Schätzungsweise 20'000 ukrainische Kinder mussten Identität und Staatsbürgerschaft wechseln und wurden in Russland zur Adoption freigegeben. Krieg habe viele Fratzen, aber Kinder zu entführen gehöre zum Schrecklichsten, was denkbar sei. Die EU habe dem ein Ende zu setzen und Russland habe hierfür zu bezahlen, so EU-Kommissarin Martha Kos.
Trotz intensiver internationaler Bemühungen konnten nach Angaben ukrainischer Behörden bislang nur etwas mehr als zweitausend Kinder zurückgebracht werden.
Russland trägt die Verantwortung
Die Europäische Union habe die Pflicht, Russland zur Verantwortung zu ziehen für alle Kriegsverbrechen, welche unter Putins Führung in der Ukraine begangen werden. Und dazu zähle insbesondere das Verschleppen von Kindern, sagte der Aussenminister von Litauen Kestutis Budrys.
Die EU will mit den beschlossenen Sanktionen ein Zeichen des Widerstandes setzen: Sanktionen unterworfen werden unter anderem eine Leiterin eines Lagers, in dem ukrainische Minderjährige untergebracht sind, und Einrichtungen, die für die Indoktrination, für die «Russifizierung» und militarisierte Erziehung von Kindern zuständig sind. Russland verstosse gegen internationales Recht, unterstreicht die EU und verletze die Grundrechte von Kindern.
Den sanktionierten Personen wird die Einreise nach Europa oder die Durchreise verboten und, falls vorhanden, deren Vermögenswerte in der EU blockiert. Die Sanktionen wurden im Rahmen einer internationalen Konferenz in Brüssel beschlossen, welche von der EU zusammen mit Kanada und der Ukraine durchgeführt wird. 47 Länder und internationale Organisationen gehören der internationalen Koalition an. Diese wurde vor zwei Jahren von Kanada ins Leben gerufen und hat zum Ziel, möglichst alle aus der Ukraine verschleppten Kinder zu identifizieren und in ihre Heimat zu ihren Verwandten zurückzuholen. Wiedergefundene Kinder werden dabei unterstützt, in ihr früheres Leben zurückzufinden. Gleichzeitig soll Russland vor dem internationalen Gerichtshof zur Rechenschaft gezogen werden.
Schweiz nimmt an der Koalition teil
Die Schweiz nimmt heute zum ersten Mal als Mitglied am Treffen der internationalen Koalition teil. Bisher begleitete die Schweiz die Arbeiten lediglich «beobachtend». In weiten Teilen übernimmt die Schweiz jeweils die Sanktionen, welche die EU gegen Russland verhängt.