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Dokumente zeigen systematische Unterdrückung der Uiguren
Aus Newsflash vom 17.02.2020.
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Unterdrückung der Uiguren Wer Bart trägt, dem droht Haft

  • Uiguren in China müssen Medienberichten zufolge schon wegen alltäglicher Verhaltensweisen mit drakonischen Strafen rechnen.
  • Demnach können Uiguren schon wegen des Tragens eines Bartes oder eines Kopftuches inhaftiert werden, wie ein internes chinesisches Regierungsdokument zeigen soll.
  • In dem Dokument befinden sich demnach persönliche Daten von mehr als 2000 Menschen.

Laut Menschenrechtsaktivisten sind etwa eine Million Uiguren in der westchinesischen Provinz Xinjiang willkürlich inhaftiert. Das Regierungsdokument wurde den deutschen Medien NDR, WDR, Deutscher Welle und «Süddeutscher Zeitung» zugespielt. Dies belege, nach welchen Kriterien die Menschen in die Internierungslager gesteckt werden.

Der häufigste Grund für Inhaftierungen sind demnach Verstösse gegen die chinesischen Gesetze zur Geburtenkontrolle. In China herrscht seit einigen Jahren eine Zwei-Kind-Politik. Doch auch ganz alltägliche Verhaltensweisen im privaten Lebensbereich – etwa das Tragen von Bärten oder Kopftüchern, der Besitz religiöser Bücher oder Reisen ins Ausland – können laut den Berichten zur Inhaftierung führen.

Kleinigkeiten als Indiz für Radikalismus

Das 137-seitige Dokument enthält laut den Medien detaillierte Angaben zu den Fällen von mehr als 300 Uiguren, die in den Jahren 2017 und 2018 in Internierungslagern im Kreis Karakax in Xinjiang inhaftiert waren.

Aufgezählt wird etwa das Beispiel eines Mannes, der inhaftiert wurde, weil er während des muslimischen Fastenmonats Ramadan sein Restaurant schloss. Die chinesischen Behörden sahen darin ein Indiz dafür, dass der Mann über «extremistisches Gedankengut» verfügen könne.

Müssen Uiguren Zwangsarbeit verrichten?

Aus der Liste geht den Medien zufolge auch hervor, dass bereits aus den Internierungslagern entlassene Menschen weiterhin durch den chinesischen Staat überwacht werden. Ehemalige Gefangene, die Reue gezeigt hätten, arbeiten demnach «in Fabriken». Experten vermuten dahinter Zwangsarbeit.

Experten werfen Peking massive Menschenrechtsverletzungen in der mehrheitlich uigurischen Provinz Xinjiang im Nordwesten Chinas vor. In Umerziehungslagern sollen mehr als eine Million Menschen willkürlich festgehalten und teils misshandelt werden.

Nachdem die Regierung in Peking die Existenz der Lager zunächst bestritten hatte, spricht sie heute von «Berufsbildungszentren» zur Deradikalisierung. Da es sich nicht offiziell um Gefängnisse handelt, geht der Inhaftierung auch kein Gerichtsverfahren voraus.

SRF 4 News, 6:00 Uhr; sda/reu/roso

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Holzer  (Peter Holzer)
    Ein weiters Indiz dafür, dass der Staat nichts im Kleiderschrank oder generell mit dem äusserlichen Erscheinungsbild der Bürger etwas zu tun haben darf!
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  • Kommentar von Raphael Dohner  (Bouchnuuschti)
    Und alle kaufen fröhlich weiterhin Waren „Made in n China“.
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  • Kommentar von Arnold Weiss  (A.Weiss)
    Die Unterdrückung und Zwangsinternierung von Uiguren in Konzentrationslagern dürfte zahlenmässig die grösste Säuberungsaktion seit dem 2. Weltkrieg sein. Die Kultur dieser Minderheit soll vollständig ausgelöscht werden, sodass auf chinesischem Boden nur noch eine einzige homogene Volksgruppe vorhanden ist.
    Betrachtet man ausserdem den chinesischen Führungskult, die Zensur und die totale Überwachung, sehe ich erschreckende Ähnlichkeiten zu Deutschland wie es vor 80 Jahren regiert wurde...
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    1. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Ein homogene Volksgruppe mit 7(!) offiziellen Sprachen, mit 56 offiziellen Volkgruppen, wobei schon die Han Chinesen sich aus 8 Untergruppen zusammensetzten. Dazu kommen noch diverse Volkgruppen die nicht als national Gruppen aufgelistet sind, nochmals etwa 50. Wo also genau erkennen sie hier einen homogene Volksgruppe Herr Weiss. Es gibt Basketballer in China Herr Weiss, alles 2 m Kerle, aber Chinesen sind doch alle klein oder? Reisen sie mal ins Land der Mitte, das bildet.
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    2. Antwort von marlene Zelger  (Marlene Zelger)
      Ja und mit diesem Land unterhält man noch wirtschaftliche Beziehungen und wir sind gezwungen, chinesische Klamotten zu kaufen, weil es bald keine anderen mehr zu kaufen gibt. Made in China, wohin das Auge reicht.
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    3. Antwort von Arnold Weiss  (A.Weiss)
      Herr Müller, auch im Deutschland vor 80 Jahren gab es viele verschiedene Dialekte. Es gab grosse und kleine Menschen, Dicke und Dünne. Auch in Deutschland waren nicht alle blond und hatten blaue Augen. Trotzdem wurde von oben herab bestimmt, welche Volksgruppen Privilegien geniessen sollten und welche man loswerden wollte. Ähnlich wie im heutigen China also.

      Und in ein Land, welches bis zu einer Million Uiguren in Zwangslagern festhält, werde ich bestimmt keinen Fuss setzen.
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    4. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      China mit Nazi Deutschland zu vergleich ist wohl schon nicht ganz angebracht. Hätte sie je China bereist würden nicht solche Fantasiegeschichten erfinden.
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