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Diplomatisches Markenzeichen Er zieht, tätschelt und quetscht: Trumps berüchtigter Händedruck

Am Dienstag empfing US-Präsident Trump den britischen König Charles III. und die Königin Camilla im Weissen Haus. Es war der erste Staatsbesuch eines britischen Monarchen in den USA seit fast zwanzig Jahren und der erste von Charles und Camilla als Monarchen überhaupt.

Beim formellen Staatsempfang am zweiten Tag schüttelte Camilla die Hände der aufgereihten US-Regierungsmitglieder – bis Trump sich vor sie drängte und die Reihe selbst übernahm. Camilla wartete. Charles streckte die Hand aus und griff ins Leere.

Die Szene einer wartenden Königin hinter dem Gastgeber löste scharfe Kritik in den sozialen Medien aus. Nutzer bezeichnen das Verhalten von Trump als «disrespectful» («respektlos»). Weder der Buckingham Palace noch das Weisse Haus äusserten sich offiziell.

Der Moment fügt sich in eine lange Serie. Seit seinem ersten Amtsantritt 2017 ist Trumps Hände­druck ein diplo­mati­sches Markenzeichen: Er zieht, tätschelt, hält fest – und sorgt für reichlich Gesprächsstoff. Eine Auswahl der skurrileren Momente.

21. April 2026: Tennisspielerinnen der University of Georgia 

Im April empfängt Trump die National­meisterinnen im Tennis der University of Georgia im Weissen Haus. Zur Gratulation schüttelt er die Hände der fünf männlichen Trainer und Funktionäre, den elf Sportlerinnen winkt er nur zu. Ein Foto zeigt die Männer im Vordergrund, die Spielerinnen dahinter kaum sichtbar. Die tschechisch-amerikanische Tennisspielerin Martina Navratilova schreibt dazu auf X: «A photo is worth a thousand words.» (Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.)

Damen-Tennis-Team der University of Georgia

27. Oktober 2025: Kaiser Naruhito

Auf Staatsbesuch in Tokio begrüsst Trump Kaiser Naruhito mit einem Händedruck und kurzem Nicken, ohne sich zu verbeugen, wie es die japanische Etikette verlangt. Beim Abschied tätschelt er dem Kaiser den Arm – in Japan eine Taktlosigkeit gegenüber einem Monarchen.

24. Februar 2025 und weitere Begegnungen: Emmanuel Macron 

Wenig Begegnungen liefern so viele lange und merkwürdige Begrüssungen wie die zwischen Trump und dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron. Beim ersten Auf­ein­ander­treffen am Nato-Gipfel in Brüssel am 25. Mai 2017 greift Macron so fest zu, dass beide Männer weisse Knöchel bekommen. Mehrfach lockert Trump den Griff, doch Macron lässt nicht los. Wenige Wochen später, am 6. Juli 2017 in Paris oder am 6. Juni 2019, wiederholt sich die Szene. 

Zur Wiedereröffnung von Notre-Dame reist Trump am 7. Dezember 2024 nach Paris – der Händedruck dauert 17 Sekunden. Am 24. Februar 2025 im Weissen Haus will Trump Macrons Hand zu sich ziehen, Macron hält dagegen. Er erklärte sein Vorgehen gegen­über dem «Journal du Dimanche»: Sein Händedruck sei «nicht ohne Hin­ter­ge­danken» gewesen. «Man muss zeigen, dass man keine kleinen Zugeständnisse macht, nicht einmal symbolisch.»

Nahaufnahme Händedruck vor US-Flagge.
Legende: Und noch einmal am 6. Juni 2019. Anlass ist der 75. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie. Keystone/LUDOVIC MARIN

17. März 2017: Angela Merkel

Die damalige deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht Trump im Oval Office. Vor den versammelten Fotografen fragt sie ihn, ob sie sich die Hände schütteln wollen. Trump schweigt, schaut geradeaus, reagiert nicht. Ob er die Frage nicht hört oder sie bewusst ignoriert, bleibt ungeklärt. Der ausgebliebene Händedruck löst breite Berichterstattung aus.  

Zwei Personen sitzen in gelben Sesseln vor einem Kamin.
Legende: US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel im Oval Office des Weissen Hauses in Washington. Keystone/ EVAN VUCCI

10. Februar 2017: Shinzo Abe

Beim Fototermin im Oval Office schütteln Trump und der japanische Premierminister Shinzo Abe 19 Sekunden lang die Hände. Trump tätschelt Abes Hand, zieht sie heran, stösst sie weg. Als er loslässt, sieht Abe sichtlich erleichtert aus. Amerikanische Medien nennen Trumps Technik «yank and pull».

Tagesschau, 28.04.2026, 19:30 Uhr;liea

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