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Verärgerter US-Präsident Trumps Name muss weg vom Kennedy Center – das sind die Gründe

Ein Richter hat angeordnet, dass Trumps Name von der Fassade der Kulturinstitution in Washington verschwinden muss. Warum das so ist und wie der US-Präsident reagiert.

Das ist passiert: Ein Bezirksrichter hat am Freitag (Ortszeit) entschieden, dass das von Trump in «Trump Kennedy Center» umbenannte Kulturzentrum nicht ohne ein Gesetz des Kongresses umbenannt werden darf. Trumps Name muss von der Fassade verschwinden: Der zuständige Richter Christopher Cooper in Washington wies die Trump-Regierung an, innerhalb von 14 Tagen alle Schilder mit Trumps Namen zu entfernen und alle Verweise auf ein «Trump Kennedy Center» aus offiziellen Materialien zu streichen.

Architekturdetail mit Säulen und einem Gebäude vor blauem Himmel.
Legende: Das Gebäude des Kennedy Center mit hinzugefügtem Namen Trumps. REUTERS/Ken Cedeno

So argumentiert der Richter: Ein von Trump kontrolliertes Gremium hatte die Umbenennung in Trump Kennedy Center beschlossen – zu Unrecht, wie der Richter nun feststellte. Dieses Recht sei dem Parlament vorbehalten. «Das Gründungsgesetz des Kennedy Centers macht unmissverständlich klar, dass das Zentrum nach Präsident Kennedy benannt ist und es keinen anderen offiziellen Namen oder eine andere öffentliche Gedenkstätte allein aufgrund der Entscheidung des Vorstands tragen darf», schrieb Cooper. «Der Kongress hat dem Kennedy Center seinen Namen gegeben, und nur der Kongress kann ihn ändern.» Coopers Anordnung stoppte zudem die von der Trump-Regierung geplante zweijährige Schliessung des Kennedy Centers für grössere Renovierungsarbeiten, dies, weil nach Ansicht des Richters eine sorgfältige und ergebnisoffene Prüfung für die Entscheidung zur Schliessung fehlte. Die Instandsetzungen dürfen aber fortgesetzt werden.

Ein neues Zentrum für Washington

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Die Renovierung des Zentrums ist Teil eines umfassenderen Vorhabens des republikanischen Präsidenten, das Zentrum der US-Hauptstadt umzugestalten. Er beabsichtigt unter anderem, einen 76 Meter hohen Triumphbogen zu errichten und an der Stelle des abgerissenen Ostflügels des Weissen Hauses einen Ballsaal mit einer Fläche von rund 8360 Quadratmetern zu bauen. Auch diese Vorhaben sind Gegenstand von Gerichtsverfahren.

Befürworter sagen, Trump bringe Washington optisch wieder auf Vordermann. Kritiker sehen ein dreistes Vorgehen, das sich nur nach dem Geschmack und Willen des Präsidenten richte. Sie sprechen von Geltungssucht.

So reagiert Trump: «Es gab noch nie einen Präsidenten der Vereinigten Staaten, der von den Gerichten so ungerecht behandelt wurde wie ich», meinte der US-Präsident in einem Post in Sozialen Medien. Doch statt eine Berufung anzukündigen, blies er die von ihm geplante Renovierung ab. Er habe «kein Interesse» mehr, das Projekt voranzutreiben. Ob Trump seine Rolle im Kuratorium der Institution weiter wahrnehmen will, war zunächst nicht bekannt. Er habe angeordnet, die Verantwortung für die Kultureinrichtung «komplett» an den Kongress zu übertragen – inklusive «des Betriebs, der Instandhaltung und der Verwaltung». Der Richter solle sich schämen, meinte Trump. Die Entscheidung ist rund zwei Wochen vor Trumps 80. Geburtstag, der mit viel Tamtam ausgerichtet werden soll, ein Rückschlag für seine Pläne, sich in der Hauptstadt auch über seine Amtszeit hinaus zu verewigen.  

So geht es weiter: Das Gericht hat die Entscheidung damit begründet, dass nur der Kongress den Namen des Zentrums ändern dürfe. Es ist also nicht ganz ausgeschlossen, dass Trumps Name am Ende doch wieder an der Fassade landet: Momentan haben Trumps Republikaner eine knappe Mehrheit in beiden Parlamentskammern. Ob sich in diesem Fall auch alle republikanischen Senatoren und Abgeordneten hinter Trump stellen würden – noch dazu in einem Wahljahr – scheint mindestens fraglich. Zudem ist es möglich, dass die Entscheidung noch angefochten wird.

Trumps Kampf gegen «anti-amerikanische» Kultur

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Donald Trump hatte das Kennedy Center kurz nach seinem Amtsantritt im Januar 2025 unter seine Kontrolle gebracht und einen Kampf gegen «anti-amerikanische Propaganda» in der Kulturwelt angekündigt. Er entliess mehrere Mitglieder des Kuratoriums, übernahm den Vorsitz und beauftragte vorübergehend seinen Vertrauten Richard Grenell, die Institution neu auszurichten. Grenell war zuvor US-Botschafter in Berlin und hatte dort immer wieder mit brüsken Äusserungen für Aufsehen gesorgt.

Im Dezember wurde das Kennedy Center in Trump Kennedy Center umbenannt. Das führte zu grossem Protest, Künstler sagten Auftritte ab.

In dem Bau des Kennedy Centers am Fluss Potomac werden traditionell alle Genres von Theater, Tanz und Musik gezeigt. Das Haus wurde nach dem früheren Präsidenten John F. Kennedy (1917–1963) benannt.

SRF 4 News, 30.05.2026, 1:00 Uhr ; 

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