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UNO-Aufruf verhallt ungehört
Aus HeuteMorgen vom 21.04.2020.
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UNO-Appell für Waffenruhe Kämpfe gehen trotzdem weiter

Wegen Corona forderte die UNO eine globale Waffenruhe. Nach ersten positiven Signalen folgt nun die Ernüchterung.

Vor einem Monat forderte UNO-Generalsekretär Antonio Guterres, die Welt müsse sich jetzt auf einen einzigen Krieg konzentrieren: auf jenen gegen die Corona-Pandemie. Viele Regierungen, aber auch Rebellenbewegungen reagierten positiv auf den Appell. Doch inzwischen zeigt sich, dass zwischen Worten und Taten ein Graben klafft.

Kämpfe nahmen teils sogar zu

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres spricht zumindest von einem Teilerfolg. Er zählt eine lange Liste von Ländern auf, in denen Konfliktparteien seinen Aufruf gefolgt seien, die Waffen vorläufig schweigen zu lassen: von Kamerun bis Kolumbien, von den Philippinen bis Südsudan.

Bloss sind es in den meisten Konfliktgebieten nicht sämtliche Widersacher, sondern nur einzelne, und damit gehen die Kämpfe weiter. In Libyen etwa haben die Kämpfe sogar noch zugenommen, und auch in Burma reihen sich dieser Tage Negativmeldungen aneinander.

In Syrien hingegen scheint sich die Lage momentan etwas beruhigt zu haben. Auch in Jemen sieht der UNO-Sonderbeauftragte Michael Griffiths Silberstreifen am Horizont: Die Chance auf Frieden sei dort grösser geworden.

Auch Grossmächte ignorieren die UNO

Insgesamt ist UNO-Chef Guterres aber nicht wirklich zufrieden. Gerade in besonders blutigen Konflikten sehe es schlecht aus. Manche würden gar noch intensiver geführt als zuvor.

Guterres sagt nicht, dass es nicht zuletzt Grossmächte sind, die sich seinem Aufruf verweigern, etwa die USA und Russland. Beide reklamieren für sich, an diversen Schauplätzen den Terrorismus zu bekämpfen. Dabei wollen sie sich keinesfalls die Hände binden lassen. Es gelang ihnen, hinter den Kulissen jegliche Versuche zu unterbinden, Guterres' Appell mit einer verbindlichen Resolution des UNO-Sicherheitsrates zu unterstützen.

Schon jetzt lässt sich also sagen: Der erhoffte weltweite Corona-Waffenstillstand kommt nicht zustande, obschon er dringend nötig wäre. Denn Kriege und Kämpfe verschärfen die ohnehin dramatischen Folgen der Pandemie zusätzlich.

Heute Morgen vom 21.04.2020

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Wolfgang Bortsch  (a2b3c4d5)
    Weil schon vom Krieg die Rede
    ist :
    Ich schrieb es gerade:
    Ein Virus bringt die Welt in das
    Wanken.
    Wie sieht dann erst eine "bakteriologische" Auseinandersetzung aus ?
  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    "Kämpfe nahmen teils sogar zu". Die UNO ist einfach blauäugig und unnütz! Der Mensch ist einfach nicht fähig friedlich zu leben, wir sind einfach auf Konflikte fokussiert und auch Corona ändert da nichts. Aus Konflikt kann man auch das Wort Krieg ableiten. Es bedeutet: Gegenseitiges Bekämpfen zum Erlangen von persönlichem Nutzen, durch Ausübung von PSYCHISCHER oder PHYSISCHER Gewalt. Beispiele solcher Kriege: Familie, Arbeit, Gruppen (Banden, Mafia), Religion, Wirtschaft, Stämme und eben Völker.
    1. Antwort von Simon Weber  (Weberson)
      @B. Häberli: Zum Glück gibt es auch Menschen die ihre Dasein nicht (nur) dem persönlichen Nutzen, sondern eben gerade der Gemeinschaft, der Familie und der Freunde widmen. Zusammen kommt man auch weit - wer weiss, vielleicht sogar viel weiter als gegeneinander. Die Evolution kennt nicht nur oder sogar viel weniger den Konkurrenzkampf, sondern eben auch das gemeinschaftliche Streben auf ein Ziel sowie gegenseitige Hilfe sogar über die eigene Spezies hinaus!
  • Kommentar von Hans Leuenberger  (hansle)
    Die UNO war einst eine idealistische Institution mit dem Ziel, Weltkriege zu vermeiden. Der Mensch konnte aber die ethischen und humanitären Voraussetzungen zur Realisierung der hohen Ziele nicht einbringen. Machtdenken und Machtgier erstickten die guten Vorsätze früh und führten zum heute zahnlosen, kaum handlungsfähigen und in sich zerstrittenen Gebilde. Dennoch möchte ich die Institution UNO nicht einfach verwerfen und schlecht machen. Da hat es auch positive Ansätze. Stärken wir sie!
    1. Antwort von Peter Amthauer  (Peter.A)
      Diese Kriege werden hauptsächlich abseits der westlichen Zivilisation geführt. Das ist dann anscheinend nicht ganz so schlimm.
      MfG