- Die US-Regierung verschärft ihr restriktives Vorgehen gegenüber Ausländern nach den Schüssen auf zwei Nationalgardisten in Washington massiv.
- Alle Entscheidungen über Asylgesuche werden ausgesetzt, wie die US-Einwanderungsbehörde USCIS mitteilte.
- Dieser Stopp gelte so lange, bis es möglich sei, jeden Ausländer und jede Ausländerin gründlich zu überprüfen und zu kontrollieren.
Das US-Aussenministerium teilte zudem auf X mit, es habe die Ausstellung von Visa für Personen, die mit afghanischen Pässen reisen, sofort gestoppt. Das Ziel sei nie klarer gewesen, so das US-Heimatschutzministerium: «Remigration jetzt».
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor einen vollständigen Aufnahmestopp der USA für alle Menschen aus «Dritte-Welt-Ländern» angekündigt. Welche Länder genau davon betroffen sein sollen und wie und wann er einen solchen Aufnahmestopp durchsetzen will, erklärte er nicht.
Umfassende Green-Card-Überprüfungen
Auf seine Weisung hin hatte die Einwanderungsbehörde USCIS bereits kurz nach dem Vorfall vom Mittwoch angekündigt, die Green Cards «aller Ausländer aus allen problematischen Ländern» umfassend zu überprüfen.
Eine Green Card erlaubt es ausländischen Staatsangehörigen, sich dauerhaft in den USA aufzuhalten und zu arbeiten. Betroffen von dem Schritt sind neben Afghanen auch Menschen aus 18 weiteren Ländern wie dem Iran, Libyen, Somalia, dem Jemen, Kuba und Venezuela.
Tatverdächtiger Afghane mit psychischen Problemen
Medienberichten zufolge soll der Afghane, der für die Attacke auf die beiden Nationalgardisten verantwortlich gemacht wird, psychische Probleme gehabt haben. Familienangehörige von ihm hätten erklärt, dass der 29 Jahre alte Mann unter einer posttraumatischen Belastungsstörung gelitten habe, berichtete der Sender CNN unter Berufung auf mit dem Fall vertraute Beamte.
Die posttraumatische Belastungsstörung sei auf die Kämpfe in Afghanistan zurückzuführen, wo der Mann in einer von der CIA geförderten «Zero Unit» der afghanischen Spezialeinheiten gekämpft habe.
Gehörte er zu einer «Todesschwadron»?
Taliban-Vertreter und Menschenrechtsgruppen bezeichneten die Einheit «Zero Unit» laut «New York Times» als «Todesschwadron». Sie sei für aussergerichtliche Hinrichtungen und Verschleppungen, wahllose Luftangriffe und Angriffe auf medizinische Einrichtungen verantwortlich gewesen.
CIA-Direktor John Ratcliffe hatte jüngst erklärt, dass der Tatverdächtige in Kandahar für dortige Partnerorganisationen des US-Militärs tätig gewesen sei und dabei auch für die US-Regierung und die CIA gearbeitet habe.
Verdächtiger erhielt unter Trump Asyl
2021 soll er über das Aufnahmeprogramm «Operation Allies Welcome» in die USA gelangt sein, das Trumps Vorgänger Joe Biden nach der Machtübernahme der Taliban aufgelegt hatte.
Ziel war es laut dem Heimatschutzministerium, Afghanen zu helfen, die mit US-Truppen während des Einsatzes in dem Land zusammengearbeitet hatten und nun von Vergeltungsmassnahmen der Islamisten bedroht waren.
Das Programm umfasste Überprüfungen und Sicherheitskontrollen der Personen. Dem Tatverdächtigen wurde US-Medienberichten zufolge erst 2025 – also nach Trumps Amtsantritt – Asyl gewährt.
Der US-Präsident behauptete nach den Schüssen in Washington, Flüchtlinge seien aktuell der Hauptgrund für gesellschaftliche Probleme in den USA. Menschenrechtler warnten indes davor, den Angriff politisch zu instrumentalisieren.