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Verzweifelte Hilferufe aus der Provinz Idlib
Aus HeuteMorgen vom 30.01.2020.
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Umkämpfte Provinz Idlib Der humanitäre Preis ist unbeschreiblich

Die UNO prangert die Lage der Menschen in der syrischen Region an – und fordert ein sofortiges Ende der Kämpfe.

Idlib, die Provinz im Nordwesten Syriens, ist das letzte Rebellengebiet, das sich der Kontrolle der Assad-Truppen noch entzieht, doch: Eine Offensive der Regierungstruppen mit russischer Unterstützung kommt schnell voran. Die Assad-Kräfte melden die Einnahme der ehemals zweitgrössten Stadt der Provinz Idlib. Der humanitäre Preis ist unbeschreiblich.

UNO-Diplomat Mark Lowcock.
Legende: UNO-Diplomat Mark Lowcock richtet seinen Appell an die Staatengemeinschaft. Keystone

Der oberste humanitäre Verantwortliche der Vereinten Nationen wählte gestern vor dem Sicherheitsrat klare Worte: Die Lage für die Zivilbevölkerung in der Provinz Idlib werde immer dramatischer, sagte Mark Lowcock. Seit mehr als einem Jahr habe die Gegend keine Kämpfe von vergleichbarer Heftigkeit mehr gesehen. Der UNO-Diplomat berichtete von Familien, die in der Winterkälte entlang von Strassen im Freien unter Plastikfolien oder in improvisierten Unterständen ausharrten, und von deren verzweifelten Hilferufen.

Strategisch wichtiger Ort

Erst vor zwei Wochen hatten die Türkei und Russland für Idlib eine Waffenruhe erklärt. Wie so viele vor ihr hielt auch sie nicht. Der Armeesprecher verkündet die jüngsten Erfolgsmeldungen im syrischen Staatsfernsehen. Die Assad-Kräfte eroberten in wenigen Tagen mehrere Dutzend Dörfer und die Stadt Maarat an-Numan zurück. Sie wurden dabei wieder von russischen Kräften unterstützt und wohl auch von Iran-treuen Milizen. Hayat Tahrir al-Sham (HTS), eine jihadistische und Al-Qaida-nahe Rebellengruppe, spielte in den letzten Jahren eine zentrale Rolle in und um die Stadt Maarat an-Numan.

Maarat an-Numan ist ein strategisch wichtiger Ort an der Autobahn, die Damaskus mit Aleppo verbindet. Diese Autobahn wieder vollständig unter Kontrolle zu bringen, ist offensichtlich das erste Ziel der Regierungsoffensive.

Türkische Grenze bleibt zu

Vor dem Bombardement zählte Maarat an-Numan knapp 100'000 Einwohner. Nun ist es eine weitgehend zerstörte Geisterstadt. Aus den umkämpften Gebieten im Süden Idlibs seien allein in den letzten zwei Tagen 20’000 Menschen oder mehr geflohen, fast 400'000 seit Anfang Dezember, sagt Lowcock von der UNO.

Die Menschen fliehen aus den umkämpften Gebieten im Süden Idlibs.
Legende: Die Menschen fliehen aus den umkämpften Gebieten im Süden Idlibs. Keystone

Fast alle flüchteten Richtung Norden, zur türkischen Grenze, die allerdings für Flüchtlinge geschlossen bleibt. Hilfsgüter können zwar die türkische Grenze passieren, doch unter den gegenwärtigen Umständen könnten die humanitären Organisationen nicht genug für die Notleidenden tun, so Lowcock.

Der oberste humanitäre Verantwortliche der UNO appellierte deshalb an die Staatengemeinschaft, alles zu unternehmen, damit die Kämpfe in Idlib sofort aufhörten. Doch nichts deutet darauf hin.

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Aus dem Archiv: Tausende flohen bereits Ende Jahr vor Angriffen
Aus Tagesschau vom 23.12.2019.
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