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Taliban auf dem Vormarsch
Aus Tagesschau vom 05.07.2021.
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Unruhen in Afghanistan Taliban-Sprecher stellt Friedensplan in Aussicht

  • In Afghanistan rücken die radikalislamischen Taliban vor.
  • Trotz den Kämpfen wollen sie die Friedensbemühungen vorantreiben.
  • Seit Beginn des Abzugs der internationalen Truppen aus Afghanistan haben die Taliban ihren Vormarsch verstärkt.

«Die Friedensgespräche und der Prozess werden in den kommenden Tagen beschleunigt, und es wird damit gerechnet, dass sie in eine wichtige Phase eintreten. Natürlich wird es um Friedenspläne gehen», sagte Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid der Nachrichtenagentur Reuters am Montag.

«Womöglich dauert es einen Monat, um die Stufe zu erreichen, in der beide Seiten ihren schriftlichen Friedensplan teilen.» Die jüngste Runde der Gespräche befinde sich an einem kritischen Punkt. «Obwohl wir (die Taliban) auf dem Schlachtfeld die Oberhand haben, nehmen wir Gespräche und Dialoge sehr ernst.»

Obwohl wir (die Taliban) auf dem Schlachtfeld die Oberhand haben, nehmen wir Gespräche und Dialoge sehr ernst.
Autor: Taliban-Sprecher

Regierung bezweifelt schnelle Resultate

Die Sprecherin des afghanischen Ministeriums für Friedensangelegenheiten, Nadschia Anwari, bestätigte, dass die zuletzt auf Eis gelegenen Gespräche wieder aufgenommen worden seien. Es sei allerdings schwer vorstellbar, dass die Taliban in einem Monat eine schriftliche Fassung ihres Friedensplans vorlegen würden. «Aber lassen Sie uns positiv sein. Wir hoffen, dass sie (sie) präsentieren, damit wir verstehen, was sie wollen.»

Nach und nach bringen die Taliban immer mehr Gebiete unter ihre Kontrolle. Das schürt Zweifel, ob sie es mit den Friedensgesprächen wirklich ernst meinen. Besonders im Norden spitzte sich die Lage zuletzt zu.

Am Sonntag flohen mehr als 1000 Soldaten vor den vorrückenden Taliban ins benachbarte Tadschikistan, wie der dortige Grenzschutz mitteilte. Der nationale Sicherheitsberater der afghanischen Regierung, Hamdullah Mohib, kündigte eine Gegenoffensive an.

Tadschikistan verstärkt Militärpräsenz an Grenze zu Afghanistan

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Die zentralasiatische Republik Tadschikistan mobilisiert 20'000 Reservisten für den Schutz ihrer mehr als 900 Kilometer langen Grenze zu Afghanistan. Das ordnete Präsident Emomali Rachmon an, nachdem in der Nacht zum Montag mehr als 1000 afghanische Soldaten vor den islamistischen Talibankämpfern in die Ex-Sowjetrepublik geflohen waren. Tadschikistan hat eigenen Angaben zufolge bislang weiter die Kontrolle über seine Grenze.

Es war die bisher grösste Zahl an Menschen innerhalb eines Tages, die sich in Sicherheit bringen wollten. Die tadschikischen Grenztruppen teilten mit, die Menschen seien als Zeichen guter nachbarschaftlicher Beziehungen ins Land gelassen worden. Bereits in den Tagen zuvor waren Angehörige der afghanischen Regierungstruppen in der Provinz Badachschan im Nordosten des Landes vor den Taliban geflüchtet.

Tagesschau, 05.07.2021, 19:30 Uhr;

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Berti Krämer  (BertiK)
    Die Taliban spielen Katz und Maus, und der Westen schaut zu!
    1. Antwort von Beat Kessler  (KLERUS)
      Der Westen schaut zu, genau! Entweder und dass war meine Meinung, hätten man in Afghanistan ausschliesslich mit Spezial Einheiten gearbeitet, die ausschliesslich Terror und Tod unter den Taliban sähen, bis diese zu einer Art Übereinkunft bereit gewesen wären. Oder, man hätte ein paar Bomben abgeworfen, um den US Standpunkt zu Terrorunterstützung klar zu machen. Aber dieses Land zu erobern und zu glauben, man würde dort nach westlichen Kriterien eine Demokratie aufbauen.. Lächerlich! MfG
  • Kommentar von Drago Stanic  (Azra)
    Nur gestern haben 1073 afghanische Soldaten nach Tadjikstan geflohen. Gesamte Aufrüstung haben sie taliban überlassen. Es kommt wie vor wie in 80.er Jahren wo Islamisten mit beste US Waffen kämpfen. Ich hoffe, dass NATO Staaten sich überlegen Entschädigung an ganze Region zu zahlen?
    1. Antwort von Urs Müller  (Jackobli)
      Die Taliban haben sich, nachdem sie die bösen Russen vertrieben hatten, nie ins Ausland vorgewagt, wozu auch.
      Weshalb soll denn nun Ihr persönliches Hassobjekt, die NATO Gelder an den Iran, Pakistan o.ä. bezahlen?
    2. Antwort von Drago Stanic  (Azra)
      Zum Beispiel, weil Nachbarländer werden mit Flüchtlingen überrant? Oder dass Tadjikstan 20 000 Soldaten mobilisiert hat um Grenze zu sichern?
    3. Antwort von Drago Stanic  (Azra)
      Jackobli hat nicht gerade Ihre lieblings Organisation vor 20 Jahre genau argumentiert, dass sie nach Afghanistan gehen um Taliban Gefahr für ganze Welt zu beseitigen? Und für Iran wird ausreichen, wenn USA Eingefrorene Gelder zurück gibt. Bei Pakistan solten sie Familien von tausende durch Drohnen ermördeten Ziviliste entschädigen
  • Kommentar von Pascal Noti  (Noti)
    In Anlehnung an Worte des 14. Dalai Lamas:
    Jede Person, welche im Namen ihrer/seiner Religion tötet und denkt, dies zum Wohle des Buddhismus, Christentums, Islams oder einer anderen Religion zu tun, gehört nicht zu diesen Religionsgemeinschaften.
    Jene habe sich von ihrer/seiner Religion abgewandt und sich dem Hass unterworfen.

    In vielen Religionen ist die "goldene Regel" zu finden: „Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.“