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Legende: Audio Neue Hoffnung auf Frieden in der Ostukraine abspielen. Laufzeit 03:21 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 02.07.2019.
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Truppenrückzug in Ostukraine «Die Kämpfe gehen auf kleinem Feuer weiter»

In der Ostukraine haben die Konfliktparteien alle Truppen und schweren Waffen bei der Ortschaft Stanyzja Luganska abgezogen. Dort liegt wenige Kilometer nordöstlich von Lugansk der einzige Übergang zwischen dem Regierungsgebiet und dem der Rebellen im Lugansker Gebiet.

Es sei ein «erster Schritt zur Feuereinstellung entlang der gesamten Kontaktlinie», sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski am Montag. Für NZZ-Korrespondent Markus Ackeret ist der Truppenrückzug allerdings in erster Linie ein symbolischer Schritt.

Markus Ackeret

Markus Ackeret

Russland-Korrespondent, NZZ

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Markus Ackeret hat osteuropäische Geschichte sowie russische Literatur studiert. Seit 2006 arbeitet er in der Auslandreaktion der «Neuen Zürcher Zeitung», zunächst als Russland-Korrespondent, danach berichtete er zuerst aus Peking und später aus Berlin. Im Januar ist er als Russland-Korrespondent nach Moskau zurückgekehrt.

SRF News: Ist dies der Anfang vom Ende des Krieges?

Markus Ackeret: Es ist mehr symbolisch. Das bedeutet natürlich noch nicht das Ende des Krieges. Aber der Rückzug bringt einen grösseren Abstand zwischen den schweren Waffen der ukrainischen Regierungstruppen und der Einheiten dieser separatistischen Region Lugansk.

Karte mit Ukraine und Russland, eingezeichnet die Konfliktregionen
Legende: Seit 2014 stehen Teile der Gebiete Lugansk und Donezk unter Kontrolle der aus Russland unterstützten Separatisten. SRF

Das heisst, diese beiden Truppen sind auf Distanz gegangen?

Ja, sie sind an diesem spezifischen Ort auf Distanz gegangen. Das ist auch ein Erfolg: Dafür hat man lange verhandelt. Aber es bezieht sich halt nur auf ein kleines Gebiet. Gleichzeitig sind am Montag auch zwei ukrainische Soldaten im Konfliktgebiet durch einen Raketenbeschuss ums Leben gekommen. Die Kämpfe gehen auf kleinem Feuer weiter, das meldet auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, die OSZE, jeden Tag.

Truppenrückzug ist Teil einer Vereinbarung

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Der Truppenrückzug ist Teil einer Vereinbarung, die bereits 2016 für drei Gebiete getroffen worden war. In Petriwske und Solote gelang dies damals weitgehend.

Dies soll als Vorbild für die Entmilitarisierung der insgesamt 500 Kilometer langen Frontlinie dienen. In Stanyzja Luhanska liegt der einzige Übergang zwischen dem Regierungsgebiet und dem der Rebellen im Lugansker Gebiet.

Präsident Selenski hat betont, den Krieg in der Ukraine zu beenden sei sein wichtigstes Vorhaben. Hat man das im ersten Monat seiner Präsidentschaft gemerkt?

Ja, insofern es ein Thema ist, an dem Selenski nicht vorbeikommt. Es waren viele Erwartungen der Wähler in die Lösung dieses Konflikts gesteckt worden. Selenski reiste auch schon an die Kontaktlinie. Konkrete Handlungen gibt es aber noch nicht.

Frauen spazieren an einem durchlöcherten Haus vorbei
Legende: Bei den Kämpfen zwischen Separatisten und Regierungstruppen wurden laut UNO-Schätzungen rund 13'000 Menschen getötet. Keystone/Archiv

Trauen die Ukrainerinnen und Ukrainer Selenski zu, dass er den Krieg in der Ostukraine bald beenden wird?

Die Meinung zum neuen Präsidenten ist noch überall sehr vorsichtig. Die Leute sagen sehr wenig dazu, sie äussern sich sehr zurückhaltend. Sie haben Hoffnungen, deshalb haben sie Selenski auch gewählt. Die Ostukraine spielte bei dieser Präsidentenwahl eine grosse Rolle.

Die Menschen haben Hoffnungen, deshalb haben sie Selenski auch gewählt.

Die Menschen äussern die Hoffnung, dass sich die Lage entspannt und es neue Möglichkeiten des Austausches im Kleinen gibt. Dafür ist ein Truppenrückzug wichtig, weil dadurch auch der Kontakt über diese Linie hinweg für den Alltag und für die Bürger in diesem Gebiet etwas einfacher wird.

Das Gespräch führte Christoph Kellenberger.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
    Wer diesen Krieg in der Ukraine gezündet hat, sind diejenigen, welche die Sniper auf dem Maidan engagiert hatten. Wo bleibt die diesbezüglichen Untersuchungen? Wo bleibt die Untersuchung des Odessa-Massaker? Wetten, dass wenn es die prorussische Seite gewesen wäre, die neue Regierung alles daran gesetzt hätte, diese Ereignisse zu untersuchen um die Verantwortlichen vor Gericht zu ziehen? Stattdessen hat die neue, vom Westen unterstützte Regierung diese Abklärungen versanden lassen...
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  • Kommentar von Alexander Ognjenovic  (Alex)
    Viele Menschen begreifen immer noch nicht die Tatsache dass Russen und Ukrainer das gleiche Volk sind! Und sie lebten 1000e Jahre zusammen in einem Land denn die Ukraine gehörte 1000e Jahre zu Russland! Natürlich ist es im Moment etwas utopisch zu behaupten dass die Ukraine wieder Russland gehören müsse aber man kann wenigstens wieder gute Beziehungen aufbauen zwischen beiden Bruderstaaten und auch auf wirtschaftlicher Ebene wieder zusammen arbeiten! Die Zukunft befindet sich eh im Osten!
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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    Wiederhole mich gern noch einmal: Selensky ist da nicht vorbelastet und hat die Möglichkeit diesen Krieg zu beenden: Den Donbass und die Krim als verloren zu erklären und für den Rest der immer noch grossen Ukraine die bewaffnete Neutralität auszurufen. Mit Unterstützung der Schweiz könnte er anschliessend einen direktdemokratischen Staat aufbauen. In der aktuell weltpolitischen Lage, würde es nicht mal Putin wagen, einen Neutralen Staat anzugreifen.
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    1. Antwort von Peter Boos  (P.Boos)
      Wie bitte?!? Was soll das? Nicht die Ukraine hat den Donbass als "verloren zu erklären" - die russische Armee hat sich schleunigst aus diesem Teil der Ukraine zurückzuziehen. Danach soll die Schweiz die Ukraine unterstützen, einen föderalistisch organisierten Staat aufzubauen. Die Ostukraine ist - wie im Übrigen auch die Krim, wenn auch "nur" noch gemäss internationalem Recht - Teil der Ukraine. Russland hat dies endlich zu akzeptieren!
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    2. Antwort von Alexander Ognjenovic  (Alex)
      Bendicht Häberli/ Selbst Russland hat kein Interesse an den Donbass! Für Russland war nur die Krim wichtig wegen den wichtigen Stützpunkten! Was den Donbass betrifft: da haben sich auch russische Politiker wie Putin und Lavrov entschieden dass der Donbass bei der Ukraine bleibt! Macht für Russland auch Sinn denn diese 4 Millionen Bewohner des Donbass werden dann in Zukunft pro-russische Parteien an die Macht in der Ukraine wählen so dass die Ukraine nie der NATO beitreten kann!
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