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US-Einwanderungsbehörde Frau bei ICE-Einsatz getötet – Trump verteidigt Schützen

  • Bei einem Einsatz der US-Einwanderungsbehörde ICE im Bundesstaat Minnesota ist eine Frau durch einen Beamten erschossen worden.
  • US-Präsident Donald Trump verteidigt den Schützen auf seiner Plattform Truth Social.
  • Der demokratische Gouverneur des Bundesstaates Minnesota, Tim Walz, attackiert den US-Präsidenten für eine Regierungsführung, die darauf ausgelegt sei, «Angst, Schlagzeilen und Konflikt zu erzeugen».
  • Nach dem tödlichen Vorfall kam es zu Protesten am Tatort.

Nach Angaben der Polizei befand sich eine 37-Jährige in ihrem Auto und blockierte eine Strasse in der Grossstadt Minneapolis im Norden der USA, als sich ein ICE-Beamter zu Fuss näherte. Der Wagen setzte sich demnach in Bewegung, woraufhin mindestens zwei Schüsse fielen. Die Frau habe eine Kopfverletzung erlitten und sei im Spital für tot erklärt worden.

Ermittlungen zu dem Vorfall laufen. Laut Polizei soll es sich um eine weisse Frau handeln. Nach bisherigen Erkenntnissen deute nichts darauf hin, dass die Frau im Fokus der Behörden stand.

USA-Korrespondent: «Fall scheint Eskalationspotenzial zu haben»

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Mann mit Bart in hellem Hemd vor grauem Hintergrund.
Legende: SRF / Claudia Herzog

Kurzeinschätzung von Andrea Christen, USA-Korrespondent von SRF

Minneapolis und der Bundesstaat Minnesota werden von Demokraten regiert und sind derzeit besonders im Visier der harten Migrationspolitik von Trump. Angeblich sollen 2000 Bundesbeamte in den Strassen von Minneapolis zum Einsatz kommen, um Razzien durchzuführen. Mit der angeblich bisher grössten derartigen Operation sollen papierlose Ausländer festgenommen werden.

Auch in anderen US-Städten kam es schon zu Zusammenstössen zwischen ICE-Beamten und Anwohnerinnen und Anwohnern, auch zu Schüssen. Doch der jüngste Vorfall scheint Eskalationspotenzial zu haben. Er erinnert auch an 2020, als George Floyd, ein schwarzer Mann, von der Polizei getötet wurde, nicht weit weg von dort, wo gestern die Frau erschossen wurde. Vorerst scheint aber alles friedlich zu bleiben.

Donald Trump erklärte, die Frau habe den ICE-Beamten gewaltsam, vorsätzlich und bösartig überfahren – und das, obwohl der Vorfall noch gar nicht untersucht worden ist. Videos auf Social Media von Augenzeugen legen etwas anderes nahe. Der Beamte, der die Schusswaffe zückte und schoss, scheint – wenn überhaupt – Gefahr zu laufen, angefahren zu werden.

Das Heimatschutzministerium teilte auf der Plattform X mit, die Frau habe versucht, Einsatzkräfte zu überfahren. Heimatschutzministerin Kristi Noem sprach von einem «defensiven» Schusswaffeneinsatz zum Schutz der Beamten und Unbeteiligter.

Trump äussert sich auf Truth Social

Trump schrieb auf seiner Onlineplattform Truth Social, die Frau habe mit ihrem Fahrzeug einen ICE-Beamten «gewaltsam und vorsätzlich» angegriffen.

Die Behörden haben den Tatort abgesperrt.
Legende: Der Beamte habe, so Trump, in einer lebensbedrohlichen Situation gehandelt und befinde sich inzwischen zur Erholung im Spital. EPA/CRAIG LASSIG

Der US-Präsident betonte, Videoaufnahmen deuteten auf Selbstverteidigung hin. Zugleich machte er eine «radikale linke Gewalt- und Hass-Bewegung» für die Eskalation verantwortlich, die Sicherheitskräfte und ICE-Beamte täglich bedrohe und angreife.

Bürgermeister kritisiert Einsatz

Die Aussagen des Präsidenten und des Heimatschutzministeriums stehen im Widerspruch zur Darstellung der Stadt Minneapolis.

ICE-Einsatz in Minnesota

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Eine ICE-Operation in Minneapolis und St. Paul, an der nach Angaben des Heimatschutzministeriums mehr als 2000 Bundesbeamte beteiligt sind, läuft seit mehreren Tagen. Ziel der Einsätze sind demnach Ermittlungen im Zusammenhang mit mutmasslichem Betrug, unter anderem im Umfeld der somalischen Community.

US-Medien diskutieren, ob der von den Behörden genannte Einsatzgrund als Vorwand für eine politisch motivierte Verschärfung der Einwanderungspolitik dient.

Der demokratische Bürgermeister Jacob Frey hatte den Einsatz scharf kritisiert und die Darstellung der Selbstverteidigung nach Sichtung von Videoaufnahmen entschieden zurückgewiesen. Er warf den Bundesbehörden auch vor, die Lage eskaliert zu haben. «Sie säen Chaos in unseren Strassen. Und in diesem Fall haben sie wortwörtlich getötet. Sie versuchen das als Selbstverteidigung darzustellen. Ich habe das Video gesehen: Das ist Blödsinn!»

Nach dem tödlichen Vorfall kam es zu Protesten am Tatort. Hunderte Menschen versammelten sich am Nachmittag (Ortszeit), skandierten Parolen gegen ICE und forderten den Abzug der Beamten aus der Stadt.

SRF 4 News, 08.01.2026, 0:00 Uhr ; 

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