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US-Präsidentschaftswahlen Der Schlagabtausch zwischen Trump und Biden im Faktencheck

Das Duell zwischen Trump und Biden war geprägt von Behauptungen und Unterstellungen. Sechs Aussagen im Faktencheck.

Behauptung Trump:

Bidens Sohn Hunter hat 3.5 Millionen Dollar von der Witwe des früheren Bürgermeisters von Moskau, der Unternehmerin Elena Baturina, bekommen.

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Trump: «Warum hat die Frau des Moskauer Bürgermeisters Ihrem Sohn 3.5 Millionen Dollar gegeben?» (engl.)
Aus News-Clip vom 30.09.2020.
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Einschätzung: Nicht belegt.

Die Republikaner im US-Senat haben die Geschäfte von Hunter Biden unter die Lupe genommen und in der vergangenen Woche einen Bericht dazu veröffentlicht. Darin schreiben sie, dass Baturina im Februar 2014 ein Beraterhonorar in Höhe von 3.5 Millionen US-Dollar auf das Bankkonto der Firma Rosemont Seneca Thornton überwiesen haben soll. In dem Bericht heisst es zudem, dass Hunter Biden 2013 die Investmentgesellschaft mitbegründet habe. Dass Hunter Biden das Geld direkt bekommen haben soll, wie Trump sagt, geht nicht daraus hervor. Hunter Bidens Anwalt, George Mesires, sagte nach der Veröffentlichung des Berichts US-Medien, dass sein Mandant weder Anteile an der Firma gehalten habe noch ein Mitbegründer von ihr war.

Behauptung Biden:

Einer von Tausend Afroamerikanern ist im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Video
Biden: «Einer von Tausend Afroamerikanern ist im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.» (engl.)
Aus News-Clip vom 30.09.2020.
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Einschätzung: Wahr.

Die unabhängige Forschergruppe APM Research Lab hat Daten aus fast allen US-Bundesstaaten ausgewertet. Sie zeigen, dass einer von 1020 schwarzen Amerikanern nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben ist. Das entspricht rund 98 Todesfällen auf 100'000 Menschen. Einen so grossen Anteil gibt es bei keiner anderen ethnischen Gruppe in den USA. Bei Indigenen sind es rund 82 Todesfälle auf 100'000 Menschen, bei Weissen rund 47.

Behauptung Trump:

Biden will das Land schliessen.

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Trump: «Er will das Land schliessen» (engl.)
Aus News-Clip vom 30.09.2020.
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Einschätzung: Teilweise wahr.

Biden verspricht, die Corona-Pandemie mit Hilfe einer nationalen Strategie einzudämmen. So sagte er etwa, dass er dabei dem Rat von Wissenschaftlern und Gesundheitsexperten folgen würde. Falls diese zur Eindämmung der Pandemie neue Ausgangsbeschränkungen empfehlen sollten, würde er dem Folge leisten, sagte Biden.

Behauptung Biden:

«Wir haben jetzt ein höheres Defizit mit China als wir es vorher hatten.»

Video
Biden: «Wir haben ein höheres Handelsdefizit mit China als zuvor» (engl.)
Aus News-Clip vom 30.09.2020.
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Einschätzung: Falsch.

Das Handelsdefizit ist im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr geschrumpft. Das dürfte eine unmittelbare Folge des sogenannten Handelskriegs mit China und Massnahmen wie höheren Zöllen sein. 2018 betrug das Defizit aus US-Sicht rund 419 Milliarden Dollar, 2019 nur noch rund 345 Milliarden, wie aus Zahlen des U.S. Census Bureau, Link öffnet in einem neuen Fenster hervorgeht. Als Handelsdefizit wird ein Überschuss der Einfuhren über die Ausfuhren bezeichnet.

Behauptung Trump:

Biden habe Schwarze in der Vergangenheit als «Raubtiere» («super predators») bezeichnet.

Video
Trump: «Sie haben sie ‹Raubtiere› genannt» (engl.)
Aus News-Clip vom 30.09.2020.
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Einschätzung: Falsch.

Die Behauptung geht zurück auf Aussagen von Hillary Clinton aus dem Jahr 1996. Die damalige First Lady sprach im Zusammenhang mit Gang-Kriminalität von «super predators». Biden nutzte im Zusammenhang mit Kriminalität in den 90er-Jahren als Senator ebenfalls den Begriff «predators» und ging auch auf den Zusammenhang von Kriminalität und ethnischer Zugehörigkeit ein – aber er nannte Schwarze nicht pauschal «Raubtiere».

