USA und Kuba: Annäherung, aber noch «ernste Differenzen»

Erneut sind die USA und Kuba zusammengekommen, um Gespräche miteinander zu führen. Die Bilanz: Möglicherweise werden sie bis April Botschaften im jeweils anderen Land öffnen – und das nach über 50 Jahren diplomatischer Eiszeit.

Die Abteilungsleiterin im Aussenministerium Roberta Jacobsen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Roberta Jacobsen spricht über die Verhandlungsrunde zwischen den USA und Kuba. Reuters

Nach einer zweiten Verhandlungsrunde werden die USA und Kuba möglicherweise im April Botschaften im jeweils anderen Land öffnen. Das teilte eine hochrangige US-Beamtin mit.

Die Gespräche über eine Normalisierung der Beziehungen seien fruchtbar gewesen und hätten Fortschritte gebracht, sagte die zuständige Abteilungsleiterin im Aussenministerium, Roberta Jacobsen. Die USA hoffen auf die Eröffnung einer Botschaft in Havanna noch vor dem Amerika-Gipfel am 10. und 11. April. «Ich glaube, wir können das rechtzeitig erledigen», sagte Jacobsen.

Der kubanische Staatschef Raúl Castro hat sein Kommen zu dem regionalen Treffen zugesagt. Es wäre die erste Teilnahme eines kubanischen Staatschefs am Amerika-Gipfel.

Prozess im Dezember eingeleitet

Jacobsen betonte aber auch, dass noch «ernste Differenzen» blieben. Dazu gehört etwas das Handelsembargo, das nach kubanischer Sicht aufgehoben werden muss. Ein weiterer Streitpunkt ist der US-Militärstützpunkt Guantanamo im Südosten Kubas.

Dennoch sieht auch Kuba die Gespräche auf einem guten Weg. «Wir haben Fortschritte in unseren Diskussionen gemacht», sagte die kubanische Delegationsleiterin Josefina Vidal. Sie bekräftigte an einer Medienkonferenz auch, dass Kuba von der US-Liste der Unterstützerstaaten des Terrorismus gestrichen werden müsse.

Die USA und der sozialistische Karibikstaat hatten Mitte Dezember einen Annäherungsprozess eingeleitet.