Zum Inhalt springen

Header

Joe Biden gewinnt die Präsidentschaftswahl
Aus Tagesschau am Vorabend vom 07.11.2020.
Inhalt

US-Wahlen 2020 Auf Joe Biden warten riesige Herausforderungen

Das lange Warten hat ein Ende. Joe Biden hat gemäss Projektionen aller wichtigen Medienhäuser den Bundesstaat Pennsylvania für sich entschieden und kann von Amtsinhaber Donald Trump nicht mehr eingeholt werden. Doch dieser lehnt es ab, seine Niederlage einzuräumen.

Afroamerikaner bringen Biden den Sieg

Joe Biden konnte die Wahl für sich entscheiden, weil es ihm unter anderem gelang unter der weissen Wählerschaft in den nördlichen Industriestaaten im sogenannten Rostgürtel Stimmen zurückzugewinnen, Stimmen, die vor vier Jahren Donald Trump noch einen knappen Sieg bescherten. Hinzu kommt aber auch, dass Joe Biden in traditionell republikanischen Südstaaten wie Arizona und Georgia die demografische Entwicklung in überraschend hohe Stimmengewinne ummünzen konnte.

Der frühere Vizepräsident hat seinen Sieg aber vor allem auch der schwarzen Wählerschaft zu verdanken. Sie gab bereits im Vorwahlkampf den Ausschlag, dass sich Joe Biden nach schwachem Start doch noch klar durchsetzen konnte gegen Bernie Sanders. Aber auch bei der Wahl strömten Afroamerikaner in grosser Zahl an die Urnen und sicherten Biden so die nötigen Stimmen in knappen Entscheidungen zum Beispiel in Michigan oder Pennsylvania.

Corona und ein republikanischer Senat

Wenn Joe Biden am 20. Januar ins Weisse Haus einzieht, wird er mit 78 Jahren der älteste Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten sein. Erstmals wird mit Kamala Harris eine Frau zur Vizepräsidentin. Auf beide warten riesige Herausforderungen.

Die Corona-Pandemie ist längst ausser Kontrolle geraten und die wirtschaftliche Erholung verläuft schleppender als im Sommer noch gehofft werden konnte. Gleichzeitig dürfte Joe Biden im Kongress mit einer republikanischen Mehrheit im Senat konfrontiert sein, die nicht nur sämtliche Reform-Vorhaben Bidens, sondern auch die Besetzung von Minister- und Richterposten blockieren kann.

Republikaner müssen von Trump abkehren

Und dann ist da noch Donald Trump. Er weigert sich, die Realität anzuerkennen und wird mit allen juristischen Mitteln versuchen, seine Niederlage noch einige Zeit hinauszuzögern. Doch um die Gerichte vom behaupteten Wahlbetrug überzeugen zu können, muss Trump irgendwann Beweise vorlegen und die scheint es selbst laut den republikanischen Wahlbehörden in den umstrittenen Staaten nicht zu geben. Zwar könnte es in einigen Staaten wie Georgia oder Michigan noch zu einer Nachzählung kommen. Aber die Erfahrung zeigt, dass diese höchstens eine Veränderung von einigen Hundert Stimmen auslösen kann.

Umso wichtiger ist es, dass wichtige Exponenten der Republikanischen Partei jetzt endlich ihr Schweigen brechen und sich öffentlich gegen Donald Trumps verantwortungsloses Verhalten stellen. Denn die letzten Wochen haben gezeigt, dass Trumps Anhänger bereit sind, ihr Idol bis zum Letzten zu verteidigen.

Matthias Kündig

Matthias Kündig

USA-Korrespondent, SRF

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Matthias Kündig berichtet seit Herbst 2018 aus Miami über die USA, Mexiko, Zentralamerika und die Karibik. Davor war er Produzent beim «Echo der Zeit» und Sonderkorrespondent in Ägypten. Kündig studierte an der Universität Bern Geschichte und Politologie.

SRF 4 News, 7.11.20, 17:30 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

16 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von Lorenzo Ciliberto  (Lavrentius)
    Natürlich bin ich, wie die meisten "normalen" Leute froh, dass dieser rüpelhafte Drecksack endlich verschwindet. Aber die Politik der USA werden sich deshalb nicht ändern. Die Macht der Politiker (auch des US-Präsidenten) ist sehr beschränkt und längst sind es die Multis die über die Politik (mit Geld) bestimmen. Die USA kann längst nicht mehr als Demokratie bezeichnet werden. Es kann nur einer Präsident sein, der Millionen für den eigenen Wahlkampf aufwerfen kann... oder sich bezahlen lässt.
  • Kommentar von Paul Wagner  (päule)
    Und jetzt wär es noch extrem hilfreich, wenn auch noch die beiden Senatorensitze in Georgia an die Dems gehen würden. Dann könnte Biden auch wirklich etwas Druck machen. Sonst haben wir wieder so eine "Lame duck"-Situation wie damals unter Obama, wo Mitch McConnell einfach alles abblockt, was von den Dems kommt.
    Dieses Senat Race in Georgia anfangs Januar wird garantiert der mit grossem Abstand teuerste Senat-Wahlkampf aller Zeiten. Für beide Seiten geht es um extrem viel!
  • Kommentar von Paul Wagner  (päule)
    Die Aufgabe für Biden ist gigantisch. Ich hoffe für ihn, dass er in beiden Parteien genügend vernünftige Köpfe findet, welche ihm erlauben seine Pläne schrittweise umzusetzen. Obwohl ich mir eine deutlich linkere Politik für die USA wünsche und es zuerst viele "trumpsche Errungenschaften" zu korrigieren gilt, wird es wichtig sein, auch die Republikaner einigermassen ins Boot zu holen. Aber DAS ist ja genau, was Joe Biden als Mitte-Politiker sehr gut kann - Brücken bauen. Ich wünsche viel Kraft!
    1. Antwort von Christian Baumann  (Christian Baumann)
      Sorry, ich kauf' den Amis einfach nicht ab, dass sie Brücken bauen können. Brücken zu bauen liegt nicht in ihrem Blut.
    2. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      Ch. B.
      Eine Luftbrücke haben sie damals kurzfristig zu Westberlin gebaut, um die Menschen mit Nahrung usw. zu versorgen.
      Ein Brücke mit viel Luft nach oben. :-)
    3. Antwort von Christian Baumann  (Christian Baumann)
      @E.W.: Sorry, Eva, die USA, die damals die Luftbrück betrieben haben sind eine andere als die USA von heute. Aber ich geb die Hoffnung nicht auf, dass dieses Land zu seiner ursprünglichen, wahren Grösse zurückfinden kann. Einfach jetzt liefere, nöd lafere...