Behauptung Biden:

Die Gewaltkriminalität sei während Obamas Präsidentschaft gesunken und während Trumps Amtszeit wieder angestiegen.

Video
Biden: «Gewaltkriminalität ist unter Trump gestiegen» (engl.)
Aus News-Clip vom 30.09.2020.
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Einschätzung: Falsch.

Zwischen 2008 und 2016 ist der Anteil von Gewaltverbrechen tatsächlich zurückgegangen. Danach, während Trumps Amtszeit, hielt der Rückgang allerdings an und die Zahl ist in jedem einzelnen seiner Jahre als Präsident ebenfalls gesunken.

Tagesschau, 30.09.2020, 03:00 Uhr;

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Volkart  (Lex18)
    Solche Faktenprüfungen hätte es während der laufenden Sendung geben sollen und hätte einige Lügen entlarft. Was dazu geführt hätte das Präsidentenanwärter sich zunehmen mehr überlegen was Sie sagen, da Sie sich mit einer Lüge selbst schaden würden.
  • Kommentar von Kurt Looser  (Dremel)
    Der Untergang des amerikanischen Hegemon ist nahe, hoffen wir einfach, dass wir es ohne 3. Weltkrieg überstehen.
    Was haben sich die Demokraten nur gedacht, als sie Biden durchpaukten?
  • Kommentar von Hannes Wenger  (Lammfleisch)
    Danke liebes SRF, dass ihr für uns die Fakten checkt. Mach ich wenn möglich selber auch, und wurde beim Punkt zwei, der als wahr eingestuften Behauptung zu an Covid19 verstorbenen Afroamerikanern, stutzig: Demnach beträgt die Sterblichkeit von an Corona erkrankten Schwarzen 0.1%, bei den Weissen sind's nur 0.05%. Soweit so verständlich und skandalös. Wenn ich nun die auf SRF publizierten, aktuellen Fallzahlen anschaue, komme ich hierzulande auf noch viel skandalösere 3.9%. Was ist die Erklärung?
    1. Antwort von Ihr Kommentar (SRF)
      @Hannes Wenger
      Guten Abend, in den USA wurde die Sterblichkeitsrate thematisiert. 3.9% hierzulande, ist die Positivitätsrate (der Anteil der positiven Test an allen durchgeführten Test) der letzten 14-Tage (Stand: 30.09). Liebe Grüsse, SRF News.
    2. Antwort von Hannes Wenger  (Lammfleisch)
      @SRF: Auf 3.9% komme ich, wenn ich die bisherigen 2074 Todesfälle in der CH durch alle 53'282 Fälle, auch die genesenen, teile. Hat nichts mit der Positivitätsrate der durchgeführten Tests zu tun. Und im Text oben steht "..dass einer von 1020 schwarzen Amerikanern nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben ist..". Also die Sterblichkeitsrate von Infizierten, sowohl in den USA wie in auch der CH. Nach meinem Verständnis die gleiche Zählmethode, nur mit frappant anderer Quote.
    3. Antwort von Ihr Kommentar editor
      @Hannes Wenger
      Guten Tag Hannes
      Da haben Sie recht, die Fallsterblichkeitsrate in der Schweiz ist 3.9%. Um die genaue Sterblichkeit herauszufinden müsste man wissen, wie viele Personen (vor allem auch im März & April) infiziert waren. Laut der Studie der Forschergruppe APM Research Lab beziehen sich die Todesfälle auf die Gesamtbevölkerung und nicht auf die infizierte afroamerikanische Bevölkerung. Die aktuelle Fallsterblichkeitsrate der USA, die bei uns im International Dashboard drin sind (https://www.srf.ch/news/international/coronavirus-so-entwickeln-sich-die-fallzahlen-weltweit) und von der ECDC stammt, ist: 206000/7191000*100 = 2.86 %
      Freundliche Grüsse
      SRF News
    4. Antwort von Paul Wagner  (päule)
      @Wenger: ganz einfach, die Amis können nicht richtig zählen :-)
      Nein, ernsthaft. Die Staaten zählen tatsächlich sehr unterschiedlich und gerade bei Genesenen ist absolut nichts vergleichbar. Und wie soll man die denn aussagekräftig ermitteln? Viele mit mildem Verlauf wissen nur wegen Antikörpern, dass sie infiziert waren. Müsste sich ja jeder wieder beim Statistikamt abmelden. Zahlen sind wichtig, aber sie sind nie die ganze Wahrheit - hier schon gar nicht.