- Bei einem schweren Erdbeben der Stärke 7.8 vor den Philippinen sind nach Angaben der örtlichen Behörden mindestens 32 Menschen ums Leben gekommen.
- Zudem seien über 200 Menschen verletzt worden, teilte der Direktor der Behörde mit.
- Die Schadensbewertung und die Erfassung weiterer Opfer dauerten aber noch an.
- Der Katastrophenschutz sprach von mindestens zwölf Vermissten, ohne weitere Details zu nennen.
Das Beben der Stärke 7.8 hatte am Morgen (Ortszeit) die südliche Insel Mindanao erschüttert, Gebäude einstürzen lassen und Menschen in Panik auf die Strassen getrieben. Besonders betroffen war die Stadt General Santos City mit rund 700'000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Nach Angaben des Zivilschutzes wurden dort die meisten Todesopfer registriert.
Tsunami-Warnungen aufgehoben
Die zunächst ausgegebenen Tsunami-Warnungen wurden inzwischen aufgehoben. Das US-Tsunami-Warnzentrum hatte zuvor vor Wellen von bis zu drei Metern Höhe gewarnt. Das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) registrierte in mehreren Küstengebieten Flutwellen von bis zu 1.4 Metern Höhe, hob aber am Nachmittag ebenfalls seine Warnung auf. Phivolcs sprach zudem von mehr als 250 teils heftigen Nachbeben. Das schwerste hatte eine Stärke von 6.7.
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Bild 1 von 4. Das Epizentrum des Erdbebens wurde vor der südphilippinischen Insel Mindanao südwestlich der Stadt General Santos verortet. Bildquelle: REUTERS/Edwin Espejo.
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Bild 2 von 4. Das Erdbeben hatte eine Stärke von 7.8. Bildquelle: GenSan DEV/Handout via REUTERS.
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Bild 3 von 4. Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt oder stürzten ganz ein. Bildquelle: GenSan DEV/Handout via REUTERS.
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Bild 4 von 4. In den betroffenen Gebieten wurde sowohl der Schulbetrieb als auch die Arbeit in vielen öffentlichen und privaten Einrichtungen ausgesetzt. Bildquelle: REUTERS/Manman Dejeto.
Die philippinische Katastrophenschutzbehörde erhielt derweil Berichte über Schäden an Schulen, Spitälern, Einkaufszentren und Kirchen. Mehrere Gebäude auf Mindanao stürzten teilweise oder ganz ein. Der Flughafen von General Santos City wurde vorübergehend geschlossen. Das Beben traf die Region um 7:37 Uhr (Ortszeit) am ersten Schultag des neuen Schuljahres.
An Schulen und Behörden fanden vielerorts gerade Flaggenzeremonien statt – Glück im Unglück, denn zahlreiche Schüler, Lehrkräfte und Beschäftigte hielten sich gerade im Freien auf. Der Unterricht wurde in den betroffenen Gebieten ausgesetzt, ebenso die Arbeit in vielen öffentlichen und privaten Einrichtungen.
Auch in östlichen Teilen Indonesiens, wo die Erdstösse ebenfalls zu spüren waren, registrierte die Agentur für Meteorologie, Klimatologie und Geophysik (BMKG) an mehreren Messstationen kleine Tsunami-Wellen. Der Meeresspiegel stieg hier aber nur leicht an. Auch hier wurde die Tsunami-Warnung mittlerweile aufgehoben.
Epizentrum südlich der Insel Mindanao
Das deutsche Zentrum für Geoforschung (GFZ) in Potsdam gab die Stärke des Erdbebens mit 7.8 an und verortete das Epizentrum vor der südphilippinischen Insel Mindanao südwestlich der Stadt General Santos in einer Tiefe von zehn Kilometern. Die philippinischen und indonesischen Behörden bezifferten die Stärke auf 7.0 beziehungsweise 7.7.
In der philippinischen Provinz Sarangani nahe dem Epizentrum fielen der Strom und die Telekommunikationsverbindungen aus. Der philippinische Präsident Ferdinand Marcos kündigte rasche Hilfsmassnahmen an.
Philippinen liegen auf dem «Ring of Fire»
Kleinere Tsunami-Wellen seien in Taiwan, Japan, Guam, Papua-Neuguinea und mehreren Inselstaaten und Territorien im westlichen Pazifik möglich. Für Hawaii oder die Küste des amerikanischen Festlands bestehe keine Gefahr, teilte das «Pacific Tsunami Warning Center» (PTWC) mit.
Die Philippinen, eines der katastrophenanfälligsten Länder der Welt, werden aufgrund ihrer Lage am pazifischen «Ring of Fire», einem Bogen aus seismischen Verwerfungen rund um den Ozean, häufig von Erdbeben und Vulkanausbrüchen heimgesucht.