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In diesem Jahr kein Meer von weissen Kerzen
Aus HeuteMorgen vom 03.06.2020.
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Tiananmen-Massaker Gedenkfeier in Hongkong erstmals verboten

Hongkongs Regierung nimmt Corona als Grund für ein Verbot für das jährliche öffentliche Gedenken an Tiananmen.

Morgen jährt sich die blutige Niederschlagung der Tiananmen-Bewegung in Peking. In China selbst ist das Thema tabu. In Hongkong aber wird jährlich der Opfer von 1989 gedacht. Für dieses Jahr wurde die Veranstaltung aber erstmals verboten.

Verbot bis 4. Juni verlängert

Zehntausende Menschen hörten am 4. Juni vor einem Jahr im Hongkonger Victoria Park still der chinesischen Trauermusik zu. Ein Meer von weissen Kerzen leuchtete in der Hongkonger Nacht – so wie jedes Jahr. Eindrucksvolle Bilder, die auf dem chinesischen Festland undenkbar wären. Öffentliche Gedenkveranstaltungen zum Tiananmen-Massaker sind dort verboten.

Die Regierung nutzt alle Möglichkeiten, damit wir keine legale Versammlung abhalten können.
Autor: Sunny CheungHongkonger Demokratie-Aktivist

Doch in diesem Jahr darf die Gedenkveranstaltung im Hongkonger Victoria Park so nicht stattfinden. Hongkongs Regierung hat das Verbot von Versammlungen mit mehr als acht Personen bis und mit 4. Juni verlängert. Und das, obwohl die Stadt kaum noch Corona-Fälle verzeichnet, ärgert sich der Hongkonger Demokratie-Aktivist Sunny Cheung: «Daran sehen Sie, dass die Regierung alle Möglichkeiten nutzt, damit wir keine legale Versammlung abhalten können.»

Eine Person steht vor einer Panzerkolonne.
Legende: Anfang Juni 1989 fuhren Panzer auf dem Tiananmen-Platz in Peking auf, wo Demokratie-Aktivisten seit Tagen demonstrierten. Kurz darauf wurde in der Stadt scharf geschossen. Schätzungsweise 2600 Menschen kamen ums Leben. Reuters

Raum für Kritik wird kleiner

Denn für viele Hongkongerinnen und Hongkonger ist die jährliche Gedenkfeier äusserst wichtig. Sie habe auch die Identität der Hongkonger geprägt, «weil wir wissen, dass wir dem kommunistischen Regime nicht trauen können», sagt Cheung. «Und wir wissen, dass wir auf unsere Freiheiten Wert legen müssen.»

Im benachbarten Macao, Chinas zweiter Sonderverwaltungszone, haben die Behörden der jährlichen Tiananmen-Fotoausstellung für dieses Jahr die Genehmigung entzogen. Der Raum für Kritik an der chinesischen Regierung wird auch in Chinas Sonderverwaltungszone zunehmend kleiner.

SRF 4 News, Heute Morgen, 3. Juni 2020, 06:00 Uhr

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Andy Gasser  (agasser)
    Die EU und die Schweiz könnten Corona Kredite an die Verpflichtung knüpfen, dass Firmen ihre Produktionen aus China abziehen. Die Idee einer erweiterten G7, inklusive Indien und Korea ist zu Verfolgen. Gemeinsam können die grössten Industriestaaten China in die Knie zwingen. Der Aufstieg dieses Landes kann und muss Rückgängig gemacht werden, solange es keine Demokratie ist.
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  • Kommentar von Paul Soltermann  (ps)
    Wer noch ueber den ideologischen Tellerrand hinausschauen kann, muss zugestehen, dass eine Massendemo im Augenblick in HK so oder so ein unnoetiger Wahnsinn waere.
    Nicht vergessen: In HK gibt es zZ, genau wie im uebriigen China, noch keine Herdenimmunitaet ggue dem Corona-Virus.
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  • Kommentar von Paul Soltermann  (ps)
    Wer noch ueber den ideologischen Tellerrand hinausschauen kann, muss zugestehen, dass eine Massendemo im Augenblick in HK so oder so ein unnoetiger Wahnsinn waere.
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