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Eine Schweizerin will die britische Politik aufmischen
Aus 10vor10 vom 29.11.2019.
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Wahlen in Grossbritannien Diese Schweizerin will die britische Politik aufmischen

Die Wahl des britischen Parlaments bietet aus Schweizer Sicht ein Novum. Erstmals versucht mit Beatrice Bass eine britisch-schweizerische Doppelbürgerin einen Sitz im Unterhaus zu erobern.

Beatrice Bass ist professionelle Gitarristin. Mit der Band «The Wedding Present» (zu Deutsch: das Hochzeitsgeschenk) tourte sie um die Welt. Seit 16 Jahren lebt die Bündnerin in der englischen Küstenstadt Brighton.

Beatrice Bass mit einer Bassgitarre und wehendem Haar an einem Aufritt.
Legende: Beatrice Bass ist nicht nur interessiert an Politik: Als professionelle Gitarristin spielte sie in der Band «The Wedding Present» – und geht mit dieser auch auf Welt-Tournee. Roland Kämpfer

Sie hat einen britischen Pass, ist schon eine Weile Mitglied der Liberaldemokraten und nun die Kandidatin im Küstenort Hove. «Plötzlich bist Du aufgestellt und fragst Dich, huch wie konnte das passieren», lacht Bass, doch ein Zufall war es nicht: «Ich habe Lebenserfahrung gesammelt, das hat mich inspiriert, jetzt die Politik mitzugestalten.»

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«Ich wollte einfach aktiver sein und so bin ich einer Partei beigetreten»
Aus News-Clip vom 29.11.2019.
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An der Parteikonferenz politisiert die ehemalige Rockerin mit Herren in Anzügen. Was für andere klingen mag, wie ein Wechsel vom spannendsten zum langweiligsten Job ist für sie ein neues Abenteuer: «In der Musik habe ich vieles gehört. In der britischen Politik hingegen gehts jetzt ab. Also das ist alles andere als langweilig.»

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«Politik geht ab wie verrückt»
Aus News-Clip vom 29.11.2019.
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An der Parteikonferenz feiert sie einen ersten Erfolg. Sie kann einen eigenen Vorstoss präsentieren. Sie fordert mehr Unterstützung für kleine Musiklokale. Voller Freude ist sie, als die Mitglieder ihren Vorschlag ins Parteiprogramm aufnehmen: «Es ist grossartig, ich realisiere gerade, dass ich die Parteipolitik mitgestalte.»

Liberaldemokraten in Grossbritannien

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Die Liberaldemokraten positionieren sich als Mittepartei zwischen den beiden traditionellen Parteien, der Labourpartei und den Tories. Von 2010 bis 2015 waren die Liberaldemokraten als Koalitionspartner der Tories in der Regierung.

Für ein zweites Referendum

Die Liberaldemokraten rechnen bei den Wahlen mit Sitzgewinnen. Da sie sich als einzige Partei von Anfang an für ein zweites Brexit-Volksreferendum eingesetzt haben, um den Brexit zu stoppen. Auch Beatrice Bass ist, trotz Schweizer Wurzeln, in dem Punkt ganz auf Parteilinie: «Wir Briten gehören zu den grössten Ländern in Europa, wir wollen in Brüssel am Tisch sitzen und mitbestimmen. Das ist nicht vergleichbar mit der Schweiz. Die Schweiz ist klein und über die Bilateralen eigentlich prima mit der EU verbunden.»

Politik und Gesetze auch beruflich eine Leidenschaft

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Beatrice Bass hat in Grossbritannien Rechtswissenschaften studiert. Zurzeit arbeitet sie in einer Kanzlei, um schon bald das Anwaltspatent zu erreichen.

Labourpartei als stärkste Konkurrenz

Nach Feierabend geht sie auf Wahlkampf-Tournee. Plakate stellen die Briten keine auf. Stattdessen klopfen Bass und ihr Helferteam bei möglichst vielen der 70'000 potenziellen Wählern persönlich an, um sich vorzustellen: «Bei jedem persönlich zu klingeln, ist aus Schweizer Sicht vielleicht bizarr. Aber Untersuchungen zeigen, dass es eine der effektivsten Strategien ist, um Wähler zu überzeugen.»

Beatrice Bass an der Türe eines potentiellen Wählers oder einer potentiellen Wählerin.
Legende: Bass geht lieber von Tür zu Tür, statt Plakate anzubringen. Das sei effektiver um Wähler zu überzeugen. SRF

So geht sie von Tür zu Tür, weibelt für ihre Ideen und fordert dazu auf, ihr auf Facebook oder Twitter zu folgen. Trotz dieser Bemühungen: Es wird schwierig, den Sitz von Hove zu erobern. Denn der Abgeordnete der Labourpartei siegte das letzte Mal klar mit fast 37'000 Stimmen. Das sind doppelt so viele wie die Zweitplatzierte. Und das Majorzwahlsystem ermöglicht pro Wahlbezirk nur einen Sieger.

Skiferien in der Schweiz, falls es nicht klappt

Was wenn der Erfolg am 12. Dezember ausbleibt? – «Mal sehen, kommt darauf an, wie hoch ich verliere. Wenn nur ein paar Hundert für mich stimmen, wäre es schon enttäuschend», sagt sie in ihrem Bündner Dialekt und mit einem Schmunzeln fügt sie: «Als Erstes würde ich wohl Skiferien in der Schweiz machen.» Doch so schnell gibt sie nicht auf. Kaum ist das Interview fertig, setzt sie ihren Wahlkampf an der nächsten Haustüre fort: «Hi! My name is Beatrice, I am your Liberal Democrat candidate.» Auf Deutsch: «Hallo, mein Name ist Beatrice. Ich bin ihre liberaldemokratische Kandidatin.»

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt Nötzli  (Kurt N.)
    Sieht eher nach Bassistin aus als nach Gitarristin ?
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  • Kommentar von Max Wyss  (Pdfguru)
    Es ist zu hoffen, dass sich die LibDems und Labour zusammenraufen können, und die Kandidatin mit den besseren Wahlchancen unterstützen, damit der Tory-Kandidat nicht doch gewählt wird.

    Wenn Frau Bass die stärkere Kandidatin ist, good luck, ansonsten ist es besser, hintanzustehen.

    (genannt taktisches Wählen, bei Einer-Wahlkreisen halt nötig).
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  • Kommentar von Yousef Delavar  (yousefdelavar)
    An die Türe klingeln ? Das ist Belästigung und so hat noch niemand Stimmen gewonnen sondern eher das gegenteil aber ja die Liberalen vertauschen ja immer die Fakten und meinen so wollen es die Menschen auch wenn es falsch ist. Sie hat bereits jetzt keine Chance. Aussehen ist auch wichtig und das hat sie nicht.
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