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Serebrennikow dankt Unterstützern
Aus SRF News vom 26.06.2020.
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Urteil gegen Star-Regisseur Kirill Serebrennikow schuldig gesprochen

  • Ein russisches Gericht hat den Starregisseur Kirill Serebrennikow in einem umstrittenen Verfahren schuldig gesprochen.
  • Serebrennikow wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt und bleibt somit in Freiheit.
  • Der 50-Jährige wurde wegen Veruntreuung von Fördergeldern verurteilt, wie das Bezirksgericht der Agentur Interfax zufolge in Moskau entschied.
  • Das Verfahren gegen den auch in Westeuropa bekannten Künstler gilt als Schauprozess gegen die liberale Kunstszene in Russland.
  • Tausende Kulturschaffende haben sich mit Serebrennikow solidarisiert und einen Freispruch gefordert.

Der Schuldspruch hat in Russland und darüber hinaus breites Entsetzen ausgelöst. In Moskau zeigten sich Hunderte Menschen vor dem Gerichtssaal tief betroffen. Es flossen Tränen, als Richterin Olessja Mendelejewa am Freitag das Urteil verkündete.

Schauprozess gegen liberale Kunstszene

Das Strafmass war auch Stunden nach dem Schuldspruch unklar. Die Richterin warf dem 50-jährigen Künstler vor, eine Gruppe für einen kriminellen Plan gegründet zu haben. Die Gruppe habe rund 129 Millionen Rubel (rund 1.8 Millionen Franken) an staatlichen Fördergeldern unterschlagen.

Beobachter des Verfahrens kritisierten, dass keine Beweise vorgelegt wurden. Es handele sich um einen Schauprozess gegen die liberale Kulturszene in Russland, hiess es.

Kremlsprecher will Fall analysieren

Die Richterin verlas das Urteil leise, schnell und mit monotoner Stimme, legte am späten Vormittag auch eine Pause ein. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte der Agentur Interfax zufolge, dass der Fall analysiert werden müsse – auch mit Blick auf staatliche Finanzierung der Kultur.

Rapper und Philosophen mit einer Stimme

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Der prominente Rapper Oxxxymiron (Oksimiron) rief seine zwei Millionen Follower bei Instagram auf, zum Gerichtsgebäude zu kommen, um gegen inszenierte Strafverfahren in Russland zu demonstrieren.

Russland erlebe gerade die «Wiedergeburt einer stalinistischen Repressionsmaschine», sagte die prominente Kulturexpertin Irina Prochorowa im Radiosender Echo Moskwy. Der Philosoph Leonid Gosman sprach von einem «echten Hass» des Machtapparats gegen Serebrennikow. «Das ist ein Regime, das gegen alles Lebendige, gegen alles Talentierte ist», sagte er in einer Videoschalte der Internetplattform des Radiosenders.

SRF 4 News, 26.06.2020, 12 Uhr;

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28 Kommentare

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  • Kommentar von Klaus KREUTER  (SWISSKK)
    Herr Neuhaus: Kann sein dass der Westen seinen Zenith überschritten hat, nur sagen Sie mir doch bitte ein System, welches besser ist als die Systeme in Europa? Die, die heute skandieren: Weg mit dem Kapitalismus, die wollen ein sozialistisches System, nur wo hat denn das bisher funktioniert? Nirgends und die Sirenenklänge: wir machen das besser, die ignoriere ich sehr gerne.
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  • Kommentar von Klaus KREUTER  (SWISSKK)
    MERKE. wer Kommunismus real erlebt hat, der weiss ganz genau dass diese Despoten immer einen Grund finden/herbei zaubern, um Personen, die für die Nomenklatura unangenehm werden können, in irgendeine dubiose Sache zu verwickeln.
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  • Kommentar von Alexander Weljaminoff  (AndererMeinung)
    Hier die Schlagzeile in Gazeta.ru: "Jeder (Künstler) verletzt diese Gesetze (aus der Sowjetzeit) sagen Künstler über das Urteil gegen Serebrennikov (wegen Veruntreuung von Staatsgeldern)" Der Artikel sagt ganz klar was Sache ist, das ist also der Tenor in Moskau, und deshalb das Urteil.
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