederholt Sprengsätze in Londonderry explodiert, ohne dass es dabei Verletzte gegeben hätte. Einer davon detonierte im Januar vor einem Gericht mitten in der Stadt, nachdem kurz zuvor eine Warnung bei den Behörden eingegangen war.

Neue Sorgen wegen Brexit-Verhandlungen

Unklar war zunächst, ob die neuerlichen Unruhen im Zusammenhang mit dem Osterwochenende stehen, das traditionell für politische Kundgebungen genutzt wird.

Zuletzt waren im Zuge der Brexit-Verhandlungen die Sorgen gewachsen, dass die drohende Einführung von Grenzkontrollen zwischen dem britischen Nordirland und der auch künftig zur EU gehörenden Republik Irland die Gewaltspirale in der Ex-Bürgerkriegsregion wieder in Gang setzen könnte.

In dem über Jahrzehnte währenden Konflikt standen katholische Nationalisten, die eine Vereinigung mit Irland anstreben, protestantischen Unionisten gegenüber, die weiterhin zu Grossbritannien gehören wollen.

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37 Kommentare

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  • Kommentar von Nunzio DiResta (Nunzio)
    Ist das nun dieses bessere Grossbritannien? Rechtsextremer Nationalismus bedeutet mehr Unsicherheit, mehr Gewalt und weniger Wohlstand. Diese Lehre könnten die Schweizer aus diesem Brexit Desaster zumindest lernen.
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    1. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Nunzio DiResta: Einfach zur Klarstellung. In diesem Fall waren die Nationalisten Iren; konkret die "New IRA".
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  • Kommentar von S. Petrovic (S.Petrovic)
    Informieren sie sich was Oliver Cromwell im Irland mit seine Armee eingerichtet hat und wocher kommen Protestanten. Vielleicht kann dass eure Meinung ändern.
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    1. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ S. Petrovic: Wenn Sie hunderte von Jahren in der Geschichte zurückgehen wollen, können Sie nirgends mehr auf der Welt einen Frieden erreichen. Da finden Sie unzählige offene Rechnungen. Wir leben im 21. Jahrhundert und nicht mehr im 17. Jahrhundert.
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    2. Antwort von S. Petrovic (S.Petrovic)
      @Herr Leu. Wenn eine Besatzung hunderte von Jahren stattfindet es bedeutet nicht das noch hunderte von Jahren dauern soll.
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  • Kommentar von Thomas Leu (tleu)
    Danke Herr Barnier, dass Sie so kompromisslos mit UK verhandelt haben. Schade, dass man der heutigen EU den Friedensnobelpreis nicht wieder entziehen kann. Das ist nicht mehr die EG aus den Gründerzeiten, welche noch Visionen hatte und für alle da sein wollte. Die heutige EU hat keinen Plan mehr, einfach nix. Schade, die junge Frau hätte nicht sterben müssen.
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Warum sollte es die Schuld der EU sein, wen GB seine Hausaufgaben nicht macht? Der Nordirlandkonflikt ist ein Produkt der Englischen Kolonialherrschaft. Dank der EU konnte es entschärft werden. Wenn jetzt GB aus der EU will und keine Perspektive für das Problem hat ist das nicht die Schuld der EU. Zumal die aktuelle Regierung in GB mit der einen radikalen Partei eine Koalition hat und darum zum eigenen Machterhalt unparteiisch sein muss.
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    2. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Nordirland ist eine Altlast des Empire und wurde nicht von der EU verursacht.
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    3. Antwort von S. Borel (Vidocq)
      Nein... diese junge Frau hätte nicht sterben müssen... ist es die „Schuld“ der EU oder Barnier‘s? Nein. Da machen Sie es sich viel zu einfach. Und wer beim Brexit Unterfangen null Plan hatte, ist auch klar. All jene, die den Brexit angezettelt haben, haben sich nach der Abstimmung aus der Verantwortung gestohlen, um wie Farrage jetzt wiederaufzustehen.., ausser rumkrakelen können die nichts.
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    4. Antwort von Jürg Brauchli (Rondra)
      @Müller: Sie wissen aber schon, dass GB immer noch in der EU ist?
