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Dafür oder dagegen? Der Brexit spaltet die Bevölkerung
Aus HeuteMorgen vom 05.12.2019.
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Ungewisse Zukunft in GB «Der Brexit lähmt nicht nur die Politik, auch die Menschen»

Seit drei Jahren ist der Austritt aus der EU das Thema. Das merken mittlerweile auch die Psychologen.

In ihre Praxis im Norden Londons bekommt Susie Osburn zu viel über den Brexit zu hören. Die Psychoanalytikerin würde das Scheidungsdrama mittlerweile durchaus als Krankheitsbild beschreiben.

«Der Brexit hat auf alle Menschen in diesem Land dramatische Auswirkungen: auf Ausländer, die nicht wissen, wie lange sie hier noch willkommen sind und auf Britinnen und Briten, die realisieren, dass sie in einem geteilten Land leben.» Rassismus und Aggressivität hätten massiv zugenommen. Es gebe auch Familien, welche im Streit lebten, weil zum Beispiel die Eltern für den Brexit seien und die Kinder dagegen. «Der Brexit ist ein soziales Drama. Daran besteht kein Zweifel.»

Nebenwirkungen des Austrittsdramas

Niemand komme mit der Diagnose Brexit in ihre Praxis, aber viele Symptome seien Nebenwirkungen des sozialen Dramas. Die Leute seien gestresst und verunsichert. «Der Brexit lähmt nicht nur die Politik, sondern ebenso die Menschen. Die Zukunft ist völlig ungewiss.»

Ob es ihren Arbeitsplatz nach dem Brexit noch gebe, sorgten sich die Leute. Eltern wüssten zum Beispiel nicht, ob ihre Tochter noch in Holland studieren darf oder ob Unternehmern sei nicht klar, ob sie noch Arbeiter aus Bulgarien anstellen könnten.

Der Brexit verunsichert nicht nur, sondern wurde ebenso zur Glaubensfrage wird die britische Gesellschaft in zwei Stämme gespalten hat. Nur gerade die Hälfte der Gesellschaft bekennt sich zu einer Religion. Ein bisschen mehr als die Hälfte zu einer politischen Partei, aber über 90 Prozent identifizieren sich klar als Brexitbefürworter oder -gegner.

Reizwort an Weihnachten?

Die Gräben verlaufen mittlerweile selbst durch Familien. Das kann in diesen Tagen zu einem Problem werden, wenn an Weihnachten zum Beispiel die ganze Familie um den Tisch versammelt ist und das hässliche Wort fällt.

«Man kann vorher bereits abmachen dass der Brexit am Familientisch ein Tabuthema ist», empfiehlt die Therapeutin. Man könnte auch ein Rollenspiel durchführen indem man die Haltung einer anderen Person vertreten muss. Das fördere die Empathie.

Für Einige mögen diese therapeutischen Ratschläge hilfreich sein. Viele Familien wird der Brexit jedoch selbst in den besinnlichen Festtagen um die Besinnung bringen.

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33 Kommentare

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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    Wenn ich die Kommentare lese kommt mir das Grauen und treibt die Frage an die Oberfläche: Wie würden sich Menschen IM WOHLSTAND wohl verhalten, wenn wir echt Problem hätten: Kein sauberes Wasser, leere Läden, kein Handy, kein TV, keinen Strom, usw. Bitte mehr Respekt gegenüber dem Andern!!
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    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Dies könnte bei einem Hardbreexit durchaus eintreffen.
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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    Das ist ja ein Drama. Wegen eines EINZIGEN Referendums, allerdings eines wichtigen, geraten sogar Familien in Feindschaft. Fazit: Die Briten haben noch keine Erfahrung mit direkter Demokratie. Bei uns in der Schweiz werden solche Mehrheitsentscheide von der unterlegenen Bevölkerung PROBLEMLOS akzeptiert und von der Politik umgesetzt. Ist für andere Demokratien doch nicht so einfach. Schönen 2.Advent.
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  • Kommentar von Norbert Zehner  (ZeN)
    Was für eine Verdrehung der (dem Establishment unpassenden) Tatsachen: Brexit lähme nicht nur Politik, auch Menschen. Obgenannte hüben (GB) wie drüben (EU) sind es, die mit ihrem alle Trickregister ziehenden Verhalten den Brexit hintertreiben und zu verunmöglichen versuchen, obwohl die Menschen in demokratischer Abstimmung sich in der Mehrheit für den Brexit ausgesprochen haben. Die Lähmer sitzen sowohl in London's und noch mehr in EU-Brussel's Verwaltungs- und Politiker Büros.
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    1. Antwort von Nico Basler  (Bebbi 1)
      Das mit EU-Brüssel müssen sie uns aber schon näher erklären, Herr Zehner.
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    2. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      GB wird durch den Breexit von innen zerfressen. Der Niedergang beschleunigt sich.
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    3. Antwort von Toni Koller  (Tonik)
      "EU-Brussel" hat selbstverständlich die Interessen des EU-Mitglieds Irland wahrzunehmen, ist ansonsten aber den austrittswilligen Briten in unzähligen Punkten entgegengekommen (bis hin zur Neuverhandlung des Austrittsdeals mit Johnson). Wer da eine "Hintertreibung durch die EU" sieht, blickt mit schwer verzerrter Optik in die Welt. Wahr ist, dass die Briten auch vier Jahre nach dem Volksvotum noch immer nicht wissen, WIE sie aussteigen wollen. Eine Neue Abstimmung würde wohl ergeben: Gar nicht!
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