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UNO-Chef Guterres vor zweiter Amtszeit
Aus HeuteMorgen vom 09.06.2021.
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UNO-Generalsekretär Guterres zum Zweiten

Der bisherige UNO-Generalsekretär wird auch der künftige sein. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen empfiehlt den 72-jährigen Portugiesen Antonio Guterres für eine zweite fünfjährige Amtszeit. Damit ist die Sache so gut wie gelaufen, obwohl die Generalversammlung seine Wiederwahl noch bestätigen muss. Doch das ist bloss eine Formalität.

Von einem echten Wahlkampf konnte keine Rede sein. Zwar gab es mehrere vor allem weibliche Gegenkandidaturen. Doch keine brachte das nötige politische Gewicht auf die Waage. Und keine wurde von einem der 193 UNO-Mitgliedsländer unterstützt. Deshalb befasste sich der UNO-Sicherheitsrat gar nicht mit ihnen.

Guterres fuhr also einen Start-Ziel-Sieg ein. Auch, weil er in heiklen Fragen vorsichtig auftrat und sich vor der Wiederwahl oft in Gemeinplätze flüchtete. Der Generalsekretär der Mitgliedsländer sei er, sagte er, was ihm eine immense Ehre sei.

Zaghaft in internationalen Konflikten

Beim Schlüsselthema Menschenrechte hielt sich Guterres bedeckt, um bloss nicht die UNO-Vetomächte China und Russland gegen sich aufzubringen, die mit ihrem Veto eine zweite Amtszeit hätten verhindern können. Und die es am liebsten sähen, dass sich die UNO aus der Menschenrechtsproblematik raushält.

Auch bei der Konfliktprävention und Friedensfindung holte er sich kaum Lorbeeren. Das ist jedoch mindestens ebenso sehr der angespannten Weltlage geschuldet als mangelndem Engagement seinerseits. Er sei den Menschen verpflichtet und ganz besonders den Benachteiligten, betont er gern. Auch dies ein Satz, gegen den niemand etwas haben kann.

Ein Frauenförderer

Vorangetrieben hat Guterres hingegen die UNO-Reform. Er machte die Weltorganisation zumindest ein bisschen effizienter. Konsequent führt er das Engagement seines Vorgängers Ban Ki-Moon in der Klimapolitik fort, für ihn das Schlüsselthema überhaupt. Und schliesslich erwies sich der portugiesische Ex-Regierungschef als Frauenförderer - besonders in der Teppichetage.

Eine erste Frau in der 76-jährigen Geschichte der UNO auf dem allerhöchsten Posten wird es nun jedoch frühestens in der übernächsten Amtszeit geben. Qualifizierte Anwärterinnen wären reichlich vorhanden. Doch keine von ihnen mochte diesmal gegen den breit unterstützten Guterres antreten. Auch seine formelle Wiederwahl durch die Generalversammlung dürfte, vermutlich Ende kommender Woche, schlank über die Bühne gehen.

Fredy Gsteiger

Fredy Gsteiger

Diplomatischer Korrespondent, SRF

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Der diplomatische Korrespondent ist stellvertretender Chefredaktor bei Radio SRF. Vor seiner Radiotätigkeit war er Auslandredaktor beim «St. Galler Tagblatt», Nahost-Redaktor und Paris-Korrespondent der «Zeit» sowie Chefredaktor der «Weltwoche».

HeuteMorgen, 09.06.2021, 06:00 Uhr

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    In dem Job pendelt man wahrscheinlich ständig zwischen Resignation, Wut und Verzweiflung. Ist bestimmt nicht einfach.
  • Kommentar von Norbert Zeiner  (ZeN)
    Amtszeitbeschränkung wäre für solche Posten zwingend nötig, 1-mal 5 Jahre und fertig. Dieses Sesselkleben und eigenes Weltrettertum fördert einzig Günstlingstum und trägt zur Verkrustung bestehende Zustände bei, den beiden Hauptproblemen der UNO.
  • Kommentar von Mark De Guingois  (MDG)
    "Zaghaft in internationalen Konflikten"
    Genau. Dort lieber mit China kuscheln und den Iran machen lassen, ja nicht den Hamas kritisieren, und Russland in Frieden lassen. Erdogan darf weiter machen und Assad nun lieber unterstützen um Stabilität in der Region zu geben.... Was für eine Heuchelei...
    1. Antwort von Hanspeter Schwarb  (Ganymed)
      @MDG Sie vergessen wohl , der UNO GS hat keine Armee und keine eigene Wirtschaft. Er ist auf den Goodwill der Mitgliedstaaten angewiesen. Die UNO schlechtreden ist ein beliebtes Hobby. Besonders Nationalistisch eingestellte Personen kritisieren die Machtlosigkeit der Institution . Dabei sind gerade Nationalistisch geführte Regierungen die grössten Verhinderer wenn es um konkrete Umsetzungen geht