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    5. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      Die EU unter Barnier hat knallhart das Gesetz des Stärkeren ausgenutzt. Hätten die Grossmächte 1815 nur Barniers an den Wiener Kongress geschickt, wäre die Schweiz zerstückelt und an Deutschland, Frankreich, Österreich und das entstehende Italien verschachert worden. Es ist am Stärkeren, so etwas zu verhindern. UK wollte aus der EU raus. Das ist deren Recht. Der Preis wurde aber von der EU zu hoch angesetzt. Das geht nicht, schliesslich war die EU an den Friedensverhandlungen in Nordirland dabei
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    6. Antwort von Albert Planta (Plal)
      tleu: sie haben das Nordirland-Problem nicht begriffen. Änderungen betreffend dem Status Nordirlands können den Status Quo in frage stellen und das labile Gleichgewicht zerstören. Es ist in erster Linie im Interesse der Briten, dass der Bombenterror der IRA Geschichte bleibt.
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    7. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Albert Planta: Sie haben falsch verstanden. Ich bin nicht für Änderungen, aus den gleichen Gründen wie Sie. Aber hier plädieren viele Kommentatoren ziemlich unbedarft und in Unkenntnis der Zusammenhänge für "Rückgabe" von Nordirland an Irland. Das wäre eine massive Änderung und der Konflikt würde eskalieren. Ich sage aber, dass die EU, als ehemalige Friedensstifterin, sensibler hätte verhandeln können. Das sind hochqualifizierte Diplomaten. Da hätte man eine bessere Lösung erwarten können.
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    8. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Ich bin nach wie vor überzeugt, die beste Lösung ist, man belässt den Status Quo. Dies ist allerdings bei einem harten Brexit so gut wie nicht möglich. Ich denke, die EU hat beileibe genug Geduld aufgewendet. London ist anscheinend nicht in der Lage, eine plausible Lösung anzunehmen. Das britische Parlament ist in sich tief gespalten.
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    9. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Albert Planta: Die EU hat gewusst, dass es so nicht funktionieren wird. Kein Staat kann eine Zollgrenze mitten durch das eigene Land akzeptieren. Das ist faktisch eine Annexion. Wenn aber die Grenze zwischen Nordirland und Irland verläuft, wird das zu Gewalt führen. Von hochdekorierten Diplomaten wie Barnier kann man erwarten, dass man das antizipiert und eine bessere Lösung sucht, statt einfach zu sagen: "Es gibt keine Verhandlungen mehr; schaut mal selber!" Mitleid mit EU ist fehl am Platz.
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    10. Antwort von S. Borel (Vidocq)
      Herr Leu, ich verstehe Sie beim besten Willen nicht. Sie beklagen sich über die Unkenntnis der Kommentatoren hier in Bezug auf Nordirland und schreiben so, als wäre es die EU, die eine Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland ziehen würde, so als ob es nie eine Grenze gegeben hätte.
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    11. Antwort von Albert Planta (Plal)
      tleu: Nochmals, speziell für sie: Nordirland ist eine Altlast des Empire und wurde nicht von der EU verursacht. Daraus können sie schliessen, dass sie dieses Problem nicht der EU in die Schuhe schieben können. Wenn durch einen Brexit die politische Stabilität in einem Landesteil ins Wanken geraten könnte ist dies das Problem der Briten. Wir hatten seinerzeit das Juraproblem auch selbständig lösen können ohne Hilfe von aussen.
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    12. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      Nochmals speziell für die Herren Planta und Borel: Ich bin nicht für den Brexit. Da ich kein Brite bin, habe ich dazu nichts zu sagen, sondern akzeptiere, als guter Demokrat, den Entscheid der Mehrheit des britischen Volkes. Fakt ist: Am Karfreitagsabkommen war die EU Patin des Friedensprozesses und hat u.a. deswegen den Friedensnobelpreis erhalten. Somit sollte sich die EU jetzt nicht einfach aus dem Staub machen und die Briten mit einem ungeniessbaren Austrittsvertrag dem Schicksal überlassen.
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